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Hawaiigefühle in Europa

Fuerteventura lässt Herzen der Wellenreiter höher schlagen

(23.03.2010) Wahrscheinlich träumt jeder, der mit dem Wellenreiten in Berührung kommt, davon, einmal auf Hawaii auf einer Welle zu reiten oder durch sie hin durch zu fahren. Ein bisschen Hawaii können wir aber auch in Europa erleben: Die Kanareninsel Fuerteventura wird umgangssprachlich auch als das Hawaii Europas bezeichnet. Zum einen wegen ihres ebenfalls vulkanischen Ursprunges, zum anderen wegen der stets guten Bedingungen zum Wellenreiten.

Let's go surfing! Fuerteventura - Hawaiigefühle in Europa

(Vulkan)Insel des ewigen Frühlings ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten

Fuerteventura erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 1.731 km². Dabei ist sie an der schmalsten Stelle kaum breiter als 6 Kilometer und an der breitesten etwas über 36 Kilometer. Die Gesamtlänge der Insel beträgt 135 Kilometer. Fuerteventura ist die zweitgrößte der kanarischen Inseln. Sie hält einen Rekord: Sie ist die „älteste und flachste“ der kanarischen Inseln Der höchste Berg, der „Pico de Jandia“ misst nicht mehr als 800 Meter. Im Gegensatz dazu finden wir auf der Nachbarinsel Teneriffa mit 3.718 Metern den höchsten Berg von Spanien, den „Pico del Teide“.

So unterschiedlich die Höhenausprägungen der verschiedenen Kanareninseln sind, so unterschiedlich ist auch ihre Vegetation. Man vermutet, dass die einst auf Fuerteventura gewachsenen Palmen dem Schiffsbau zum Opfer gefallen sind. Das Wahrzeichen Fuerteventuras- die Ziege- trägt ihr übriges zur Erosion des Bodens bei, indem sie die wenigen bodennahen Gewächse vertilgt. So besteht Fuerteventura heute aus vielen wüstenähnlichen Zonen, wenig Vegetation und viel Gestein vulkanischen Ursprunges. Die vorherrschenden Farben der Insel sind schwarz, beige und blau. Im Gegensatz zu dieser Farbpalette findet sich z.B. auf Lanzarote ein ganz anderes Farbspektrum, bei dem vor allem die rötlich braune Erde auffällt.

Panorama über die 'grüne Insel' FuerteventuraDie geringe Höhe von Fuerteventura hat einen geringen Anteil von Niederschlägen zur Folge, die meist in den „kalten“ Jahreszeiten von Dezember bis Februar fallen. In den Sommermonaten gibt es auf der Insel immer wieder starke Passatwinde, die dafür sorgen, dass die Temperaturen auch an den sehr heißen Tagen angenehm mild sind. Der seltene „Calima“- Sandwind aus der Sahara hingegen- kann  auch in den sonst „kälteren“ Monaten für Temperaturen um die 40 Grad und eine schlechte Sicht sorgen. Meist dauert dieses Spektakel allerdings nicht länger als eine Woche. Das ganzjährig milde Klima hat der Insel aber noch einen Namen gegeben „ Die Insel des ewigen Frühlings“. Tatsächlich wird es hier auch im Winter tagsüber niemals kälter als 17 Grad.

Land und Leute

Es wird gesagt, dass man auf Fuerteventura immer zweimal weint. Zum einen, wenn man die Insel betritt, weil sie einem schroff und unwirtlich erscheint. Das nächste Mal allerdings, wenn man die Insel wieder verlassen muss, weil man so viele schöne Seiten entdeckt hat. Seine wahre Schönheit entpuppt Fuerteventura erst auf den zweiten Blick. Denn neben ihres ruppigen Aussehens hält sie viele Abenteuer und Geheimnisse bereit, die der Besucher bei einer Reise durch das Hinterland und die Erforschung der noch immer oft unberührten Naturstrände erleben kann.An den Küsten der Vulkaninsel Fuerteventura bietet sich öfters das  Bild von schroffen Felsküsten

