Allerdings: Die „Schneeschuhe“, die Johannes Müller und seine Nachahmer benutzten, waren gleitende Holzbretter – und erhielten schon bald darauf den Namen „Ski“. Das, was wir heute als Schneeschuh bezeichnen, hieß damals noch „Schneereifen“. Der mit einer elastischen Trittfläche bespannte Rahmen entwickelte sich erst mit einiger Verspätung zu einem modernen Sportgerät.
Heute finden immer mehr Wintersportler Gefallen am Wandern auf Schneeschuhen. Auch wer nicht Ski fährt, kann mit der Ausrüstung Tiefschnee erleben, egal ob direkt vor der Haustür oder in den Alpen. Günstig sind Schneeschuhe noch dazu, für 100 bis 300 Euro ist ein Paar zu haben. Nicht verwunderlich also, dass Bergführer immer mehr Schneeschuh-Touren in ihr Programm aufnehmen. In vielen Häusern des Hotelverbunds „Europa Wanderhotels“ zum Beispiel können die Gäste das traditionsreiche Sportgerät auf verschiedenen Unternehmungen austesten, und das fast unabhängig von ihrem Alter: „Jeder, der gehen kann, kann auch schneeschuhwandern“, sagt Eckart Mandler von den Europa Wanderhotels.
Auch Oskar Jäger vom Europa Wanderhotel Jägeralpe in Warth führt seine Gäste immer wieder persönlich durch den Tiefschnee auf die Berggipfel. Und an Tiefschnee gibt es in der Gegend wahrlich kein Mangel, gilt doch Warth-Schröcken mit 11 Metern Schnee pro Winter als das schneereichste Skigebiet Europas. Jägers Lieblingstour für Schneeschuh-Einsteiger ist sein Hausberg, das 2256 Meter hohe Warther Horn. Vom Dorf aus gesehen ragt es wie ein drohender Zeigefinger in den Himmel, weshalb die Gruppe, die er an diesem Tag mitnimmt, durchaus ein bisschen nervös ist. Doch Oskar Jäger macht Mut: „Viele Gipfel, die mit Ski bestiegen werden können, lassen sich ebenso gut mit Schneeschuhen erreichen.“
Und so sind in der Gruppe tatsächlich viele Teilnehmer dabei, die sich zum ersten Mal Schneeschuhe angeschnallt haben. Manche sind eigentlich zum Skifahren hier, wünschen sich aber ein bisschen Abwechslung, wollen mal weg von der Piste. Vom Hotel geht es mit dem Lift direkt zur Bergstation auf 2000 Meter Höhe. Von dort aus dauert der Aufstieg im Gänsemarsch nur noch knapp zwei Stunden und als die Wintergäste schließlich etwas außer Puste am Gipfelkreuz stehen, sind sie von der Aussicht und dem ungewohnten Tiefschnee-Erlebnis tief beeindruckt.
Wer nach so einer Tour noch mehr will, sich ein Paar Schneeschuhe zulegt und nicht daran denkt, sich mit den Feldern vor der Haustür zufrieden zu geben, muss sich eine Lawinenausrüstung besorgen. Sie besteht aus Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Sonde und Schaufel. Den Umgang mit der Ausrüstung können Schneeschuhfans dann wieder in Vorarlberg üben. Hotelier Oskar Jäger preist auch hier das kleine Walserdorf an: „Um den Ernstfall unter realistischen Bedingungen zu trainieren, gibt es bei uns in Warth eine der modernsten LVS-Übungsanlagen der Alpen.“ Was ein schneebegeisterter Dorfpfarrer so alles anstoßen kann …







