Kandersteg hätte diesen Status nicht erlangt, wenn es nicht über Angebote für jeden Geschmack verfügte. Leichtes Übungsgelände findet sich oben in Sunnibühl. Nach der Fahrt mit der Seilbahn (es geht auch zu Fuss, aber Kletterer sind ja oft allergisch gegen Fussmärsche) sieht man auf dem Weg zum Hotel Schwarenbach links geneigte, vereiste Platten. Dort kann man sich an die Materie und das Material gewöhnen.
Schöne Einsteigerfälle finden sich auch am Südufer des Öschinensees. Man kann sie vom Gasthaus am See sehen. Aufgrund Ihrer Höhenlage sind sie auch häufig gut gewachsen, wenn die Fälle unten im Tal noch nicht oder nicht mehr stehen. Freunde steiler, anhaltender Schwierigkeiten sind an der Öschinenwand gut aufgehoben. Hier reiht sich ein Mehrseillängenfall an den nächsten. Sozusagen ein Eisklettergarten, zudem mit kurzem Zustieg. Freunde alpinistischer Gesamterlebnisse werden sich im mittelschweren Allmenalpfall wohl fühlen. Hier ist das Abenteuer oben noch lang nicht zu Ende: Ein wilder
Klettersteig bietet sich für den Abstieg an.
Der Ort selbst ist auch nicht zu verachten. Es gibt ein paar nette Cafes und Gasthöfe, die Erreichbarkeit ist wegen des nahen Lötschbergtunnels hervorragend. Sportgeschäfte für Leute, die Ihre Eisschrauben beim Klettern verloren haben, gibt es natürlich auch. Da das Skigebiet von Kandersteg eher familiär ist, ist der Ort auch nicht laut und grell. Das empfinde ich übrigens als Vorteil. Infos zu Übernachtungen etc. gibt es unter www.kandersteg.ch. Im Panico-Eiskletterführer der Schweiz von Urs Odermatt ist das Gebiet ausführlich beschrieben.