Die Majoreros, wie man die Einheimischen von Fuerteventura nennt, lebten früher einmal mehrheitlich von Ackerbau und Viehzucht. Der Fischfang war eher nebensächlich. Dies ist der Grund, warum sich die ältesten Städte im Landesinneren befinden. In Betancuria, der ersten Inselhauptstadt, finden sich Kunstgewerbehandel und kanarische Restaurants. Auch Pajara erlaubt einen Blick auf das Fuerteventura vor 100 Jahren. Fährt man weiter in das kleine Küstendörfchen Ajuy, finden sich vor allem wilde, schroffe Steilküsten- und eine sagenhafte Höhlenlandschaft, die einst Piraten für einen schnellen Unterschlupf gedient hat.

Die wenigen Häfen der Insel wickelten den Handel mit der Außenwelt ab. Die bedeutendsten unter ihnen finden sich in Gran Tarajal, Morro Jable, Corralejo und Puerto del Rosario. Von diesen Häfen steuern auch heute noch Fähr- und Containerschiffe die anderen kanarischen Inseln und das Festland an.

Die ehemaligen Einkommensquellen der Einwohner- Ackerbau und Viehzucht- sind heute abgelöst vom immer stärker wachsenden Tourismus. Trotz der stetig steigenden Anzahl an Hotelbetten, hat sich Fuerteventura an vielen Stellen noch immer eine unberührte und wilde Schönheit bewahren können – insbesondere natürlich im Vergleich mit Gran Canaria. Mit seinen vielen Sonnenschirmen und Liegen, Bettenburgen und gastronomischen Betrieben, ähnelt der Playa de Ingles eher dem Alptraum eines Urlaubsortes. Die „touristischen Zentren“ auf Fuerteventura sind nicht so überlaufen.

Corralejo im Norden ist touristisch eher englisch geprägt. Jandia im Süden ist berühmt für seine endlos langen, weißen Sandstrände, die das ganze Jahr zum Baden, Wandern und Sonnen einladen. Wenn man als Reisender in den Süden von Fuerteventura kommt, findet man sich zunächst an der Costa Calma, der ruhigen Küste. Die Sandstrände der Costa Calma eigenen sich hervorragend für Wanderungen am Meer

Die Attraktion: kilometerlange weiße bis goldgelbe Sandstrände. Wer möchte, kann das gesamte Stück von Costa Calma bis nach Morro Jable in einem ca. sechstündigen Marsch erwandern. Ein Blick auf den Gezeitenplan ist jedoch unumgänglich, da die ca. 35 Kilometer lange Strecke immer wieder von kleinen Felsnasen gesäumt wird, die man nur bei Ebbe passieren kann. Auf der Strecke finden sich immer wieder kleine Cherenguitos – spanische Strandbars, die neben kalten Getränken auch typische kanarische Spezialitäten anbieten. Am Ende der Wanderung liegt das malerische Fischerdorf Morro Jable, welches sich mit seinen heute 3.000 Einwohnern schon eine kleine „Stadt“ nennen darf.

Während der Siesta - zwischen 13 und 16 Uhr- scheint die Zeit hier stillzustehen. In den frühen Abendstunden jedoch erwacht der Ort zum Leben. In den vielen Bars trinken die „Majoreros“ ein Bier und treffen sich zu einem ausgiebigen Plausch unter den Schatten spendenden Bäumen des ehemaligen kleinen Dorfplatzes der „Plaza Cirilo Lopez“. Die engen Gassen und das spanische Flair, machen Morro Jable zu einem ganz besonderen Ferienort. Im Gegensatz zu den modernen Hotels an den Playas de Jandia und in Costa Calma findet man hier neben preiswerten Hostals einige wunderschöne private Feriendomizile und Apartmentanlagen.

