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Wo ist der beste Schnee?

Schneeinformationen schlau sortiert

(23.12.2009 / Dr. Tobias Bach) Der moderne Tiefschnee-Junkie ist ein Nomade. Er hat einen Bus mit Standheizung und fünf Paar Ski, von denen die schmalsten zu breit für einen konventionellen Dachgepäckträger sind. Zuhause ist da, wo der Großschneefall ist. Wollen wir nicht alle so leben? Nein. Aber wer flexibel ist (keine Familie, kein Ferien-Planungszwang, Mobilität, keine Panikattacke wenn das Hotel voll ist) sollte sich nicht unnötig festlegen. Der Schnee tut es auch nicht. Er kommt und schmilzt, wie er will. Klar gibt es Destinationen, wo fast immer guter Schnee ist. Die haben dann Namen wie St. Moritz oder Lech. Aber vielleicht geht es ja auch mal eine Kategorie drunter. Outdoor.de verrät, was bei der Recherche zu beachten ist. 

Schneehöhenkarten

Die meisten Schneehöheninfos im Internet sind nicht ohne massive Werbung, besonders von Liftbetreibern, zu haben. Recht übersichtlich und immer aktuell finde ich schneehoehen.de. Dort gibt es eine gute Suchmaske. Am besten organisiert ist – wie sollte es anders sein – die Schweiz. Hinter www.slf.ch verbirgt sich das schweizerische Institut für Lawinenforschung in Davos. Hier gibt es alles wissenswerte zum Thema Schnee aus einer Hand, die unverdächtig ist, irgendwelchen Interessen der Tourismusindustrie zu folgen. Kein Land, das so dicht mit Messstationen überzogen ist, keine Schneehöhenkarte so übersichtlich und informativ. Der Vergleich mit dem langjährigen Mittel ist ebenso einfach zu bewerkstelligen wie die Darstellung des Neuschneefalles der letzten z.B. 3 Tage.

Wo kommt er her, der Schnee?

Sehr häufig kommen „Schneeschwangere“ Wetterlagen aus Norden und Nordwesten, z.B. durch ein Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik. Das bedeutet, die sogenannten Staulagen im Norden und Nordwesten erhalten viel Schnee. Dieser schneit sich am Alpenrand ab. Besonders im Hochwinter (Januar, Februar) reichen die mittleren Höhenlagen (1400-2400m) aus, um mit viel Schnee abzufahren. Die hohen Berge der Zentralalpen kriegen grundsätzlich weniger Schnee ab, der allerdings auch weniger wegtaut und diese Gebiete dann im Spätwinter (März, April) interessanter macht. In manchen Wintern gibt es kaum eine nennenswerte Südstaulage mit Schnee vom Mittelmeer. In solchen Wintern macht Skifahren jenseits der Schneekanonen etwa in den Dolomiten oder im Tessin, wenig Sinn. Im letzten Winter dagegen war es drüben im Süden besonders schön.

Lawinenlagebericht

Der Lawinenlagebericht ist unter www.avalanches.org abrufbar. Dort kann man dann die einzelnen Länder anklicken. Wer den Lagebericht liest bekommt nicht nur überlebenswichtige Informationen über die Lawinenaktivität, sondern auch über die Schneequalität für den Skifahrer: Ist der Schnee mit viel Wind gefallen, dann ist er windgepresst? Hat er einen Harschdeckel, dann wird es ganz schwierig? Wo ist mit Firn zu rechnen, wo sind die Windschattenhänge, die Pulver versprechen usw. Wer verschiedene Lawinenlageberichte vergleicht, bekommt einen Überblick über die Großschneelage.

Webcams

Die Webcams sind zwar meistens auf die Piste gerichtet, geben aber dem geübten Schnee-Kriminalisten wertvolle Infos: Ist der Schnee schön weiß oder dreckig? Liegt viel Schnee auf den Dächern (gut), schauen im Gelände neben der Piste viele Felsen raus (schlecht). So ist das in Zeiten des Internet. So mancher Stratege in einer westdeutschen Großstadt weiß besser Bescheid als der Einheimische. Es gilt, die Möglichkeiten zu nutzen, damit man den Powderalarm nicht überhört...

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