4.000er für Alle!

4.000er Gipfeltouren im Wallis: Breithorn & Allalinhorn

(09.07.2010 / Dr. Tobias Bach) Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, ist 2.961Meter hoch. Am Gipfel gibt es, von einer Seilbahn erschlossen, allen nur erdenklichen Komfort. Da ist immer was los. Nicht auszudenken, der Berg wäre 40 Meter höher (die künstliche Erhöhung war ja schon mal projektiert…) – dann müsste man wahrscheinlich in Garmisch Marken ziehen, um irgendwann mal auf einer nummerierten Parzelle der Aussichtsterrasse stehen zu dürfen. Denn die jeweilige 1.000er Schwelle hat nun einmal etwas Magisches!
Breithornbesteigung bis zum Gipfel auf 4.164 Metern Höhe

3.000er sind anders


Dabei gibt es feine Unterschiede: Viele 3.000er sind eisfrei, d.h. auf normalen Wanderwegen und ohne große Kenntnisse oder sportliche Trainiertheit erreichbar. 4.000er dagegen sind, in den Alpen zumindest, nicht ohne Gletscher zu haben. Dafür braucht es Ausrüstung und Know-How, um nicht in die Spalte zu fliegen. Trotzdem gibt es sie: Leichte 4.000er, die man am langen Wochenende ohne großes Training erreichen kann! Die Ausrüstung und das Know-How (Bergführer…) kann man ja leihen.
Outdoor.de stellt euch zwei Walliser Klassiker vor:


Breithorn, 4.164m


Dank der Seilbahnunterstützung durch die Klein-Matterhornbahn ist das Breithorn als Tagestour machbar. Dies ist beileibe nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Höhenanpassung – wenn man 4.000er wirklich an einem Wochenende macht (in der Schweiz absolut üblich!), sollte man so tief wie möglich schlafen, um dann mit möglichst wenig Aufstiegs-Höhenmetern zum Gipfel zu gehen. Dort ist man zwar unzureichend an die Höhe angepasst, aber nur wenige Stunden exponiert. Dies kann zu Kopfschmerzen, aber keinerlei Schädigungen führen, vorausgesetzt, es bleibt bei wenigen Stunden.
Breithorn mit Gobba di Rollin, Foto: © Erwin ZügerEine Nacht auf 1.600m in Zermatt, morgens mit der ersten Bahn hinauf zum Klein-Matterhorn (3.817m) und los geht es. Aber Achtung: Es ergibt sich aus dem Text, dass ein Wochenend-4.000er nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist! Am Klein-Matterhorn richtet sich die Seilschaft für den Gletscher her, den man sofort betritt. Man folgt zunächst der Trasse des Schlepplifts (Sommerskigebiet). Nach wenigen 100 Metern biegt man links zum Breithornpass ab, wo der Aufstieg beginnt. Der Gipfel ist bei entsprechendem Wetter die ganze Zeit zu sehen, was natürlich motiviert. Bis dort sind es 350 Höhenmeter. Klingt lächerlich, ist es aber nicht – unakklimatisiert und fern der Heimat! Das Ganze sollte aber dennoch in etwa 2 Stunden gleichmäßigen, behäbigen Stapfens in der meist guten Spur zu schaffen sein. Oben belohnt ein Ausblick, der nicht mit Worten zu beschreiben ist – also lassen wir es! Bei der Tourenplanung sind die Fahrtzeiten der Seilbahn einzukalkulieren, sonst schläft man oben (Kopfschmerzen ohne Bier).
Das gilt auch für die zweite Tour.


Allalinhorn, 4.027m
Gruppen im Aufstieg zum Allalin. Einsamkeit ist an leichten 4000ern bei schönem Wetter nicht zu haben. Dafür aber eine gute Spur, was eine große Erleichterung ist. Foto tb
Die Übernachtung in Saas Fee (1.800m) und die Seilbahnfahrt zur Station Mittelallalin (3.457m) sind etwas, aber nur etwas günstiger als die Anreise zum Breithorn. Dafür sind aber auch ca. 560 Höhenmeter auf Steigeisen zurück zu legen. Der Aufstieg ist insgesamt steiler als am Breithorn.

Wer doch etwas Zeit für die Akklimatisation hat, dem sei eine Übernachtung auf der Brittaniahütte wärmstens empfohlen: Nur ca. 30 Minuten von der (Mittel-) Station Felskinn entfernt und doch außerhalb der Zivilisation steht diese gemütliche Hütte des Schweizer Alpenclubs. Der Blick auf Strahlhorn und Rimpfischhorn, die von hier auch als Tagestour machbar sind, macht Lust auf mehr, wenn einen am Allalin das 4.000er-Sammelfieber gepackt hat.


Panorama auf den 4.027 Meter hohen Gipfel des Allalinhorns

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