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Objektive Gefahren und der richtige Umgang damit

Teil 7: Wie schütze ich mich und meine Kinder?

(06.06.2010 / Ute Zimmermann) Vor allem bei einer Bergwanderung muss das Wissen um objektive Gefahren immer dabei sein, bei der Wahl des Weges, bei der Beobachtung des Wetters und selbst bei der Wahl des Brotzeitplatzes (Steinschlaggefahr!).

  • Objektive Gefahren sind Gefahren, die nicht vom Menschen verursacht oder beeinflusst werden können: Sturm, Kälte, Regen, Schneefall, Nebel/Wolken, Blitzschlag, Vereisung der Route, Sonnen- und Hitzestrahlung, Schnee- und Eislawinen, Steinschlag, Felsausbrüche, Erdrutsche, Murenabgänge, Gletscherspalten, Gletscherflüsse und Eisdolinen, Eisstürze, Höhenkrankheit
Das richtige Verhalten bei objektiven Gefahren, wie beispielsweise  Gewittern kann überlebenswichtig sein.
  • Im Unterschied dazu sind subjektive Gefahren solche, die aus dem Verhalten des Menschen resultieren wie technisches Versagen des Sicherungsmaterials, Selbstüberschätzung und mangelnde Erfahrung, unzureichendes klettertechnisches Können, fehlende Kondition, falsche Einschätzung der Schwierigkeiten sowie Missachtung von Anzeichen der Erschöpfung.

 

Wandern im Karst

  • Immer auf den markierten Wegen bleiben. Diese Wanderregel ist für kleine Kinder so gut wie nicht einzuhalten, viel zu spannend ist das, was rechts und links des Weges passiert. Führt die Wanderung allerdings durch Karstgelände, ist das Einhalten dieser Regel eine Lebensversicherung.
  • In Karstgebirgen verstecken sich Dolinen (Spalten, Löcher, Trichter). Das sind durch Erosion entstandene Absenkungen, Risse und Höhlen, die nur wenige Zentimeter aber auch mehrere Meter groß und tief sein können. Im Sommer sind die Dolinen meist gut sichtbar, wenn auch nicht weniger gefährlich. Denn im Waldgebiet wachsen zum Beispiel Kiefern über solche Spalten und ein tiefer Abgrund kann auf den ersten Blick nicht zu erkennen sein. Achten Sie also darauf, dass Ihre Kinder bei einer Wanderung im Karst unbedingt auf den markierten Wegen bleiben und gehen Sie selber mit gutem Beispiel voran.
  • Im Frühling geht von den Dolinen eine immense Gefahr aus. Sichere Schneebrücken beginnen aufzuweichen und darunter liegende Spalten sind nicht sichtbar. Wer nun auf diesem Schnee spielt, spielt mit seinem Leben.



Wetterkapriolen

Meistens kündigt es sich an, aber nicht jeder erkennt die Zeichen eines Gewitters. Sollten Sie in ein Gewitter geraten, gelten folgende Regeln:

  • Weg vom Wasser. Entfernen Sie sich so weit wie möglich von Seen, feuchten Wiesen und Bächen.
  • Meiden Sie allein stehende Bäume, Türme, Wegkreuze, allein stehende Kapellen.
  • Entfernen Sie sich vom höchsten Punkt der Umgebung.
  • Halten Sie mindestens 5 Meter Abstand zu Gegenständen aus Metall (Fahrrädern, Laternen, Weidezäune etc.)
  • Wenn keine Schutzhütte in der Nähe ist, gehen Sie in die Hocke, die Füße dicht beieinander und halten Sie die Beine mit den Armen umschlungen, ziehen Sie den Kopf ein. Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu Felswänden. Haben Sie einen Rucksack oder eine Isomatte dabei, falten Sie diese so klein wie möglich, legen Sie die Matte auf trockenen (!) Untergrund und hocken Sie sich darauf. Halten Sie zu Ihrem Kind Abstand.



Sonnenschutz

Es müssen nicht Blitz und Donner sein, um objektiv gefährdet zu sein. Die ganz normale Sonne reicht schon aus.

