Natürlich – Das Daypack umfasst für die meisten im Wesentlichen die Brotzeit, die Trinkflasche, das Handy sowie Sonnen- und Regenschutz. Damit ist der Rucksack schön leicht, man braucht vielleicht 15-20 Liter Packvolumen und eigentlich nicht einmal einen Hüftgurt. Doch auch der Durchquerungsrucksack für Touren von Hütte zu Hütte, die bewirtschaftet sind (davon gehen wir aus – sonst wird der Rucksack richtig schwer!) muss nicht so groß sein wie manche denken: Statt einem Waschbeutel von der Größe einer Autobatterie tut es auch ein Beutelchen mit Zahnbürste, Waschgel und winzigem Outdoor-Handtuch. Da man ohnehin meist nicht duschen kann, braucht man auch nicht für jeden Tag neue Wäsche. Wichtig ist nur eine trockene Garnitur für die Hütte. Und ein Hüttenschlafsack fällt auch nicht groß ins Gewicht. Schlappen („Adiletten“) stehen auf den meisten Hütten bereit. So kann der Rucksack leicht bleiben, und das Gehen macht viel mehr Spaß und ist bekömmlicher, weil man trittsicherer ist.
Ausgangshöhe
Macht man Tagestouren z.B. von einer Ortschaft sollte vorher geklärt sein, ob man die Wunschziele (Gipfel?), evtl. mit Seilbahnunterstützung, in Abhängigkeit vom eigenen Können, überhaupt erreichen kann. Hier gibt das Verkehrs- oder Bergführerbüro gern Unterstützung. Von Hütten hat man natürlich meist eine bessere Ausgangshöhe.
An-/Abreiselogistik
Eine Durchquerung kann als Rundtour wieder am Ausgangsort ankommen oder eben ein Gebiet durchqueren. Bevor man komplizierte Manöver mit zwei Autos startet sollte man sich über öffentliche Verbindungen informieren, was heute dank Internet ein Leichtes ist.
Outdoor.de Tipp:
Muss man umsteigen, bekommt man in der Schweiz praktisch immer den Anschluss. In den anderen Alpenländern sollte man Pufferzeiten einplanen.
Sicherheit
Eine Wanderdurchquerung sollte keine zwingenden Passagen haben, die nur bei guten Verhältnissen und topfitter Gruppe funktionieren. Denn dann bringt man sich in Zugzwang und damit unnötig in Gefahr.
Reservation
Alle bewirtschafteten Hütten haben mittlerweile Telefon, also bitte reservieren! Auch allein und unter der Woche. Der Alleingeher sollte ohnehin ein Handy haben. Das Thema Reservation ist mittlerweile so heikel, dass ihm an gleicher Stelle ein eigener Artikel gewidmet wird.
Durchquerungen mit Kindern
Die wollen gut geplant sein. Die Touren nicht zu lang, damit man auch mal schauen kann, die Schlafsaalsituation, die Spielplatzsituation, die Sicherheit des Geländes in der Hüttenumgebung: All das kann im Vorfeld mit Internet und Telefon geklärt werden. Was für alle Formen des Bergsteigens mit Kindern gilt, gilt auch hier: Stimmt die Motivation, dann laufen sie so weit die Füße tragen. Da muss manch Erwachsener wirklich schauen, dass er oder sie dran bleibt.
Outdoor.de behandelt das Thema Wandern in den kommenden Wochen in der Serie „Viel wandern macht bewandert.“ (Peter Sirius) mit folgenden Themenblöcken:
- Damit das Wandern nicht des Müllers Frust wird – die richtigen Wanderschuhe
- Wanderausrüstung - Weniger ist oft mehr
- Verhalten des Wanderers im Schneefeld
- Wie berechnet man Wegezeiten beim Wandern?
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit beim Bergwandern
- Wandern: Durchquerung versus Tagestour
- Vorstellung der DAV-Wanderstudie
- Soziales Risikomanagement – auch beim Wandern!
Der Autor Dr. Tobias Bach ist Bergführeranwärter und Mitarbeiter in der Sicherheitsforschung des deutschen Alpenvereins. Dort hat er als Projektleiter verschiedene Studien erstellt, u. a. Sicherheit beim Wandern und die DAV-Bergwegeklassifizierung.







