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Wanderland Nordrhein-Westfalen

Wo Wanderer-Herzen höher schlagen

(07.10.2009) Nordrhein-Westfalen verfügt über ein sehr gut ausgebautes Netz an Wanderwegen von mehreren 10.000 km Länge. Die Anforderungen und die jeweilige Länge der einzelnen Wanderwege sind unterschiedlich. Immer aber ist die Kennzeichnung und Beschilderung bei den bekannten Wanderwegen in Nordrhein-Westfalen so übersichtlich gestaltet, dass es fast unmöglich ist sich zu verlaufen.

Aufgeteilt sind die Wanderwege NRW's in elf bezaubernde Regionen des Landes, die jede ihren eigenen Reiz hat. Dabei sind es nicht nur die bekannten Wege im Sauerland oder entlang des Rheins, auf denen man Nordrhein-Westfalen erwandern kann. Viele kleine, teilweise noch sehr unbekannte Wege führen durch idyllische Landschaften, vorbei an Flüssen und Seen oder durch Heidegebiet. Auch Wanderwege über die Routen der Industriekultur und des Kohlebergbaus finden ganz sicher ihre Liebhaber. Wer religiös oder geschichtlich interessiert ist, für den bieten sich natürlich Teile des Jacobsweges oder Wanderungen zum Beispiel durch den Teutoburger Wald an.
Der Wanderer hat die Wahl zwischen ein- und mehrtägigen Touren, zwischen Rundwanderwegen und Strecken mit unterschiedlichen Anfangs- und Zielpunkten. Viele dieser Wege sind abgestimmt auf den Personennahverkehr, sodass man den Rückweg leicht auch mit einem bequemen Beförderungsmittel zurücklegen kann.
Oftmals fallen die Wanderwege des Landes in die Zuständigkeit von den anliegenden Gemeinden und Forstverwaltungen, die die Pflege und Begehbarkeit der Wege sicherstellen.
Viele Wanderwege in Nordrhein-Westfalen werden aber auch von Wandervereinen gepflegt und bewirtschaftet. Deren Zustand ist somit einwandfrei und deshalb auch für jedermann geeignet. Darüber hinaus gibt es aber auch Wanderwege, die naturbelassen bleiben und für deren Begehbarkeit und Orientierungsbeschilderung niemand die Verantwortung übernimmt.
Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, sich zunächst eine Wanderkarte für das gesamte Land oder für die Region, in der man unterwegs sein möchte, anzuschaffen. Auch die heute immer beliebteren GPS-Geräte für Wanderer, die den altmodischen Kompass ersetzt haben, sind sicher von Vorteil, wenn man die Gegend, in der man wandern möchte, nicht schon gut kennt.

Wandern im Ruhrgebiet (Rundwanderweg)

Eine der schönsten Touren, die man im Ruhrgebiet erwandern kann, ist der Bergbaurundweg Muttental. Die Wanderung dauert - reine Gehzeit - etwa vier Stunden und kann als mittelschwer bezeichnet werden. Einige Steigungen sind zu überwinden und festes Schuhwerk ist auf jeden Fall notwendig.
Im Muttental liegt die Wiege des Kohlebergbaus. Schwerindustrie sucht man hier aber vergebens. Der Rundweg beginnt also in Witten-Bommern und führt zunächst über asphaltierte Straßen, die aber wenig befahren sind.
Vorbei an Burg Steinhausen - hier gibt es ein exzellentes Restaurant - führt der Weg zum Gruben- und Feldbahnmuseum. Wer dieses besichtigen möchte, muss die Tour am 1. oder 3. Sonntag im Monat einplanen.
Nur dann ist das Museum geöffnet.
Weiter geht es zu der im Jahr 1714 gegründeten Zeche Nachtigall. Hier können die Wanderer ein interessantes Museum und den Besucherstollen besichtigen. Zunächst führt der Weg weiter an einem Bachlauf vorbei, dann geht es in den Wald. Die Anstiege hier sind schon ziemlich steil. Empfohlen sei eine ausgiebige Rast im Gasthaus "Zur alten Tür". Hier kehrten früher die Bergleute ein, heute ist es ein Ausflugslokal, in dem man sehr gut und sehr preiswert essen kann.
Von hier aus beginnt nun der Abstieg ins Ruhrtal. Vorbei an der Burgruine Hardenstein erreicht man das Ufer der Ruhr. Durch die Ruhrwiesen führt der Weg zum Wasserschloss Haus Kemnade. Umrundet man den See zur Hälfte, erreicht man wieder den Ausgangspunkt in Witten-Bommern.

Halbtages- oder Kurzwanderungen

Für den "Einsteiger" oder für Menschen, die zunächst nicht soviel Zeit in das Wandern investieren möchten, bietet das Land Nordrhein-Westfalen jede Menge an Kurzwanderstrecken an. Eine sehr beliebte Kurzwanderstrecken ist zum Beispiel die Wanderung entlang der Pader (Paderborn), dem kürzesten Fluss in Nordrhein-Westfalen. Gerade einmal 4 km beträgt hier die Wanderstrecke durch die idyllische Flusslandschaft.

