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Nationalparks, Nordlichter und Rentiere

Wander- und Trekkingtouren in Schweden

(11.12.2009 / jj) Schweden ist ein beliebtes Reiseziel für einen Wander- und Trekking-Urlaub: Die Regionen Bergslagen, die Insel Gotland, Höga Kusten (hohe Küste) oder die unberührte Wildnis des Sarek Nationalparks sind zahlreichen Urlaubern ein Begriff.
Wander- und Trekking-Touren sind in Schweden das ganze Jahr über möglich. Um den Outdoor-Urlaub noch abwechslungsreicher zu gestalten, bietet sich in den Wintermonaten eine Kombination mit Schlittschuhlaufen und Skiwandern an, während im Sommer die Möglichkeit besteht, Teilpassagen per Kanu und Kajak zurück zu legen. Im schwedischen Teil Lapplands (hier Katterjåkk) erwartet Wanderer eine farbenfohe Naturkulisse mit schroffen Felsen. Foto: Jörgen Larsson/ Nordicphotos

Insgesamt verfügt Schweden über rund 400 gekennzeichnete Wanderrouten, die oftmals eine ganze Provinz durchqueren, wie beispielsweise der Blekinge- oder der Hallandleden. Zudem stehen rund 350 Hotels, Berghütten und Fjällstationen zur Beherbergung der Wanderer und Trekker zur Verfügung.

Streifzüge durch abwechslungsreiche Naturlandschaften

Landschaftlich verfügt Schweden über eine vielseitige Kulisse für Aktivitäten in der Natur: Die schwedische Gebirgskette führt mit einer Gesamtlänge von mehr als 1000 Kilometern von der Region Dalarna in Mittelschweden bis in die Dreiländerregion Treriksröset an der Grenze zu Finnland und Norwegen. Neben Gebirgsmassiven und Gletschern, können Wanderer in der Abgeschiedenheit der Natur über kahle Felsplateaus, entlang rauschender Flüsse und durch Tundra und grüne Wälder streifen. Zu dieser Gebirgslandschaft zählt auch das 9.400 km² große Gebiet Laponia, dessen Wildnis als UNESCO Welterbe ausgezeichnet wurde.

Im schwedischen Flachland erwartet Wanderer hingegen ein ländliches Ambiente mit einem ausgedehnten Wegenetz mit rund 50 ausgeschilderten Naturpfaden, Wander- und Trekkingrouten. Infrastrukturell bieten die Wege gute Verkehrsanbindungen in die Städte sowie zahlreichen Hütten, Jugendherbergen und Campingplätzen zur Unterkunft.
Bei einigen Wanderungen liegen die Startpunkte direkt am Rand größerer Städte. Die Route des 130 km langen Roslagsleden verläuft beispielsweise von den Randgebieten Stockholms in nördlicher Richtung durch Waldgebiete bis nach Norrtälje. Entlang der Strecke bietet sich Urlaubern u.a. die Möglichkeit, Wikingergräber und mittelalterliche Kirchen zu besichtigen und an den Stränden der zahlreichen Seen zu rasten.
Durch das schwedische Jedermannsrecht (Allemansrätt) haben alle Wanderer und Trekker die Erlaubnis in freier Natur ihre Zelte aufzuschlagen, sofern sie sämtliche Camping-Spuren beseitigen und somit dazu beitragen, die Natur zu schützen und zu bewahren.

Polarlicht-Safari auf dem Königsweg „Kungsleden“

Bei dem Königsweg „Kungsleden“ handelt es sich um einen 425 Kilometer langen Skiwanderweg, der sich vom Abisko Nationalpark im Norden über hochalpines Terrain und über den höchsten Berg Schwedens Kebnekaise (2.104 Meter, auf Deutsch bedeutet der Name „Kessel-Kamm“), bis ins südlich gelegene Hemavan erstreckt.Das beeindruckende Naturschauspiel der Polarlichter, lässt sich am besten in den Monaten September bis April am Nachthimmel beobachten.

Bei günstigen Wetterbedingungen kann man in Schweden häufig das beeindruckende Naturschauspiel der Polarlichter (lat. Aurora Borealis) bewundern. Durch das Magnetfeld des Nordpols wird der Sonnenwind als Nord- bzw. Polarlicht gebündelt. Das Phänomen tritt das ganze Jahr über auf, wird allerdings nur am dunklen Nachthimmel in den Monaten September bis April sichtbar. Die besten Bedingungen, um die Nordlichter in Schweden zu erleben, bieten sich im März und April im Abisko Nationalpark, dem Startpunkt des Kungsleden.



Im weiteren Verlauf der Route, bietet sich Wanderern vom Gipfel des Kebnekaise ein beeindruckendes Panorama über das gesamte Gebirgsmassiv. In südlicher Richtung schließen sich die Kaitum-Berge sowie die beiden Nationalparks Sarek und Padjelanta an. Die im Süden liegende Gebirgsregion Arjeplog lässt sich auf einer fünftägigen Wanderung zwischen den Dörfern Ammarnäs und Hemavan erkunden. Diese Tour durch das Vindelfjäll-Gebirge eröffnet Reisenden eine Bergkulisse mit verschneiten Gipfeln, Nadelwäldern und Gebirgswiesen, in der zahlreiche Tierarten wie Vielfraß, Luchs, Braunbär und der vom Aussterben bedrohte Polarfuchs leben.
Entlang des Königswegs sind in strategisch günstigen Etappen, Unterkünfte zur Zubereitung von Mahlzeiten und zum Aufstocken des Proviants vorhanden.

Rentier-Trekking mit den Ureinwohnern Schwedens

Beim Rentier-Trekking, können Urlauber mit der schwedischen Urbevölkerung Sami auf Wanderschaft gehen. Foto: Staffan Widstrand/ imagebank.sweden.seDie Region Laponia ist die Heimat der schwedischen Urbevölkerung Sami. Hier können Urlauber auf Rentier-Trekking-Tour mit den Sami-Hirten gehen und hautnah an deren Leben teilnehmen. Während der Wanderung werden täglich zwischen 5 und 15 Kilometer zurückgelegt. Ausrüstung und Proviant werden auf dem Rücken der Rentiere transportiert. Neben dem Hüten und Versorgen der Tiere, lernen die Urlauber, die Tiere im Frühjahr von den Winterquartieren in den Wäldern sicher in das westlich gelegene Gebirge zu treiben. Darüber hinaus kümmern sich alle Teilnehmer um das Errichten des Lagers und bereiten gemeinsam die Mahlzeiten zu. Die Übernachtung erfolgt in Zelten. Zum Essen und für andere gemeinsame Aktivitäten kommt die Gruppe in einem samischen „lavuu“, einer Art Tipi-Zelt, zusammen.

In Schweden sind überall Veranstalter zu finden, die Touren mit professionellen Guides anbieten. Bei Buchung empfiehlt es sich, auf Unternehmen mit dem schwedischen Qualitätssiegel „Naturens bästa“ (das Beste der Natur) zu achten. Buchungen der Trekking-Tour mit Rentieren sind u.a. über Pathfinders Lapland in Gällivare möglich.

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