  • Vor allem Kleinkinder unter zwei Jahren haben keinen eigenen Schutzmechanismus der Haut. Das bedeutet: Babyhaut muss mit Kleidung, Hut und Sonnenschirm vor der Sonne geschützt werden. Direkte Sonnenstrahlung sollte unbedingt vermieden werden.
  • Ein langärmeliges Baumwollhemd ist besser als gar kein Sonnenschutz. Doch Baumwollkleidung schützt nur begrenzt vor Sonneneinstrahlung (nasse Kleidung bietet einen noch schlechteren Schutz). Achten Sie also darauf, dass auch angezogene Kinder mit einem Sonnenschutzmittel eingeschmiert werden.
  • Kinder ab zwei Jahren müssen mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Übertreiben können Sie beim Einschmieren auf keinen Fall. Dermatologen weisen darauf hin, dass vor allem Sonnenbrände im Kindesalter für spätere Hautkrebserkrankungen verantwortlich gemacht werden. Und: Lichtschäden summieren sich von der Geburt bis ins hohe Alter.
  • Tragen Sie das Sonnenschutzmittel immer rund 30 Minuten auf, bevor es in die Sonne geht. Sparen Sie nicht. Bei einer Ganzkörper-Schmieraktion können bis zu drei Esslöffel Sonnenschutzmittel drauf gehen.
  • Die Dauer des Sonnenschutzes lässt sich auch nach mehrmaligem Auftragen nicht verlängern. Also: Nach Ablauf der Schutzzeit ab in den Schatten.
  • Machen Sie Siesta! Vermeiden Sie die direkte Sonne zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Die Strahlungsintensität ist im Gebirge höher als im Flachlang. Berücksichtigen Sie Ihren Aufenthaltsort bei der Wahl des Lichtschutzfaktors.



Wie lange darf ich mit Lichtschutzfaktor 15 eingecremt in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen?

Hauttyp 1: sehr helle Haut, viele Sommersprossen, extrem empfindliche Haut, helle Augen, rotblondes oder hellblondes Haar, keine Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach 5-10 Minuten

Hauttyp 2: helle Haut, meist Sommersprossen, empfindliche Haut, helle Augen (blau, grün, grau), blondes Haar, langsame Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach 10-20 Minuten

Hauttyp 3: helle bis hellbraune Haut, helle oder dunkle Augen, dunkelblondes oder braunes Haar, einfache und langsame Bräunung, ohne Sonnenschutz nach 15-25 Minuten Sonnenbrand

Hauttyp 4: braune, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen, dunkelbraunes oder schwarzes Haar, schnelle und tiefe Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 20-30 Minuten

Hauttyp 5: dunkle, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen, schwarzes Haar, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 60 Minuten

Hauttyp 6: schwarze, wenig empfindliche Haut, schwarze Augen, schwarzes Haar, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 90 Minuten

•    Hauttyp 1: LSF 15 x 5 Minuten = 75 Minuten (1 1/4 Stunden) Schutz
•    Hauttyp 2: LSF 15 x 10 Minuten = 150 Minuten (2 1/2 Stunden) Schutz
•    Hauttyp 3: LSF 15 x 15 Minuten = 225 Minuten (3 3/4 Stunden) Schutz
•    Hauttyp 4: LSF 15 x 20 Minuten = 300 Minuten (5 Stunden) Schutz

Die angegebenen Zeiten sind theoretische Werte. Hautärzte empfehlen, schon nach einem Drittel der errechneten maximalen Aufenthaltsdauer in den Schatten zu wechseln.


Outdoor.de behandelt in einer neuen Serie „Outdoor mit Kindern“, wie die ganze Familie beim Draußensein auf ihre Kosten kommt.

Lesen Sie im nächsten Teil der Serie „outdoorfamilie“, was Sie beim Kauf eines Familienzeltes beachten müssen. Modelle, Materialien, Kosten – die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

 

Teil 1: Outdoor mit Kindern: Mit Kind und Kegel outdoor unterwegs

Teil 2: Das Kraxenalter: Tragesysteme für Wanderungen mit Kind und Kegel

Teil 3: Unterwegs mit Kindern im Alter von 3–14 Jahren

Teil 4: Outdoor-Literatur für spannende Erkundungstouren in der Natur

Teil 5: Vergiftungsunfälle bei Kindern

Teil 6: Outdoor-Erste Hilfe bei Kindern

Teil 7: Objektive Gefahren und der richtige Umgang damit

Teil 8: Tipps zum Kauf eines Familienzelts

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