Ein besonderer Ausflug mit Ausgangspunkt in Morro Jable ist eine Fahrt an das südliche Ende von Fuerteventura, zu dem langen Naturstrand Cofete. Dort findet sich auch die heute nur noch von einem alten Ehepaar bewohnte Villa Winter. Kein Gebäude auf den kanarischen Inseln hat bis heute soviel Aufmerksamkeit erregt und um kein Gebäude ranken sich so viele Mythen, Geschichten und Fabeln. Einst soll sie Fluchtpunkt der Nazis auf ihrem Weg nach Südamerika gewesen sein. Für einen kleinen Obolus gewähren die heutigen Pächter Einlass in das verlassene Haus.

Produkte der Kanaren

Die traditionellen Produkte der Kanaren sind einfach und gut. Neben Ziegenfleisch, findet man in der kanarischen Küche vor allem Fisch in allen Varianten, sowie Napfschnecken und Miesmuscheln. Das Pflücken dieser Tiere wurde in den letzten Jahren stark eingeschränkt und ist bisweilen mit hohen Geldstrafen belegt. Typisch ist der Ziegenkäse, der mild und sehr würzig ist. Die berühmten „Papas Arrugadas“ – kleine Kartoffeln mit einer Kruste aus Meersalz- sollte man unbedingt mit einer der vielen Mojo Saucen probieren. Traditionell ist auch das kanarische „Gofio“, ein Mehl aus gerösteten Mais- Weizen und Hirsekörnern. Es hat einen ganz eigenen Geschmack, ist vielseitig verwendbar, vor allem aber sehr nahrhaft und wird beispielsweise zum Andicken der berühmten „Gofio escaldado“ einer dünnen Fischsuppe mit Kräutern und Kartoffeln genutzt. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Heilpflanze Aloe Vera und die aus ihr gewonnen Erzeugnisse, sowie die wunderschöne, farbenprächtige Bougainvillea (Drillingsblume).

Surfspots der Insel - auf der Suche nach der perfekten WelleWellenreit-Feeling wie auf Hawaii

Fuerteventura bietet zahlreiche Surfspots für alle Bedingungen und jeden Wellenreiter – vom Anfänger bis zum Profi. Auf einer Insel wie Fuerteventura scheint die Auswahl an Spots schier unendlich. Jedoch funktionieren die Spots nicht immer gleich gut. Das liegt daran, dass die Surfspots nicht immer auf der dem Swell zugewandten Seite liegen. Als "Swell" bezeichnet man die Dünung, also die ankommenden Wellen, die durch einen weiter entfernten Sturm entstanden sind. Manche funktionieren nur dann, wenn der Swell groß genug ist und die Swellrichtung stimmt.

 

Neben den vielen Beachbreaks, mit ihren oft anfängerfreundlichen Bedingungen, finden sich Riffe, die saubere, hohle Wellen produzieren. Durch die Swell- und Wetterkarten im Internet kann man sich täglich über die besten Bedingungen und Surfspots auf Fuerteventura informieren. Für alle Erstbesucher empfiehlt sich ein kleiner „Rundgang“ über die Insel.

Die Nordküste Fuerteventuras

Im Norden befindet sich die für Fuerteventura wohl bekannteste Surfregion - die „Northshore“. Bekannt ist dieser Spot vor allem bei fortgeschrittenen Surfern. Alle Spots sind Reefbreaks und eignen sich für Anfänger nur bedingt. Die Northshore beginnt ganz im Norden der Insel, in dem Ort Corralejo. Bereits im Hafen findet man die erste Welle. Von dort aus gelangt man - allerdings nur mit einem schotterpistenfreundlichen Fahrzeug - an die übrigen Spots dieser Küste und die eigentliche Northshore, die sich über eine Länge von ca. 20 Kilometern in westlicher Richtung erstreckt. Am besten funktionieren diese Spots bei Ost- oder Südwind. Beides sind allerdings Windrichtungen, die überwiegend im Herbst/ Winter auf Fuerteventura vorherrschen. In der restlichen Zeit des Jahres kommt der Wind eher aus Nord oder Nord/Ost und beschert der Northshore auflandige Winde und eine geringere Wellenqualität.

