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Goldvlies aus Lärchennadeln

Wandern im Herbst

(19.10.2009 / Dr. Tobias Bach) Im Herbst strömen sie nochmals in die Berge – die über den Sommer zu kurz gekommenen und die Nimmer Satten. In den Herbstferien der nördlichen Bundesländer (ca. Mitte Oktober) geht noch was, aber es will gut geplant sein. Was macht eine Herbstwanderung einzigartig, was gilt es zu beachten?

Selbst die Sajathütte am Großvenediger scheint sich braun verfärbt zu haben!

Je nach Höhenlage beginnt die herbstliche Verfärbung der Laubbäume bereits Mitte September. Besonders reizvoll sind zwei Farbenfeste: Die Bergahörner, z.B. zu bewundern auf den Ahornböden im Karwendel (Bayern) und die besonders auf der Alpensüdseite weit verbreiteten Lärchen, die als einziger Nadelbaum auch Ihre „Blätter“ abwerfen. Ein besonderes Plus dieser Saison ist ferner die weitgehende Abwesenheit zweier Störfaktoren: Menschenmassen und nachmittägliche Wärmegewitter. Ohne Gewitter lässt sich zwar länger wandern, trotzdem sollte bei der Tourenplanung berücksichtigt werden, das die Tage bereits deutlich kürzer sind! Überhaupt das Wetter: Es steht im Oktober „auf der Kippe“, es kann wie im Hochsommer sein oder es gibt einen frühen Wintereinbruch mit 40 Zentimetern Neuschnee. Ein solch verfrühter Weihnachtszauber kann wunderschön sein, wenn man dann nicht verbissen die ursprünglich geplanten hochalpinen Touren angeht. Wenn es schneit ist beispielsweise zu bedenken, das man die Wegmarkierungen nicht mehr sieht. Da helfen nur noch Steinmanndln, aufgeschichtete Steinhäufen, die zur Orientierung dienen. Doch der Blick dafür will geschärft sein. Eisregen kann die Felsen zudem unangenehm glatt machen. Aufgrund der deutlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht – um die 25° Differenz sind keine Seltenheit – empfehlen sich Handschuhe, lange Unterhose, eine dicke Fleecejacke (noch besser: Windstopper!) und Mütze als gute Begleiter. Die Regenjacke sollte ja ohnehin im Rucksack sein.

Die Öffnungszeiten der Hütten sind im Internet zu finden, von den höher gelegenen Hütten machen viele spätestens Mitte Oktober zu. Durchquerungen im Oktober sind also aufgrund der beschriebenen Unwägbarkeiten riskant, eine Stützpunkttour mit einem gemütlichen Gasthof im Tal verspricht mehr Genuss. Und noch ein Tipp zur Abrundung: Viele alpine Regionen werben mit besonderen Herbstschmankerln – so kann man in Südtirol beim „Törggelen“ den Ausklang eines Wandertages mit Esskastanien und Weinprobe beschließen. Und anderntags etwas länger liegen bleiben, weil es ja später hell wird als im Sommer. Perfekt, der Herbst.

Klare Luft und Stille. Einfach nur schön!

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