Eine andere, sehr reizvolle Strecke ist die Wanderung von Werne an der Lippe nach Lünen zum Schloss Cappenberg und zum Cappenberger See. Der Weg beginnt im Zentrum der Stadt auf dem Markt. Die Kulisse des Alten Rathauses und der Fachwerkhäuser vor der im Hintergrund aufragenden Christopherus-Kirche stimmen ein auf einen geruhsamen Tag.
Der Weg führt entlang der B54 aus Werne in Richtung Lünen. Hinter dem Gestüt Gripshöver, einer der bekanntesten Reitanlagen der Münsterlandes biegt links eine kleine Straße in Richtung Werne-Langern ab. Unterhalb des Hügels, der vor dem Wanderer liegt, hält man sich links und wandert durch Felder und Wiesen in Richtung Cappenberg. Nach etwa 2 km führt der Weg rechts in den Cappenberger Forst. Am Schloss Cappenberg kann eine Rast eingelegt werden. Hier sind immer wieder wechselnde Ausstellungen zu besichtigen und auch die Schlosskirche ist einen Besuch wert. In den Sommermonaten ist das kleine Restaurant geöffnet. Wer nach dieser knapp vierstündigen Wanderung gern noch ein wenig weitergehen möchte, wandert links am Schloss die Straße hinunter. Nach etwa 750 m erreicht man den Eingang zum Wildpark Cappenberg. Hier ist unter anderem eine Falknerei angesiedelt, die regelmäßige Vorführungen der Wildvögel anbietet.
Ein Spaziergang durch den Wildpark am Ende dieser Kurzwanderung bietet noch einmal herrliche Einblicke in die regionale Flora und Fauna.

Tageswanderungen – für geübte Wanderer mit entsprechender Kondition

Der Hermannsweg ist mit seinen 156 km eigentlich ein Fernwanderweg, kann aber natürlich auch in einzelnen Tagesetappen erwandert werden. Ein sehr schönes Teilstück ist die Strecke von Oerlinghausen nach Berlebeck. Die gesamte Wegstrecke überbrückt 21 km.
Der Wanderweg beginnt an der evangelischen Kirche in Oerlinghausen. Direkt nach dem Verlassen des Ortes sind auch schon die ersten Höhenmeter zu überwinden, denn die Wanderung führt über den Kamm des Teutoburger Waldes. Der Wanderer passiert die Kumpsstonne, Überreste einer alten Windmühle und auch die Ruine einer alten Fliehburg. Als Fliehburg bezeichnete man Verteidigungsanlagen, die nicht ständig bewohnt waren. In Kriegszeiten dienten sie als Rückzugsort für die Bevölkerung. Weiter geht es durch Stapelager Schlucht bis zur Gaststätte Bienenschmidt. Hier kann eine erste Rast eingelegt werden.
Der Weg führt nun zu den Rethlager Quellen und in das Naturschutzgebiet rund um den Donoper Teich. Die nächsten Höhenmeter stehen an, denn jetzt beginnt der Aufstieg zur Grotenburg. Hier befindet sich das Denkmal von Hermann, dem Cherusker. Vom Hermannsdenkmal aus hat man einen wunderbaren Rundblick über die Höhen des Teutoburger Waldes. Der Wanderer passiert den Parkplatz und wandert weiter in Richtung Detmold. Der letzte Höhepunkt dieser Tageswanderung ist ein Besuch der Adlerwarte im Detmolder Stadtteil Berlebeck.

Wandern mit der ganzen Familie

Kinder wollen nicht nur wandern, sondern auch spielen und etwas lernen. Eine schöne und streckenmäßig nicht zu anspruchsvolle Wanderung in Nordrhein-Westfalen führt von Marl-Sinsen durch die Heidelandschaft der Haardt nach Haltern.
Zunächst führt der Weg in den Gemeinde Ahsen. Hier befindet sich eine große Forellenzucht, die Ahsener Fischteiche. Die Kinder können hier die Fische in unterschiedlichen Altersstufen beobachten.
Durch die Sand- und Heidelandschaft der Haardt führt der Weg weiter nach Haltern am See. Der Stausee hat ein großes Strandbad. Aber viel gemütlicher und für Kinder auch erlebnisreicher ist das Strandbad „Alter Garten“ an der Stever. Baden in einem Fluss, spielen im Sand, das ist eine willkommene Unterbrechung eines sommerlichen Wandertages. Am Nachmittag sind dann nur noch etwa 1,5 km bis in das Örtchen Flaesheim zu bewältigen. Ein gutes und preiswertes Abendessen, zum Beispiel im Jägerhof in Flaesheim, machen diese kindergerechte Wanderung zu einem schönen Erlebnis für Jung und Alt.


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