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Freeride: Dicke Latten sind in!

Klassisch oder Rocker das ist in der Saison 2009 / 2010 die Frage?

(20.11.2009 / cd) Freeriding, Offpiste, Back-Country, Abseits sind die Wörter, die in aller Skifahrer-Munde sind – Tiefschneefahren ist angesagt, voll angesagt! Die sicherlich revolutionärsten Neuerungen bei den Freeride-Modellen in dieser Saison sind im Bereich der Biegelinie der Ski zu finden. Neben der klassischen Biegelinie gibt es nun so genannte Rocker und Twin Tip Rocker. Das Rocker Prinzip kommt vom Surfen bzw. dem Surfsport. Über Snowboards ist das Prinzip in diesem Winter bei den Freerideski angekommen.Die Freeride-Modelle der Saison 2009 / 2010 versprechen Powder-Alarm pur, Bildquelle: Scott Sports SA


All Mountain Ski (neuerdings All Condition)– die Alternative zu den Fatboys

Obwohl hier die klassischen Freerideski das Thema sind, sei zu Beginn darauf hingewiesen, dass die wenigsten Skifahrer einen Ski benötigen, der unter der Bindung 120 oder 140 mm breit ist. Wer optimale Bedingungen für diese Fatboys finden will, muss professionell danach suchen, einen Helikopter in der Garage stehen haben oder Gustav Gans heißen. „All Mountain Ski sind die Alternative für diejenigen, die nur ein Paar Ski kaufen wollen. Sie reichen für die meisten Bedingungen und für die meisten Fahrer aus“, so Flory Kern, der sich als Bergführer und Unternehmer auf den Trend Freeskiing spezialisiert hat (www.flory-kern.de). All Mountain Ski schwimmen im Tiefschnee schön auf, sind aber auch auf der Piste noch relativ gut auf die Kante zu bekommen. Das bedeutet, dass auch Skifahrer, die den größten Teil ihrer Zeit Piste fahren, mit einem All-Mountain Ski mächtig Spaß im Powder haben können.

Ein kurzer Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre verdeutlicht dies: Noch vor fünf Jahren galt ein Ski als Freerideski, wenn er unter der Bindung 80 - 90 mm hatte. Heutzutage ist dies ein klassischer All Mountain Ski. Reinrassige Freerideski weisen heute mindestens 100 mm und bis zu 140 mm unter den Skischuhen auf. Die Surfer lassen grüßen. Denn diese Latten geben dem Glücklichen in großen Turns wahrlich das Gefühl zu surfen und nicht auf Skiern unterwegs zu sein.

Freerideski 2009 /2010: Neues im Bereich der Biegelinie und der Taillierung

Wie oben schon erwähnt findet die spannendste Entwicklung derzeit in der Biegelinie der Ski statt. Neben der klassischen Form, setzen die meisten Unternehmen in diesem Jahr insbesondere auf das Rocker Prinzip. Was verbirgt sich dahinter? Unter der Bindung weisen diese Ski eine herkömmliche Vorspannung auf, an der Skispitze jedoch (beim Twin Tip Rocker zusätzlich auch am Skiende) beginnt die Aufbiegung früher. Im Fachjargon heißt das dann, dass sie eine negative Vorspannung haben. Zum Teil sind die Rocker unter der Bindung tailliert, was die Pisteneigenschaften verbessern soll. Wenn man einen solchen Ski plan auf den Boden legt, berühren die vorderen 20 – 25 cm des Skis nicht den Boden. „Der Vorteil einer solchen Biegelinie ist insbesondere das extrem leichte Aufschwimmen im Powder, was das Tiefschneefahren deutlich leichter macht“, erklärt Flory Kern. Twin Tip Rocker kommen im Tiefschnee noch leichter ins Gleiten und lassen sich fakie (rückwärts) fahren und landen. Nachteil der Twin Tip Rocker ist, dass sie aufgrund der geringen Auflagefläche (vorne und hinten jeweils aufgebogen) auf hartem Untergrund schnell unruhig werden. Twin Tip Rocker wollen eher die Freestyler als die Freerider ansprechen. Sie sind eine Weiterentwicklung der Park & Pipe Ski.

Neben der klassischen Biegelinie, sind in der Saison 2009/10 nun so genannte Rocker und Twin Tip Rocker auf dem Markt, Bildquelle: Scott Sport SAAuch im Bereich der Taillierung gibt es Neues. So genannte Pintail-Ski sind an der Schaufel deutlich breiter als am Skiende. Inverted Ski sind unter der Bindung extrem breit und werden an beiden Enden schmaler. Hierbei handelt es sich jedoch eher um Spielarten, die aus Sicht von Flory Kern nicht für die größer werdende Anzahl von Tiefschneefahrern relevant werden. „Langfristig geht der Trend zu den Rockern“, so die Einschätzung von Kern. Das sieht Martin Wehren, Produktmanager bei Scott, ähnlich: „Das was in diesem Winter wirklich neu ist und aus unserer Sicht ein nachhaltiger Trend werden kann, ist das Rocker Prinzip. Die Vorteile liegen auf der Hand: extrem leichtes Aufschwimmen im Powder und einfaches Steuern, da die effektive Kontaktlänge deutlich verkürzt wird.“ Wichtig ist nach Ansicht von Wehren, dass der Übergang vom Rocker auf die herkömmliche Biegelinie sehr fließend ist, denn die Skis sollen auch bei harten Verhältnissen und auf der Piste funktionieren!

Obwohl es in diesem Artikel nicht darum geht, muss aus unserer Sicht angemerkt werden, dass sich einhergehend mit dem Trend abseits zu fahren natürlich auch die Probleme mehren: eine steigende Zahl an Lawinenopfern und die Zerstörung weiteren Naturraums durch den alpinen Sport. Fakt ist und bleibt eines: Wer abseits fährt braucht die richtige Ausrüstung (LVS, Sonde, Schaufel) und muss diese Geräte im Notfall richtig anwenden können!

Outdoor.de stellt eine Auswahl an Modellen, die im Artikel beschrieben sind, vor: Die neuen Freerideski der Saison 2009 / 2010

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