Kategorisierung der bayrischen Wanderwege
Der deutsche Alpenverein hat im Rahmen seiner Studie „Sicherheit beim Bergwandern“, dessen Projektleiter der Autor war, eine Schwierigkeitsbewertung für die bayrischen Wanderwege entwickelt, die derzeit im Gelände umgesetzt wird. Grundlage war die von der Skipiste bekannte Einteilung in Blau, Rot und Schwarz. Dabei gelten folgende Definitionen:
Schwere Bergwege sind schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich. Es kommen gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern.
Mittelschwere Bergwege sind überwiegend schmal, oft steil angelegt und weisen absturzgefährliche Passagen auf. Es können zudem kurze, meist versicherte Gehpassagen (z.B. Drahtseil) und/oder kurze einfache Kletterstellen vorkommen, die den Gebrauch der Hände erfordern.
Leichte Bergwege sind überwiegend schmal, können steil angelegt sein und weisen in der Regel keine absturzgefährlichen Passagen auf.
Talwege sind überwiegend breit, haben in der Regel eine geringe Steigung und weisen keine absturzgefährlichen Passagen auf.
Überblick: Die DAV-BergwanderCard
Eine alpenweit einheitliche Bewertung ist nicht zu erwarten. Der Vergleich mit den Kategoriensystemen benachbarter Länder hilft dem Wanderer, selbst ein Gefühl für die Schwierigkeitsangaben von Bergwegen zu bekommen:
Es fällt sogleich ins Auge, dass die schweren Bergwege in Bayern, Tirol und Salzburg schwarz sind, während sie in Vorarlberg und der Schweiz blau sind! Die einen gingen von der Skipiste zum Wanderweg, die anderen haben die blauen Gletscher für die schweren hochalpinen Touren zum Vorbild genommen. Man mag sich als Konsument darüber ärgern, aber die beteiligten Verbände waren nicht in der Lage, sich zu einigen. Zumal die schweizerische Regelung dort Gesetzescharakter und schon lange Bestand hat. Nehmen wir es sportlich – der Vergleich verbessert die Selbsteinschätzung. Diese kann auch mit dem Selbsttest der DAV-Wandercard überprüft werden, die beim deutschen Alpenverein kostenlos herunter geladen werden kann:
www.alpenverein.de/template_loader.php?tplpage_id=332
Outdoor.de behandelt das Thema Wandern in den kommenden Wochen in der Serie „Viel wandern macht bewandert.“ (Peter Sirius) mit folgenden Themenblöcken:
- Damit das Wandern nicht des Müllers Frust wird – die richtigen Wanderschuhe
- Wanderausrüstung - Weniger ist oft mehr
- Verhalten des Wanderers im Schneefeld
- Wie berechnet man Wegezeiten beim Wandern?
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit beim Bergwandern
- Wandern: Durchquerung versus Tagestour
- Vorstellung der DAV-Wanderstudie
- Soziales Risikomanagement – auch beim Wandern!
Der Autor Dr. Tobias Bach ist Bergführeranwärter und Mitarbeiter in der Sicherheitsforschung des deutschen Alpenvereins. Dort hat er als Projektleiter verschiedene Studien erstellt, u. a. Sicherheit beim Wandern und die DAV-Bergwegeklassifizierung.







