Snowkiten: Schneeflug durch die Winterwelt
Kein Anstellen beim Skilift, keine Gelände-einschränkungen - nur Schnee und Wind. Stunden-langes Gleiten über verschneite Wiesen, Durchqueren endlos langer Tiefschneehänge - beim Snowkiten verschwinden die Grenzen zwischen Himmel und Erde. Mit einem Kite ist Wintersport nicht mehr nur talabwärts sondern auch bergauf möglich. Die Wintersport-Szene wird seit einigen Jahren durch vielseitiges Snowkiten aufgemischt und gilt derzeit ganz berechtigt als wohl dynamischste und aufregendste Outdoor-Wintersportart. Beim Snowkiten springt man höher und weiter als man es sich je erträumen ließ und landet trotzdem sanft zurück auf der Piste. Die Möglichkeiten sind dabei beinahe unbegrenzt: Rasant fegen die Snowkiter über unberührten Pulverschnee, brettern steilste Berghänge hinauf und machen auch akrobatische Sprünge, die 200 Meter Weite und 20 Meter Höhe erreichen können.
Snowkiten ist eine Wintersportart, die als eine Variante des Kitesailings bezeichnet werden kann, die auf verschneiten, freien Flächen betrieben werden kann. Für Snowkiten benötigt man Ski oder ein Snowboard und einen geeigneten Zugdrachen (Kite). Bei ausreichend Wind lässt man einen 6 bis 15 qm großen Kite steigen und sich an ungefähr 25 m langen Leinen nur durch die Windkraft über Schnee oder Eis ziehen.
Die Möglichkeiten beim Snowkiten sind unbegrenzt! Ob Skifahren oder Snowboarden über Flachland, Carven über verschneite Fläche oder Hänge hinauf kiten – alles ist möglich! Snowkite-Profis zeigen faszinierende akrobatische Sprünge und gleiten, ähnlich wie mit einem Gleitschirm, Hänge hinab. Speziellen Race-Kites machen atemberaubende Geschwindigkeiten möglich. Ins Gleiten kommt man schon bei einer kleinen Brise Wind. Auf Snowboard oder Ski hebt der Snowkiter mit seinem Lenkdrachen ab und fliegt rasant durch die Lüfte.
Die Kitesurfer, die im Sommer Küsten und Seen bevölkern, haben ein neues Terrain erobert. Kiten ist nun auch im Winter möglich. Beim Snowkiten bestehen außerdem einige Vorteile gegenüber dem Kitesurfen: Kiten auf Schnee ist einfacher als auf der Wasseroberfläche, weil durch die geringere Reibung des Schnees ein rasantes Tempo schon bei schwachem Wind möglich ist. Auch der unbequeme Wasserstart fällt ganz weg.
Für Snowkiter sind nicht nur die Abfahrtspisten, sondern auch Täler und Ebenen geeignet. Auf gerader Strecke können Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometer erreicht werden. Derzeit liegt der Geschwindigkeitsrekord bei 108 km/h.
Ausrüstung zum Snowkiten
Zum Snowkiten benötigt man nicht viel, nur Skier oder ein gewöhnliches Snowboard, einen Kite und ein Trapez (Bauchgurt). Für Anfänger sind eher Skier zu empfehlen, weil die Fortbewegung darauf leichter ist. Bei Snowboards kann grundsätzlich jedes Freestyle-Board genommen werden, allerdings sind Race Boards aufgrund ihrer extrem schmalen Boardline eher weniger geeignet. Bei Skiern funktioniert Snowkiten sowohl mit Freeride-Modellen als auch mit Race Carvern. Für den Einstieg eignen sich auch kurze Snowblades - allerdings stößt man damit bei höheren Geschwindigkeiten schnell an seine Grenzen.
Das weitere Snowkiting-Attribut ist der Kite – der Zugdrachen. Am besten geeignet dafür sind Softkites, die wie Gleitschirme aufgebaut sind. Sie besitzen Ober- und Untersegel, die miteinander durch Profilrippen verbunden sind. Sofkites füllen sich beim Starten, genauso wie beim Gleitschirm, selbstständig mit Luft. Auf solche Weise wird eine stabile Flügelfläche aufgebaut, die ein gutes aerodynamisches Profil besitzt. Gute Softkites sind mit einem Depowersystem ausgestattet. Außerdem können einige Softkites sowohl auf dem Wasser als auch über Schnee gefahren werden. Tubekites, die zum Kitesurfen im Sommer genutzt werden, können selbstverständlich im Winter weiterverwendet werden – allerdings besteht dabei die Gefahr, dass sie beim häufigen Aufprall auf Schnee und Eis schneller kaputt gehen können.
Um die Arme etwas zu entlasten und Haltekräfte zu verteilen, wird beim Snowkiten genauso wie beim Kitesurfen, ein Trapez benötigt. Für Anfänger sind die sogenannten Sitztrapeze zu empfehlen, weil sie bequemer als Hüfttrapeze sind. Mit einem normalen Ski- oder Snowboardhelm und Protektoren ist die Snowkiten-Ausrüstung komplett.
Wie und wo Snowkiten lernen?
Snowkiten ist relativ einfach und schnell zu lernen. Selbstverständlich sind diejenige Anfänger im Vorteil, die schon einige Vorkenntnisse aus anderen Sportarten mitbringen. Besonders wer auf Skiern oder Snowboard sicher steht, wird auch beim Snowkiten keine großen Schwierigkeiten bekommen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, erste Erfahrungen alleine zu sammeln.
In der Regel gibt es Snowkiting-Schulen in der Nähe jedes öffentlichen Spots. Da die Spots für diese Sportart einen enormen Platz brauchen, sind sie nicht so einfach zu finden. In Deutschland ist es zum Beispiel die Wasserkuppe Rhön mit einem riesigen Hochplateau auf 950 Meter Höhe. Im neu erbauten Flugcenter ist alles zu finden, was man zum Snowkiten braucht: Unterrichtsräume, Kite-Verleih, Shopbereich mit Testmöglichkeit, ein Kite-Reparaturservice, eine Chill-Out-Lounge und natürlich traumhafte Bedingungen zum Snowkiten ohne jegliche Bäume, Sträucher oder andere Hindernisse, die den Snowkitern im Weg stehen könnten.
Snowkite-Video siehe unten.







