Sie durchziehen von der Niederlausitz, dem Fläming und dem Spreewald im Süden, über das Havelland und den Oderbruch bis zur Priegnitz und Uckermark im Norden ein Bundesland, in dem zahlreiche wald- und wasserreiche Großschutzgebiete mit Dörfern und kleinen Städten mit historischen Stadtkernen, mit Burgen und Schlössern die Wanderfreunde einladen. Aufgrund der geringen Höhenunterschiede sind die Strecken meist eben und besitzen außerdem eine oft sandige oder mit verrottendem Laub bedeckte elastische Trittfläche.
Mit dem 17 Tagestouren umfassenden 66-Seen Wanderweg und dem insgesamt 80 Kilometer langen Mühlenwanderweg in der Umgebung von Müllrose gehören zwei attraktive Fernwanderwege dazu. Im Gebiet des Fläming, mit Kemnitz als Zentrum, wurden 7 Nordic Walking Routen zwischen 6 und 18 Kilometer Länge speziell für Anhänger dieser gesundheitsfördernden Freizeitaktivität geschaffen.
Fastenwandern in der Märkischen Schweiz oder Wandern auf dem Barfußpfad Dannenwald im Norden Brandenburgs lockt dagegen wohl nur die wenigen Liebhaber dieser Formen des Wanderns an.
Kunst erleben in der Natur des Hohen Fläming
Ein knapp 20 Kilometer langer Kunstwanderweg führt über Wiesen und durch Wälder von Belzig über den Hagelberg, das Gut Schmerwitz bis zum Bahnhof in Wiesenburg. Auf dieser mit einem gelben Logo markierten Route haben zehn Künstler aus Deutschland ihre kreativen Kunstobjekte in die sie umgebende Landschaft eingebracht. "Pflanzenlabyrinth", "Die Jagd" und "Ein Wasserfall für den Fläming" sind einige von ihnen, die gefertigt aus unterschiedlichem Material die Natur auf ihre Art bereichern. Mit der in der Tourist-Information in Belzig erhältlichen Info-Broschüre oder einem Audioguide ausgestattet, kann der Wanderfreund neben Erläuterungen zu den Kunstobjekten weitere Informationen zu landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten im Verlauf seiner Wanderung erfahren.
Der Schwierigkeitsgrad der Tour wird als "mittel" eingestuft, wobei auf der meist flachen Strecke etwa 100 Meter Steigung zu überwinden sind.
Die Wanderung bietet darüber hinaus die Gelegenheit, in Schmerwitz die Keramikwerkstatt der Königsblau-Töpferei zu besichtigen. Im angeschlossenen Töpfer-Café besteht die Möglichkeit, sich bei einer Töpferpfanne oder einem Pfannkuchen "Deluxe" für den weiteren Weg zu stärken.
Der Rückweg ist per Bahn möglich.
Naturwandern mit dem Packesel
Die Mär vom störrischen Esel wird mit diesem Angebot gründlich widerlegt. In dem am Rande des Nationalparks "Unteres Odertal" liegendem Ort Lunow-Stolzenhagen, werden ganzjährig für Teilnehmerzahlen zwischen 1 und 10 geführte Packeseltouren für wandernde Einzelpersonen, Familien oder Gruppen angeboten. Die durchaus intelligenten Tiere können besonders die teilnehmenden Kinder zu wahren Höchstleistungen - was das Wandern betrifft - veranlassen, zumal bei drohender Erschöpfung die Tour auf dem Rücken eines der braunen, grauen oder schwarzen Wegbegleiter fortgesetzt werden darf. Die zu buchenden Wanderungen durch die hügelige, wald- und seenreiche Landschaft können dabei eine Stunde bis zu zwei Tage in Anspruch nehmen. Übernachtet wird in letzterem Fall in stilgerechten Unterkünften wie im Zelt oder auf dem Heuboden.
Die Streckenführung verläuft größtenteils auf naturbelassenen Wegen, von denen aus mit ein wenig Glück Beobachtungen von Kranich und Seeadler erfolgen können.
Die Tourenbegleitung liegt in den Händen erfahrener Führer, die den Umgang mit den gut ausgebildeten Eseln genauso beherrschen wie den mit den teilnehmenden Wanderern.
Das Venedig Brandenburgs - der Spreewald
Nicht nur Saure-, Gewürz- oder Senfgurken hat der Spreewald mit seinem Labyrinth von Wasserarmen zu bieten. Er zählt mit seiner einzigartigen Landschaft zu den schönsten Wander- und Ausflugsgebieten des Landes Brandenburg. Gut beschilderte, naturbelassene Wege führen über feuchte, teils sumpfige Wiesen, durch Wälder mit Eschen und Schwarzerlen und über kleine Brücken in kleine Dörfer und zu idyllisch gelegenen Ausflugsgaststätten.
Neben zahlreichen Orts- und Gebietswanderwegen ist der "Gurken-Wanderweg im Spreewald" der sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad zu bewandern ist, mit seinen reichlich 70 Kilometer Länge ein Weg, auf dessen Verlauf eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten auf den Wanderer warten.
Beginn und Ende der Wegführung liegen in Lübbenau, wobei durchaus einzelne Etappen wie die von Lübbenau nach Burg oder die von Staupitz nach Lübben separat absolviert werden können.
Hier warten zum Beispiel auf dem mit einer Spreewaldgurke beschilderten Weg das Bauern- und Gurkenmuseum in Lehde, die Slawenburg in Raddusch oder der Bismarckturm und der Gewürzpflanzengarten in Burg auf wandernde Besucher. In Staupitz erfreuen eine Schinkelkirche und eine Windmühle den Wanderer und in Lübben kann abschließend das Museum im Schloss besucht werden.
An Gaststätten mangelt es auf allen Etappen nicht, wobei das Probieren einer echten Spreewaldgurke nicht versäumt werden sollte.







