Wandern im Karst
- Immer auf den markierten Wegen bleiben. Diese Wanderregel ist für kleine Kinder so gut wie nicht einzuhalten, viel zu spannend ist das, was rechts und links des Weges passiert. Führt die Wanderung allerdings durch Karstgelände, ist das Einhalten dieser Regel eine Lebensversicherung.
- In Karstgebirgen verstecken sich Dolinen (Spalten, Löcher, Trichter). Das sind durch Erosion entstandene Absenkungen, Risse und Höhlen, die nur wenige Zentimeter aber auch mehrere Meter groß und tief sein können. Im Sommer sind die Dolinen meist gut sichtbar, wenn auch nicht weniger gefährlich. Denn im Waldgebiet wachsen zum Beispiel Kiefern über solche Spalten und ein tiefer Abgrund kann auf den ersten Blick nicht zu erkennen sein. Achten Sie also darauf, dass Ihre Kinder bei einer Wanderung im Karst unbedingt auf den markierten Wegen bleiben und gehen Sie selber mit gutem Beispiel voran.
- Im Frühling geht von den Dolinen eine immense Gefahr aus. Sichere Schneebrücken beginnen aufzuweichen und darunter liegende Spalten sind nicht sichtbar. Wer nun auf diesem Schnee spielt, spielt mit seinem Leben.
Wetterkapriolen
Meistens kündigt es sich an, aber nicht jeder erkennt die Zeichen eines Gewitters. Sollten Sie in ein Gewitter geraten, gelten folgende Regeln:
- Weg vom Wasser. Entfernen Sie sich so weit wie möglich von Seen, feuchten Wiesen und Bächen.
- Meiden Sie allein stehende Bäume, Türme, Wegkreuze, allein stehende Kapellen.
- Entfernen Sie sich vom höchsten Punkt der Umgebung.
- Halten Sie mindestens 5 Meter Abstand zu Gegenständen aus Metall (Fahrrädern, Laternen, Weidezäune etc.)
- Wenn keine Schutzhütte in der Nähe ist, gehen Sie in die Hocke, die Füße dicht beieinander und halten Sie die Beine mit den Armen umschlungen, ziehen Sie den Kopf ein. Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu Felswänden. Haben Sie einen Rucksack oder eine Isomatte dabei, falten Sie diese so klein wie möglich, legen Sie die Matte auf trockenen (!) Untergrund und hocken Sie sich darauf. Halten Sie zu Ihrem Kind Abstand.
Sonnenschutz
Es müssen nicht Blitz und Donner sein, um objektiv gefährdet zu sein. Die ganz normale Sonne reicht schon aus.
- Vor allem Kleinkinder unter zwei Jahren haben keinen eigenen Schutzmechanismus der Haut. Das bedeutet: Babyhaut muss mit Kleidung, Hut und Sonnenschirm vor der Sonne geschützt werden. Direkte Sonnenstrahlung sollte unbedingt vermieden werden.
- Ein langärmeliges Baumwollhemd ist besser als gar kein Sonnenschutz. Doch Baumwollkleidung schützt nur begrenzt vor Sonneneinstrahlung (nasse Kleidung bietet einen noch schlechteren Schutz). Achten Sie also darauf, dass auch angezogene Kinder mit einem Sonnenschutzmittel eingeschmiert werden.
- Kinder ab zwei Jahren müssen mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Übertreiben können Sie beim Einschmieren auf keinen Fall. Dermatologen weisen darauf hin, dass vor allem Sonnenbrände im Kindesalter für spätere Hautkrebserkrankungen verantwortlich gemacht werden. Und: Lichtschäden summieren sich von der Geburt bis ins hohe Alter.
- Tragen Sie das Sonnenschutzmittel immer rund 30 Minuten auf, bevor es in die Sonne geht. Sparen Sie nicht. Bei einer Ganzkörper-Schmieraktion können bis zu drei Esslöffel Sonnenschutzmittel drauf gehen.
- Die Dauer des Sonnenschutzes lässt sich auch nach mehrmaligem Auftragen nicht verlängern. Also: Nach Ablauf der Schutzzeit ab in den Schatten.
- Machen Sie Siesta! Vermeiden Sie die direkte Sonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Die Strahlungsintensität ist im Gebirge höher als im Flachlang. Berücksichtigen Sie Ihren Aufenthaltsort bei der Wahl des Lichtschutzfaktors.
Wie lange darf ich mit Lichtschutzfaktor 15 eingecremt in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen?
Hauttyp 1: sehr helle Haut, viele Sommersprossen, extrem empfindliche Haut, helle Augen, rotblondes oder hellblondes Haar, keine Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach 5-10 Minuten
Hauttyp 2: helle Haut, meist Sommersprossen, empfindliche Haut, helle Augen (blau, grün, grau), blondes Haar, langsame Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach 10-20 Minuten
Hauttyp 3: helle bis hellbraune Haut, helle oder dunkle Augen, dunkelblondes oder braunes Haar, einfache und langsame Bräunung, ohne Sonnenschutz nach 15-25 Minuten Sonnenbrand
Hauttyp 4: braune, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen, dunkelbraunes oder schwarzes Haar, schnelle und tiefe Bräunung, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 20-30 Minuten
Hauttyp 5: dunkle, wenig empfindliche Haut, dunkle Augen, schwarzes Haar, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 60 Minuten
Hauttyp 6: schwarze, wenig empfindliche Haut, schwarze Augen, schwarzes Haar, ohne Sonnenschutz Sonnenbrand nach ca. 90 Minuten
• Hauttyp 1: LSF 15 x 5 Minuten = 75 Minuten (1 1/4 Stunden) Schutz
• Hauttyp 2: LSF 15 x 10 Minuten = 150 Minuten (2 1/2 Stunden) Schutz
• Hauttyp 3: LSF 15 x 15 Minuten = 225 Minuten (3 3/4 Stunden) Schutz
• Hauttyp 4: LSF 15 x 20 Minuten = 300 Minuten (5 Stunden) Schutz
Die angegebenen Zeiten sind theoretische Werte. Hautärzte empfehlen, schon nach einem Drittel der errechneten maximalen Aufenthaltsdauer in den Schatten zu wechseln.
Outdoor.de behandelt in einer neuen Serie „Outdoor mit Kindern“, wie die ganze Familie beim Draußensein auf ihre Kosten kommt.
Lesen Sie im nächsten Teil der Serie „outdoorfamilie“, was Sie beim Kauf eines Familienzeltes beachten müssen. Modelle, Materialien, Kosten – die wichtigsten Fakten auf einen Blick.
Teil 1: Outdoor mit Kindern: Mit Kind und Kegel outdoor unterwegs
Teil 2: Das Kraxenalter: Tragesysteme für Wanderungen mit Kind und Kegel
Teil 3: Unterwegs mit Kindern im Alter von 3–14 Jahren
Teil 4: Outdoor-Literatur für spannende Erkundungstouren in der Natur
Teil 5: Vergiftungsunfälle bei Kindern
Teil 6: Outdoor-Erste Hilfe bei Kindern
Teil 7: Objektive Gefahren und der richtige Umgang damit







