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Sicherheit am Klettersteig

Welche Ausrüstung ist notwendig und was beim Kauf zu beachten?

(04.06.2010 / Dr. Tobias Bach) Klettersteiggehen boomt nach wie vor! Am Eisenweg (Via Ferrata) kann man luftige alpine Ausgesetztheit hautnah erleben, ohne sich seine Sicherung selbst basteln zu müssen. Man clippt einfach den Karabiner vom Klettersteigset in das Drahtseil, oder? Oder beide? Outdoor.de stellt in diesem ersten Teil die notwendigen Ausrüstungsgegenstände vor. Im zweiten Teil werden die Verhaltensregeln besprochen.

1.    Falldämpfung

In der Brenta/Dolomiten. Die Klettersteige hier haben viele  Leitern. Im Gegensatz zur Haushaltsleiter ist man gesichert – wenn man  es richtig macht!  Foto: tbKletterseile sind dynamisch, sie dehnen sich im Sturzfall. Dadurch wird die Belastung (Fangstoß) vom Körper genommen. Hier geht es nicht um Wellness, sondern ums Überleben: Als noch mit Hanfseilen gesichert wurde, sind gestürzte Kletterer bei schweren Stürzen in der Mitte „durchgebrochen“. Wenn man am Drahtseil 5 Meter senkrecht fällt und dann am Stift (wo das Seil am Fels fixiert ist) abrupt abgebremst wird, entstehen gewaltige Kräfte – es sei denn man hat einen Falldämpfer, der ab einer normgerechten Ansprechkraft das Restseil kontrolliert durchrauschen lässt. Das ist das Herz des Klettersteigsets. Klassisch sind Metallplatten, durch die das Seil gefädelt wird. Seit einiger Zeit gibt es auch vernähte Falldämpfer, die dann aufreißen. Beides sind Einmalsysteme. Nach einer Tour mit einem zünftigen Sturz, bei dem das System angesprochen hat, müssen sie ausgewechselt werden.

Seit kurzer Zeit bietet die Firma Skylotec ein neues Klettersteigset (mit eingebautem Fallstoßdämpfer) an.


 Klettersteigset in Y-Form: Links die Karabiner, in der Mitte der  Falldämpfer mit Einbindeschlaufe für den Gurt, rechts das Restseil2.    Nicht ein V für ein Y verkaufen lassen!

Es gibt Klettersteigsets in Y-Form (siehe Bild) und in V-Form. Bei der V-Form ist die Dämpfung zwischen den beiden Karabinern. Das hat fatale Folgen, wenn man beide einhängt: Die Bremse kann nicht wirken. Daher ist dieses System nicht mehr zeitgemäß, obwohl es noch der Euro-Norm (CE-Zeichen) entspricht. Vom Kauf der V-Form muss abgeraten werden.





 Metallplatten regulieren den Seildurchlauf. Ein Nachteil dieser Systeme besteht in der Anfälligkeit des Seils für Nässe und Temperaturschwankungen. Quillt es auf, entstehen andere Ansprechwerte. ... Die neueren, vernähten Systeme (z.B. Petzl Scorpio) sind hiervon unabhängiger.

3.    Karabiner ausprobieren

Die Klettersteigkarabiner am Markt haben unterschiedliche Systeme der Verschlusssicherung. Wenn sie ein CE-Zeichen (noch besser: zusätzlich das UIAA-Zeichen) haben, ist darauf Verlass. Aber: Welches System liegt mir? Bei einer Tour am Klettersteig muss man die Dinger 100 mal clicken – das soll zügig und angenehm sein. Nicht alle Systeme sind gut für Kinderhände geeignet. Da hilft nur ausprobieren im gut sortierten Bergsportgeschäft.


Was brauche ich sonst noch?

1.    Gurt
Das Set wird an der Anseilschlaufe des Klettergurtes befestigt. Wie, das steht in der Gebrauchsanweisung, die man ohnehin genau studieren sollte. Nur Kinder und stark übergewichtige Leute sollten einen Kombigurt (Hüft-Sitzgurt mit Brustgurt) verwenden, alle anderen einen normalen (Sport-) Klettergurt. Natürlich auch normgerecht.

2.    Helm
Klettersteigbegehungen macht man nicht ohne Helm! Dieser sollte normgerecht, bequem und gut belüftet sein. Man sollte die Größe schnell verstellen können, (am besten, ohne ihn absetzen zu müssen) weil man mal mit und mal ohne Mütze/Stirnband klettert.

3.    Handschuhe
Man hält den ganzen Tag das Drahtseil, welches stellenweise sogar verletzungsgefährlichen Spleiss (heraushängende Drahtlitzen) aufweisen kann. Es gibt spezielle Klettersteighandschuhe verschiedener Hersteller, bewährt haben sich auch lederne Fahrrad-Handschuhe (ohne Finger). Zusätzlich sollte man gefütterte Fingerhandschuhe für entsprechende Kälte dabei haben.

4.    Schuhe
Sie sollen bequem sein und eine harte Sohle mit gutem Grip zum Klettern haben. Auch hier gibt es Spezialmodelle verschiedener Anbieter. Wenn nicht lange Gehpassagen auf ausgesetzten Wegen dabei sind, sind Halbschuhe gut geeignet, da sie mehr Beweglichkeit im Sprunggelenk erlauben.

Darüber hinaus brauchen Sie die übliche Sicherheitsausrüstung plus Wechselwäsche, Getränke etc. , die Sie auch beim Wandern mitführen.

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