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Wanderurlaub in Bayern

Ein Paradies für Wanderer jeden Alters

Bayern ist groß. Doch wenn man vom Wandern in Bayern spricht, meint man in der Regel das südliche Bayern, Oberbayern und das Allgäu. Hier liegen mit Berchtesgaden, Bad Tölz, Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen, Füssen und Oberstdorf die bekanntesten Urlaubsorte des Freistaats. Egal, wo man in Bayern wandert, es kommen sowohl gemütliche Freizeitwanderer, sportliche Bergwanderer, Kletterer und Gipfelstürmer, aber auch kleine Wanderer auf Schusters Rappen auf ihre Kosten.

Ob man gemütlich über sanft gewellte grüne Wiesen wandert, auf denen die typisch braunen Allgäukühe stehen, oder ob man im schroffen Fels Berge erklimmt – in Bayern ist Wandern einfach herrlich. Die schöne Landschaft mit der Bergkulisse, vielen Seen, der weißblaue Himmel, das sanfte Glockengeläut der braunen Kühe auf den Käsealmen und nicht zu vergessen die Biergärten sind ein Paradies für den Naturliebhaber jeden Alters. Längst ist Trekking, Bergwandern und Klettern auch unter jungen Naturfreunden wieder in.

Bayern ist das Bundesland, das als Inbegriff für Wandern, Natur und Erholung steht. Zu Recht. Hier gibt es allein 40.000 km ausgeschilderte Wanderwege. Ginge man sie alle, hätte man einmal die Erde umrundet. Die Anlage, Ausschilderung und Pflege von Wanderwegen ist in Bayern seit Jahrzehnten vorbildlich. Dafür gibt es zwei Gründe. Die Bürger des Freistaats lieben die Berge und die Natur. Der Tourismus ist für das Bundesland aber auch wichtige Einnahmequelle.

Fernwanderwege wie der E4 oder E5, die die Alpen fast vollständig queren, laden zu mehrtägigen Hüttentouren ein. Bekannte Weitwanderwege wie der Maximiliansweg, der Altmühltal Panoramaweg, der Jakobsweg oder der Goldsteig, die Via Alpina oder die Via Augusta führen nicht nur durch typisch bayerische Landschaften mit vielen Seen, sondern auch vorbei an kulturellen Sehenswürdigkeiten, Schlössern, Burgen und alten Handelsstraßen. Alle Wege sind hervorragend ausgeschildert, so dass der Wanderer sich jederzeit gut zurechtfindet. Vor Ort gibt es darüber hinaus in den Tourismuszentren weitere Informationen zu Unterkünften und Verpflegungsmöglichkeiten sowie zusätzliche Wandertipps.

Der König-Ludwig Weg

Einer der bekanntesten Wege ist der König-Ludwig-Weg, der auf den Spuren des berühmten Königs von Neuschwanstein durch die bayerischen Alpen führt. Im Unterschied zu ihm, der sich zu Pferd fortbewegte, häufig aber auch in einer Sänfte tragen ließ, muss der Wanderer von heute die Strecke allerdings per pedes bewältigen. Von Starnberg über Kloster Andechs, den Ammersee, Kloster Wessobrunn und die Wieskirche, die als eine der schönsten Rokokokirchen zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, führt der 127 km lange Fernwanderweg durch herrliche Landschaften bis nach Hohenschwangau. Hier kann man das Schloss von Ludwigs Eltern besichtigen, das direkt gegenüber von Schloss Neuschwanstein liegt.
Der romantisch veranlagte König kannte die schönsten Ecken der Berge und die malerischsten Flecken Bayerns. Folgen Sie ihm auf seinem Weg, der als einer der zehn schönsten Wanderwege Europas gilt.

Der Maximiliansweg

Einer der längsten Wanderwege durch die Alpen aber ist der Maximiliansweg. Auf mehr als 350 km führt er vom Bodensee im Westen bis zum äußersten Punkt der bayerischen Alpen im Osten, nach Berchtesgaden. König Maximilian II. war es, der diesen Weg als Erster ging. Schriftsteller begleiteten ihn. Ihnen verdanken wir die genaue Beschreibung der Route. Und so können wir heute seinen Spuren auf dem Maximiliansweg folgen. In nur 14 Tagen kann man die ganze Strecke bewältigen, vorbei an so bekannten Orten wie Füssen, Eschenlohe, Lenggries und Bad Wiessee, Ruhpolding und Bad Reichenhall bis nach Berchtesgaden.

Zwei Varianten gibt es: die erste Variante führt zu großen Teilen entlang des Europäischen Fernwanderwegs E4 und ist anspruchsvoller. Sie überquert Gipfel und ist teilweise ausgesetzt, so dass sie sich weniger für Familien eignet. Die gemäßigtere Variante des Maximilianswegs ist die Jochroute, die an den berühmten Schlössern Hohenschwangau, Neuschwanstein und Linderhof vorbeiführt.

Tageswanderungen für Familien in der Region Tegernsee – Schliersee

Ein Tipp für Wanderer, die Genuss und Erholung der Anstrengung vorziehen, ist die Region Tegernsee – Schliersee. Entlang an Flüssen und Bächen wandert man auf dem Wanderweg Schwarzentenn - Söllbach gemütlich über duftende Kräuterwiesen und sanfte Almen, die zur Brotzeit einladen. Endpunkt der Tour ist Bad Wiessee.
Man kann aber auch Gipfel wie den Wallberg oder den Risserkogel erklimmen. Dabei hilft die Wallbergbahn, die den Genusswanderer gemütlich zum Berggipfel bringt. Dort kann er ohne große Höhenunterschiede bis zum Grubereck und zum Risserkogel wandern. Dieser Weg eignet sich besonders für Familien mit Kindern.

Ein ähnlich schöner Weg führt zum Kreuzberg und zur Gindlalm. Von Hennerer aus geht man über den Prinzenweg in etwa einer Stunde bis zur Kreuzbergalm und in einer weiteren Stunde zur Gindlalm. Beide Almen sind im Sommer bewirtschaftet und laden zur Rast ein.

Wandern im Fünf-Seen-Land: Starnberger See und Ammersee

Rund um den Ammersee oder den Starnberger See lässt es sich wundervoll wandern. Ob direkt am See entlang oder auf halber Höhe mit Blick auf den See – hier gibt es Wanderwege für jeden Geschmack und jedes Wetter. Das Schöne: Ist man müde oder hat keine Lust mehr, weiter zu laufen, fährt man einfach ab der nächsten Bootsanlegestelle mit dem Schiff zum Ausgangspunkt zurück.

Am Ammersee Ostufer beispielsweise kann man auf über 20 km entlang des Sees wandern und zwischendurch im Kloster Andechs Station machen. Ein kleiner Geheimtipp ist der westlich des Ammersees liegende Wörthsee. Ihn kann man in einer herrlichen, wenig anstrengenden Halbtages-Wanderung umrunden. Der Weg führt abwechselnd durch Wald und Wiesen oberhalb des Sees und direkt am Ufer entlang.
50 km lang ist der Weg um den Starnberger See, vorbei an herrschaftlichen Villen und einladenden Biergärten. Wem die Strecke zu lang ist, der nimmt das Boot oder ab Tutzing, Feldafing oder Possenhofen die S-Bahn zurück nach Starnberg.

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