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Tipps zum Kauf eines Familienzelts

Teil 8: Was muss ich beim Kauf eines Familienzelts beachten?

(10.06.2010 / Ute Zimmermann) Natur pur – morgens mit den Vögeln aufstehen und abends mit den Sternen ins Bett. Vor dem ersten Camping mit der Familie steht oft der Kauf einer passenden Unterkunft. Welche Unterschiede es bei Familienzelten gibt und worauf Sie achten müssen, lesen Sie in diesem Teil der der Outdoor.de-Serie "Outdoor mit Kindern".

Outdoor mit Kindern: Outdoor.de gibt Tipps zum KAuf des richtigen Familienzelts.

 

Die ganze Familie unter einem Dach

Wer mit Kindern auf den Campingplatz und im Zelt schlafen will, muss sich nicht zwangläufig von seinem Single- oder Pärchenzelt verabschieden. Wer sich mag, kriegt auch im kleinsten Zelt seine Erholung. Trotzdem: Je größer die Kinder sind (oder je mehr es werden), desto praktischer ist ein so genanntes Familienzelt. Das bedeutet:

  • Schlafkabine für mindestens drei Personen, Platz für weitere 2-3 Besucher beziehungsweise die Möglichkeit, weitere Schlafkabinen (Kinderkabinen) einzuhängen.
  • Stehhöhe (meist 1,75–1,95 Meter, Gruppenzelte in Tipiform haben sogar eine Stehhöhe von 2,35–3,35 Meter)
  • Meistens freistehend, mindestens zwei Eingänge, geräumiger Aufenthaltsbereich


Welches Zelt nun das perfekte Familienzelt ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Denn je nach Bedarf und Campingverhalten unterscheiden sich auch die Ansprüche an das Zelt. Familien, die mit dem Fahrrad, dem Boot oder zu Fuß unterwegs sind, werden sich ein Zelt mit geringem Packmaß und aus schnell trocknendem Material suchen. Wer das Zelt mit Auto transportiert, kann dagegen mehr Wert auf Platz und Komfort legen.

Analysieren Sie vor dem Kauf eines Familienzeltes Ihren Bedarf und Ihre Wünsche und beantworten Sie folgende Fragen:


  1. Für wie viele Personen (Erwachsene/ Kinder) soll das Zelt sein?
  2. Wie groß ist die größte Person?
  3. Wie viel Gepäck muss mit ins Zelt und wo soll es verstaut werden (im Zelt oder in den Apsiden)?
  4. Wie wird das Zelt transportiert (Auto, Fahrrad, Boot, zu Fuß)?
  5. Wie schwer darf das Zelt maximal sein?
  6. Für welche Einsatzdauer ist das Zelt eingeplant (Kurztrips oder längere Aufenthalte)?
  7. Welche Zeltform (Tunnel, Kuppel, Geodät, Tavuu)?
  8. Muss das Zelt leicht oder eventuell sogar von einer Person allein aufzubauen sein?
  9. Welchen Betrag wollen Sie investieren?
  10. In welchem Gebiet wird das Zelt zum Einsatz kommen (Mittelmeerraum, Skandinavien)? Ist viel Regen oder Hitze zu erwarten?


Die Beantwortung der Fragen hilft, die Auswahl einzuschränken. Folgende Informationen sollten vor dem Kauf außerdem beachtet werden:

Material

Baumwolle:

-    hohes Eigengewicht
-    bei hohen Außentemperaturen im Innern sehr angenehmes Raumklima, atmungsaktiv
-    wasserdicht, so lange nichts von innen gegen die Zeltwand drückt
-    UV-beständig
-    lange Trockenzeiten nach Regenguss
-    große Unempfindlichkeit gegenüber Funkenflug

Baumwoll-Mischgewebe (Technical Cotton TC):

-    beschichtet, um regen- und wasserdicht zu sein, und je nach Hersteller auch atmungsaktiv
-    stabil gegen UV-Strahlung
-    Zelte aus Baumwoll-Mischgewebe brauchen Belüftungsmöglichkeiten, um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern

Synthetik/ Nylon- oder Polyestergewebe:

