Von Chur im Rheintal geht’s mit Auto oder Bahn durchs Schanfigg Richtung Arosa. Unsere Tour beginnt und endet in Langwies. Zu Fuß, die Ski geschultert, gehen wir die Straße vom Dorfzentrum (gegenüber der Kirche gibt es einen schönen Bauernladen, wo man den Rucksack mit einheimischen Köstlichkeiten füllen kann) Richtung Arosa wenige hundert Meter bis zur Brücke über den Bach. Hier endet die Schlittelbahn vom Gasthof Heimeli. Das Heimeli im Talschluss des verträumten Sapüntales (1.831m) ist unser heutiges Zuhause, unser Heimeli eben. Von Langwies sind es etwa 2 Stunden Aufstieg (450 Höhenmeter), wenig anstrengend auf der gespurten Schlittelbahn. Doch Vorsicht bei Kurven: Da kann schon mal ein Schlitten überraschend auftauchen!
Im Sapün gibt es Häuser mit wunderbaren Holzschnitzereien, hier scheint wirklich die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir bleiben aber nicht zu lang stehen. Falls der Tag noch jung und die Beine noch frisch sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen Nachmittagsausflug mit kleinem Rucksack. Je nach Verhältnissen kann man durchs Haupter Tälli oder zum Strelapass, wo man das Skigebiet von Davos touchiert, oder zum Stelligipfel (2.622m). Das ist dann allerdings von Langwies aus schon nicht mehr als Plausch zu bezeichnen. Vermeiden sollte man die Zeniflue, denn die kommt am zweiten Tag: Über die sanften Hänge der Haupter Alp geht es zur Einsattelung zwischen Zeniflue und Weissfluh. Wer mag, kann noch zum Gipfel aufsteigen. Die Nordhänge von Joch und Gipfel sind potenziell lawinengefährlich – also bitte gut informiert sein oder sich führen lassen. Für den Skifahrer allerdings eine Wonne: Idealneigung (30°), viel Platz und häufig bester Pulver. Sie führen uns ins Fondei, eine ganz neue Landschaft. Weites, weißes Tal (keine Bäume, keine Felsen).
Im Fondei angelangt, lassen wir den Ski talabwärts laufen. Meist tut er dies von selber, manchmal müssen wir schieben. Wenn keine Spur da ist (selten) bewegen wir uns grob auf dem Sommerweg (Schildern und sichtbaren Markierungen folgen). Nach ca. 20 Minuten erscheint linker Hand das TranQuilo. Name und Charakter dieser Beiz sind eher untypisch für ein Bündner Hochtal. Lasst Euch überraschen!
Nun gibt es wieder mehrere Möglichkeiten, und genau das ist das Schöne an dieser Tour. Sie ist individuell anpassbar. Es ist sogar möglich, dass sich die Gruppe im Tranquilo trennt. Denn auch hier gibt es einen geräumten Schlittelweg nach Langwies. Nach Rücksprache mit dem Wirt (Lawinensituation!) kann dieser z.B. bei Gefahrenstufe 2 (mäßig) bedenkenlos allein abgefahren werden. Dabei sollte man jedoch per Handy in Kontakt bleiben, falls sich jemand verletzt. Wer noch nicht genug hat, kann zum Skihaus Casanna aufsteigen. Dies ist der klassische, „alteingesessene“ Stützpunkt im Fondei. Hier kann man ebenfalls gut essen und schlafen.
Unersättliche können, am gleichen Tag oder nach einer Übernachtung im Skihaus, das Mattjisch Horn (2.460m) mitnehmen. Der Gipfelhang vom Wit Fürggli ist meist verblasen. Wer nicht am „Gipfelsammeln“, sondern am Skifahren, interessiert ist, lässt ihn vielleicht aus. Von der Furgga hat es auch fast 1.000 Höhenmeter nach Langwies, ein krönender Abschluss! Wir fahren über die Hänge von Nufsch zum Skihaus Pirigen (noch mal einkehren – ja geht’s denn noch?) und dann durch den Wald (nicht nur fürs Wild ist es hilfreich, genau der eingezeichneten Skiroute zu folgen!) in den Tobel direkt oberhalb von Langwies. Dort ist hoffentlich noch etwas Zeit, um in der Arvenstube vom Hotel Bahnhof bei einem Kaffee Fertig fertig sein zu lassen und zu dürfen.
Infos:
Zugverbindungen unter www.sbb.ch
Wetter, Schnee und Lawinensituation unter www.slf.ch.
Schweizer Skitourenkarte Prättigau Blatt 248S.
Unterkünfte (unbedingt reservieren!): Heimeli, Tel. +41-(0)81-3742161, TranQuilo, Tel. +41-(0)81-3565800, Skihaus Casanna Tel. +41-(0)81-3742082.







