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Piz Palü und Weissmies - noch mehr 4.000er für Alle

Auch diese 4.000er sind mit ein wenig Kondition  und Schwindelfreiheit machbar

(24.08.2010 / Dr. Tobias Bach) „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ ist ein Bergfilmdrama aus dem Jahre 1929. Der Piz Palü kann aber auch wirklich schön rüberkommen. Piz Palü beim Sonnenaufgang (swiss-image.ch/Robert Boesch)Nach dem Bericht über Allalin und Breithorn als 4.000er für Einsteiger nun also zwei weitere Berge der leicht gehobenen Klasse. Auch diese 4.000er kann man aber mit solider Kondition und etwas Schwindelfreiheit ohne weiteres besteigen.

Piz Palü (3.900m) von der Diavolezza (2.973m)
Der aufmerksame Leser wird es gleich gemerkt haben: Der Piz Palü ist gar kein 4000er! Aber ein wahnsinnig schöner und ebenso berühmter Fast-4000er. Also wollen wir mal nicht kleinlich sein. In der Bergstation der Diavolezzabahn gibt es eine gut geführte Unterkunft, für die die Bezeichnung „Hütte“ etwas deplaziert wirkt. Es entspricht eher einem Berghotel mit perfektem Preis-Leistungsverhältnis und einem ebensolchen Blick auf den Palü. Diavolezza (swiss-image.ch/walter storto

Zur Akklimatisation sollte man jedoch nicht mit der Bahn hinauf fahren, sondern von der Station Morteratsch des Berninaexpress über den Morteratschgletscher hinauf laufen. Man geht sich nicht nur ein, man erfährt auch viel über den Gletscher (Gletscherlehrpfad) und kann am aperen (schneefreien) unteren Teil des Gletschers das Gehen mit Steigeisen einüben.

Gipfelsturm zum Piz Palü

Nach der Übernachtung und dem Frühstück mit echtem Maschinenkaffee (!) wird der Piz Trovat links liegen gelassen und es geht über den Persgletscher (wo es nicht steiler als ca. 30° wird) in meist guter Spur zum Skidepot auf gut 3.700m. Ab hier sollte der Aspirant das Prädikat „schwindelfrei“ besitzen, denn nun stapfen wir steil hinauf auf den recht schmalen Gipfelgrat, wo die Bergführer ihre Gäste ans Sprungseil nehmen. Am Gipfel angelangt, ist jedoch wieder jede Menge Platz für Foto und Brotzeit.

Weissmies (4.017m) von der neuen Hohsasshütte (3.101m)
Saas Fee mit WeissmiesDer Weissmies gehört sicher zu den 4.000er Bergen der Schweizer Alpen, der am häufigsten bestiegen wird. Von Saas Grund kann man mit der Seilbahn über die Station Kreuzboden zur neuen Hohsaas-Hütte nahe der Bergstation fahren. In diesem Fall ist das empfehlenswert, da der Aufstieg nicht besonders erhebend (nur im Wortsinn…) ist. Zur Akklimatisation wird empfohlen, lieber auf dem Aufstiegsweg zur Weissmies noch ein Stück höher zu steigen. Dieser ist ebenfalls meist gut gespurt, die Weissmies ist eine reine Gletschertour praktisch ohne Felskontakt.

Die Tour beginnt mit dem flachen Becken des Triftgletschers, der Mittelteil des Aufstiegs ist jedoch recht steil (bis ca. 35°), oben flacht es im Aufstieg zum breiten Gipfelplateau dann wieder ab. Auch hier wird die mühsame Schneestapferei mit einem fantastischen Rundblick (Matterhorn und Co. in gefühlter Steinwurfentfernung) belohnt. Wie sollte es auch anders sein auf einem 4.000er…

… damit keine Regressforderungen kommen sei hinzu gefügt: …nur dann, wenn das Wetter mitspielt!

Zwei andere 4.000er für Alle findet ihr hier: 4.000er für Alle I

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