-    geringes Eigengewicht
-    beschichtet, um regen- und wasserdicht zu sein
-    bei Sonneneinstrahlung von außen im Innern schnell heiß
-    Zelte aus Nylon- oder Polyestergewebe brauchen Belüftungsmöglichkeiten, um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern
-    trocknet schnell ab nach einem Regenschauer
-    leicht entzündbar

Einwandig oder zweiwandig? Innen- und Außenzelt:

  • Ein einknüpfbares Innenzelt hat den Vorteil, dass bei Regen der Kontakt zur Außenhülle vermieden wird und so Wasser nicht nach Innen durchgedrückt wird. Da Kinder schon mal unkontrolliert durchs Zelt springen, ist ein Innenzelt in der Regel stressfreier und trockener. Bei Fahrten in Regionen mit schlechtem Wetter sollte das Außenzelt zuerst und getrennt vom Innenzelt aufgebaut werden können.
  • Ein Zelt für wärmere Regionen sollte immer ein freistehendes Innenzelt haben, so kann bei Bedarf auf das Außenzelt verzichtet werden. Ein Innenzelt aus Baumwolle oder Baumwoll-Mischgewebe sorgt für ein angenehmes Raumklima.

Fieberglas- oder Aluminumgestänge?

Gerade Familienzelte müssen den einen oder anderen Tritt oder Fußballaufprall vertragen können. Zeltgestänge aus Aluminium halten einiges aus und brechen nicht. Fieberglasgestänge sind billiger und schwerer, werden außerdem schon mal mürbe, bersten und zerstören dabei unter Umständen auch die Zeltwand.

Aufbau:

-    Die meisten Familienzelte sind eher tunnelförmig, das heißt, das Gestänge verläuft parallel und kreuzt sich nicht. Vorteil: Solche Zelte lassen sich unter Umständen auch alleine aufbauen.

Kosten:

Die meisten Familienzelte namhafter Hersteller kosten zwischen 400–800 Euro. Auch manche Supermärkte und Discounter haben immer mal wieder Familienzelte im Angebot, die günstiger sind. Wer allerdings Wert auf Qualität, Haltbarkeit und Komfort legt, sollte beim Kauf lieber ein bisschen mehr investieren.

Eine sinnvolle Ergänzung für Familienzelte sind so genannte Tarps, also ein Wind- und Sonnenschutz, der mit eigenem Gestänge vor bzw. über dem Zelt gespannt wird und so den wettergeschützten Aktionsradius vergrößert. Der Vorteil: Bei Regen bietet das Tarp einen trockenen Essens- und Spielbereich, der Innenraum des Familienzelts wird so zur matschfreien Zone.


Outdoor.de-Tipp: Ein sinnvolles und topgünstiges Zeltzubehör ist ein Handfeger. Bei Familienzelten mit Stehhöhe sammelt sich schnell sehr viel Dreck im Aufenthaltsbereich vor der Schlafkabine an. Wer abends gern mit halbwegs sauberen Füßen (Socken) in den Schlafsack schlüpfen möchte, freut sich über den gefegten Bereich.

 

 

Outdoor.de behandelt in einer neuen Serie „Outdoor mit Kindern“, wie die ganze Familie beim Draußensein auf ihre Kosten kommt.

„Schlaf, Kindchen, schlaf.“ Lesen Sie im nächsten Teil der Serie „outdoorfamilie“, Wie Sie Ihre Kinder im Familienzelt am besten betten, welche Schlafsäcke es gibt und welches weitere Zubehör Ihnen die Nachruhe angenehm macht.

 

Teil 1: Outdoor mit Kindern: Mit Kind und Kegel outdoor unterwegs

Teil 2: Das Kraxenalter: Tragesysteme für Wanderungen mit Kind und Kegel

Teil 3: Unterwegs mit Kindern im Alter von 3–14 Jahren

Teil 4: Outdoor-Literatur für spannende Erkundungstouren in der Natur

Teil 5: Vergiftungsunfälle bei Kindern

Teil 6: Outdoor-Erste Hilfe bei Kindern

Teil 7: Objektive Gefahren und der richtige Umgang damit

Teil 8: Tipps zum Kauf eines Familienzelts

Teil 9: Schlafsäcke für Kinder - Tipps und Modelle

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