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Die Gemmiwanderung

Durchquerung der Berner Alpen mit Schneeschuhen in drei Tagen

(14.12.2009 / Dr. Tobias Bach) Wer spektakuläre, hochalpine Winterwildnis auf leichten Wegen und ohne die ganz großen Höhenunterschiede erleben will, der ist auf der „Gemmiwanderung“ von Kandesteg nach Leukerbad genau richtig. Wir beginnen in Kandersteg am Lötschbergtunnel. Der Tunnel ist eine der großen schweizer Verkehrachsen, das Tor für die Nordschweiz ins Wallis. Weit gefehlt jedoch, deshalb ein hässliches Straßendorf zu erwarten. Kandersteg ist ein schönes Bergdorf, wunderbar eingebettet in die Gletscherszenerie der Blümlisalp, mit kleinem Familienskigebiet, schönen Seen und spektakulären Wasserfällen (zu den Eisfallklettermöglichkeiten in Kandersteg wird im Dezember ein Artikel erscheinen). Im Aufstieg zur Wyssi Flue

Die Tour beginnt an der Talstation der der Sunnibühl-Bahn südlich von Kandersteg: Entweder mit dieser hinauf, oder durch den Bergwald auf gutem, breitem Weg (Achtung: zeitweise kommen Skifahrer!) über Spittelmatte zur Bergstation (850 Höhenmeter, ca. 3 Stunden). Je nachdem, zu welcher Tageszeit man startet, ist eine Übernachtung im Bergrestaurant Sunnbühl angesagt. Um gleich mal das volle Schweiz-Gefühl zu bekommen empfiehlt es sich, Käsefondue vorzubestellen. Aber Vorsicht: Pro Kilo geschmolzenen Käse im Bauch erhöht sich die Einsinktiefe der Schneeschuhe um ca. 2 cm. Das haben wir im Selbstversuch getestet! Wenn man hier übernachtet ist die zweite Etappe zum Berghotel Schwarenbach (2060m, ca 1 Stunde, ab Februar geöffnet) recht kurz. Dies eröffnet Möglichkeiten für einen Ausflug von dort zum Schwarzgrätli ( 2383m) oder, für Ambitionierte, zur Wyssi Flue (2472m). Im Hotel Schwarenbach gibt es unglaublich gute, frisch zubereitete Kuchen, die mit Blick auf die gigantische Ostflanke des Altels (3629m) noch besser schmecken.

Der berühmte Kuchen vom Hotel Schwarenbach. Riechen sie den Duft?Am dritten Tag schließlich geht es über den Daubensee zum Gemmipass. Auch diese „Pflicht“ ist recht kurz und wenig anstrengend, so das die „Kür“ lockt: Etwa zur Lämmerenhütte (im Winter geschlossen, aber mit Winterraum bestückt) oder auf das Lämmerenhorn (2806m). Auch der Wildstrubel als höchster Berg der Region (3243m) ist mit Schneeschuhen möglich, entsprechende Verhältnisse und alpine Erfahrung vorausgesetzt. Am Gemmipass ist die Tour zu Ende. Die steile Südostflanke der Plattenhörner wird mit der Gemmibahn nach Leukerbad überbrückt. Von hier geht es, vielleicht nach einem Besuch in einem der wunderbaren Thermalbäder Leukerbads, zurück mit Postbus und Bahn durch den Tunnel nach Kandersteg. Beste Saison für die Tour ist ab Februar, wenn das Berghotel Schwarenbach öffnet. Vorher geht die Tour nur als Tagestour von der Sunnbühl- zur Gemmibahn oder mit Biwak für die ganz Harten…


Infos

Anfahrt: Die Anreise ist gut und schnell mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. www.bahn.de, www.sbb.ch

Schwierigkeit: Die Hauptroute (ohne Kür, siehe Text) ist gut zu finden (Markierungsstangen), in der Saison (ab Weihnachten) gespurt und an keiner Stelle absturzgefährlich. Die Höhenunterschiede sind, besonders bei Benutzung der Seilbahnen, sehr moderat.  

Karten: Schweizer Landeskarte 263S (1:50000), ev. 1247 u. 1267 (1:25000)

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