Die Westküste Fuerteventuras

Wenn man aus dem Norden kommend an der Westküste entlang wieder Richtung Süden fährt, findet man immer wieder einsame Strände und rauhe, schroffe Steilküsten. Häufig erhält die Westküste von Fuerteventura ein wenig zu viel Swell, dennoch: auch hier gibt es einige Surfspots die der Insel alle Ehre machen. Der Strand des alten Königs ( Playa del viejo rey) in La Pared zählt zu den bekanntesten Stränden der Westküste. Im Winter können sich die Wellenberge hier bis zu 4 Metern und mehr auftürmen. In der übrigen Zeit des Jahres kann es hier schöne Bedingungen zum Wellenreiten geben.Surfen bei Sonnenuntergang

Die Umgebung von La Pared lässt sich hervorragend mit einem Geländefahrzeug erkunden und auch hier gilt: Wer suchet, der findet. Manch ein Geheimtipp verbirgt sich an der auf den ersten Blick so schroffen Küste, die übrigens in ihrem gesamten Verlauf nicht zum Baden geeignet ist. Nahezu alle Spots auf der Westseite sind Beachbreaks und variieren daher in ihrer Surfbarkeit. Die Sandbänke verschieben sich stetig und formen immer wieder neue Bedingungen für einen gelungenen Wellenritt. Ein Sonnenuntergangssurf an der Westküste sollte man fest in seinen Wassersporturlaub einplanen.

Die Südküste Fuerteventuras

Wer meint, die Northshore biete die besten Voraussetzungen zum Surfen, sollte auch mal den Süden der Insel erkunden. Die Winde, die im Sommer die Northshore nahezu unsurfbar machen, sind für die „Südenthusiasten“ ein wahrer Segen. Dieser Küstenabschnitt beginnt am „Faro“ Jandia, dem großen Leuchtturm an der langen Strandpromenade. Die Welle, die hier an manchen Tagen läuft, kann es mit den besten Wellen Fuerteventuras aufnehmen. Für alle Fans von rechten Wellen, ist der Süden von Fuerteventura ein wahres Surfparadies. Wem die Welle am Leuchtturm noch nicht genug bietet, sollte seine Fahrt in Richtung Süden fortsetzen. Eine gewundene Schotterpiste führt zu einigen traumhaften Reefbreaks, die nur darauf warten erobert zu werden.

Die Ostküste Fuerteventuras

Mit etwas Insider-Wissen und Geduld findet jeder auf Fuerteventura die perfekte Welle. Outdoor.de und die Otro Modo Surfschool wünschen viel Spaß!Trotz der oft stiefmütterlichen Behandlung bietet auch die Ostküste ein paar schöne Highlights, die man nicht missen sollte, wenn die Bedingungen stimmen. Streng genommen kann man auch die Welle am Faro de Jandia zu diesen Spots zählen, denn obgleich im Süden, zeigt der Küstenabschnitt doch gen Osten und ist damit abgängig von einem kräftigen Westswell oder starken Nord- Ost Winden. Auf der Strecke zwischen Jandia und Costa Calma kommen einige Küstenkilometer zusammen, die bei den richtigen Bedingungen, vor allem aber bei sehr starken Swells (anders funktionieren die zumeist zu kleinen Breaks nicht) schöne Pointbreaks zaubern.

 

Logo der Otro Modo Surfschool auf Fuerteventura


Mit freundlicher Unterstützung von:

OTRO MODO Surfcamp & Surfschool Fuerteventura – Wellenreiten auf Fuerteventura
Weitere Informationen gibt’s unter: www.otro-modo-surfschool.de

Text: Tine Westphal

Tine Westphal

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