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Sicherheit von Eisschrauben

Tipps zur Wahl des richtigen Materials und zur Anbringung der Schrauben im Eis

(25.01.2010 / Dr. Tobias Bach) Die richtige Schraube…hat mindestens eine CE-Norm, noch besser die UIAA-Norm. Diese Norm von der internationalen Bergführervereinigung ist stets etwas höher angesetzt als das übliche CE-Zeichen für die PSA (steht für „persönliche Schutzausrüstung“) Norm. Reicht aber auch. Sie sollte lang sein, mindestens 16 cm. Zwar ist die Festigkeit von den eingetriebenen Gewindegängen abhängig, daher reichen in kompaktem Eis auch 10 cm. Aber wehe, das Eis hat Lufteinschlüsse! Dann siehe unten. Röhreneis im Vorhang – unangenehm, um solide Fixpunkte zu setzenModerne Eisschrauben sind außerdem aus oberflächenbehandeltem Edelstahl, schön glatt zum Eindrehen. Es kann ganzschön stressig sein, die Schraube aus der Kletterstellung anzubringen. Da ist man für jeden Komfort dankbar. Der Quantensprung ist aber die Kurbel. Zwar gibt es von den verschiedenen Herstellern unterschiedliche Systeme, die Idee ist aber immer die gleiche: Die Hand muss nicht bei jeder Umdrehung neu ansetzen sondern kurbelt, wenn die Schraube einmal Halt gefunden hat. Auf die Kurbel sollten Sie auf keinen Fall verzichten! Das geht schnell und kraftsparend. Gute Schrauben sind rostfrei, als Pflege kommt nur das gelegentliche Nachfeilen der Zähne mit einer kleinen Metallfeile in Betracht. Besonders, wenn die Schraube mal auf den Fels gedreht wurde – aua!


Die richtige Stelle…ist da, wo die Schraube über das ganze Gewinde gleichmäßig in kompaktes Eis eindringt. Im Wasserfall haben wir es aber oft mit röhrigem (Eiszapfen!) Eis zu tun, das wie ein Schweizer Käse voller Luftlöcher ist. Man merkt es beim Eindrehen: erst beißt sie, und dann geht es ganz leicht. Wenn sie lang ist, kommt sie aber hinten wieder in die nächste Struktur, was natürlich die Festigkeit erhöht. Droht sie am Fels anzustehen, ist sie „abzubinden“ an der Stelle, wo sie aus dem Eis ragt, so dass keine unerwünschte Hebelwirkung entsteht. Wenn die Oberflächenstruktur, etwa durch Eiszapfen, nicht plan ist, muss das „faule“ Eis weg geschlagen werden, etwa wie im Gletschereis mit Firnauflage. Mit den neueren Steileisgeräten ohne Schaufel ist das bisweilen schwierig. Eine plane Fläche ist auch für die Kurbeleisschraube wichtig: es nervt, wenn die Kurbel mit halb eingedrehter Schraube irgendwo ansteht. Schließlich ist noch eine möglichst gerade Linie zu beachten: Ein Zickzack-Seilverlauf ist genau so hinderlich wie beim Felsklettern. Soviel zum Thema Eisschrauben. Mehr über die Sicherheit beim Eisklettern im nächsten Monat.

Das richtige Setzen…erfolgt leicht hängend wie in der Zeichnung unten. Grund ist der Umstand, dass ein spitzer Winkel zwischen Schraube und Eis die Sprengwirkung bei Belastung erhöht, wie die Auszugsversuche gezeigt haben. Die erhöhte axiale Belastung (Zugrichtung in der Schraubenachse) ist kein Problem, da sich ja das Gewinde ins Eis schneidet, anders als bei einem Felshaken, in den man, hängend eingeschlagen, lieber nicht fallen sollte…

Die gut gefeilte- Schraube muss zunächst per Hand ca. eine Drehung „beißen“ bevor man die Kurbel betätigen kann. Dabei muss man aufpassen, dass weder die Schraube noch man selbst herunterfällt. Bekannte Eisklettergebiete sind ein wahrer „Schraubenfriedhof“, im Frühjahr kommen die einheimischen Kletterer um die Schrauben einzusammeln, die im tiefen Schnee nicht wieder gefunden wurden. Was die eigene Sicherung angeht – es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich kurzzeitig am Eisgerät zu sichern, auf die ich hier aber nicht eingehen kann. Die Firma Petzl hat Eisschrauben, bei denen die Lasche gleichzeitig die Kurbel ist. Da kann man sich nach ein paar Umdrehungen schon einhängen und mit der Expressschlinge die Schraube ganz eindrehen. Für Hasenfüße wie mich eine gute Sache!

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