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Wandern in Mecklenburg-Vorpommern für Jedermann

Ostsee-Küste und unberührte Natur

(07.10.2009) Steilküsten und Strände, Hügel- und herrliche Parklandschaften laden in Mecklenburg-Vorpommern zum Wandern ein. Über zwei Millionen Urlauber entdecken jährlich die vielfältigen Wanderrouten und genießen die kulturellen Sehenswürdigkeiten und die unberührte Natur des nordöstlichsten Bundeslandes. Auf den Inseln Rügen oder Usedom, der Vorpommerschen Boddenlandlandschaft, mit dem Fischland Darß-Zingst oder der Mecklenburgische Seenplatte mit dem Nationalpark Müritz.

Je eine ausgewählte Wanderroute dieser Regionen wird im Anschluss ausführlich vorgestellt. Mehr als zweitaussend Wanderkilometer stehen in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Darunter befinden sich auch Teilabschnitte der Fernwanderwege 9 und 10, von 15 -20 Tagen, oder Pilgerwege wie der St. Jakobus-Weg. Da die gesamte Region kaum Höhenunterschiede aufweist, sind sämtliche Routen auch für Einsteiger oder Familien zum Wandern geeignet. Allerorts werden Wandertouren angeboten. Doch aufgrund eines gut ausgebauten Wegenetzes mit ausreichender Beschilderung kann jeder auch auf eigene Faust Mecklenburg-Vorpommern erwandern.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Wandern in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr durch die beiden Münsteraner Tatort-Kommissare. In einem Dokumentarfilm sind die zwei Wanderer die beiden Schauspieler Jan-Josef Liefers und Axel Prahl.

Insel Rügen: Von Sassnitz zum Königsstuhl

Die weißen Kreidefelsen von Rügen und als Höhepunkt der Königsstuhl gehören zu den zehn beliebtesten Wanderzielen deutschlandweit. Ausgangspunkt für die zweieinhalbstündige Wanderung ist der Bahnhof Sassnitz. Hinunter zum Hafen folgt der Wanderer dem blauen Balken auf weißem Grund. Die ausgewählte Route ist ein Teilstück des Fernwanderweges von Zittau nach Kap Arkona. Die Wegweiser führen den Wanderer stadtauswärts zum, am Waldrand gelegenen, Hochufer. In einem gemächlichen Auf und Ab lässt sich das faszinierende Steilufer bewundern. Nach kurzem Marsch erreicht man die Kreidekegel „Wissower Kliniken“. Bekannt geworden durch das Gemälde von Caspar David Friedrich. Im Laufe der Wanderung werden vier schmale Bäche überquert. Kurz vor dem Ziel liegt die „Victoria-Sicht“. Von hier aus geht der Blick fast senkrecht über die Kreidesteilwand zum Strand. Noch ein halber Kilometer weiter, dann ist der „Königsstuhl“ erreicht. 117 Meter ragt er aus dem Meer empor. Der Blick auf die Ostsee sucht seinesgleichen und lädt zum Verweilen ein. Wer noch genügend Energie besitzt, kann die 235 Holzstufen vom Königsstuhl hinuntersteigen.

Insel Usedom: Von Kölpinsee zum Seebad Ahlbeck

Die viereinhalbstündige Wanderung enthüllt dem Wanderer einen anderen wunderschönen Teil der Ostseeküste. Ausgangspunkt der 18 Kilometer langen Tour ist der Kölpinsee. Die Wegmarkierung „Blauer Balken auf weißem Grund“ führt den Wanderer durch zwei Campingplätze zum Steilufer. Eine Schutzhütte markiert den höchsten Punkt des „Langen Berges“. Keine Angst - Gebirge oder steile Anstiege gibt es hier nicht. Stattdessen eine ausgezeichnete Fernsicht, die bei gutem Wetter bis Rügen reicht. Weiter geht die Wanderung an der Gaststätte „Forsthaus Langenberg“ rechts hinunter ins Tälchen. Durch einen Lärchen- und Fichtenwald wandert man ins Seeband Bassin. Der Strandpromenade folgend geht es ins Seebad Heringsdorf und schließlich über eine Seebrücke nach Ahlbeck. Mit seinen Villen und Hotels hat sich das Seebad seinen gründerzeitlichen Charme erhalten.

Fischland Darß-Zingst: Sterntour 2 - Altdarß

Bei der hier vorgestellten Route kann der Wanderer, je nach Verfassung zwischen einer Länge von 17 und 22 Kilometer wählen. Die Wanderzeit beträgt statt gut vier Stunden, dann fast sechseinhalb Stunden. Start der Wanderung ist der Prerower Hafen. Leider ist die Darßbahn bis hierher noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, so dass man mit dem Auto oder Bus anreisen muss. Der gut beschilderte Fußweg führt durch eine Feuchtwiesenlandschaft zu zwei massiven Eichenbohlentürmen, von denen sich die Boddenlandschaft bestaunen lässt. Rot- und Schwarzwild ebenso wie die zahlreiche Zugvögel sind ständige Wegbegleiter in Richtung der Siedlung „Jagdhaus“. Ein Besuch bei der „Darßer Eiche“ bietet sich an. Hier erhält der Wanderer zahlreiche Informationen über den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die kürzere Route führt von der „Darßer Eiche“ zurück nach Prerow. Wanderer mit mehr Zeit sei jedoch die längere Route über Altdarß empfohlen. In Küstennähe führt der Weg entlang des „Bliesenrader Moors“. Der gleichnamige Weg führt nach Born mit seinen reetgedeckten Häusern. Vom Hafen sind es etwa anderthalb Kilometer durch den dichten Darßwald bis zur „Alten Oberförsterei Darß“, einem Forst- und Jagdmuseum. Folgt der Wanderer nun der Markierung „Buchenblatt“ erreicht er seinen Ausgangspunkt in Prerow.

Müritz Nationalpark: Von Schwarzenhof zur Boeker Mühle

Wandern in Mecklenburg-Vorpommern ist auch weitab der Ostsee mehr als reizvoll, beispielsweise im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort liegt der Müritz-Nationalpark mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. Mehr als zwanzig bestens markierte Wege mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometer laden zum Wandern ein. Um die Natur soweit wie möglich zu bewahren, ist es hier nicht gestattet, die Wege zu verlassen.
Ausgangspunkt dieser Tour ist die Nationalpark-Information in Schwarzenhof. Der Weg führt den Wanderer durch eine bizarre Moor- und Auenlandschaft zum „Specker See“. Überall im Sommer blüht das gelbe Greiskraut. Weiter geht es zum 55 Meter hohen „Käflingsbergturm“. Wer die 167 Stufen erklimmt, kann Deutschlands zweitgrößten See in seiner ganzen Pracht genießen. Durch ein Netz aus Flüssen und Seen und Teichen, geht die Wanderung weiter bis zur „Boeker Mühle“.


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