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Klettern in Laos

VangVieng

(10.11.2009 / Volker Schöffl) Klettern in Laos ist eine Verbindung von Reisen, Abenteuer, Klettern und Erholung. Nein - einen Strand sucht ihr Lao Phae Daengvergebens, dafür gibt es eine wunderschöne Berglandschaft, mit Flüssen zum Baden, Raften oder Kajaking, Höhlen, Felsen usw. Noch steckt hier manches in den Kinderschuhen, überlaufene Felsen werdet Ihr nicht finden, dafür aber unberührte Natur und eine überaus offene und freundliche Bevölkerung, - und zu Essen gibt’s in Laos alles, vom Burger bis zur Schlangensuppe sowie vom Chicken Schnitzel bis zur getrockneten Fledermaus, alles gepaart mit einem guten kühlen Schluck Beer Lao.

Auf Neulandsuche in Laos

„Bong“ – „Bong“ – laute Trommelschläge wecken mich um 4 Uhr früh, der Duft von Räucherstäbchen zieht um meine Nase. „Bong“, an Schlaf ist vorerst nicht mehr zu denken. Die morgendlichen Trommeln leiten die Meditation der Mönche im anliegenden Tempel ein. Noch im Jetlag, und damit ohne eigentliche zeitliche Orientierung, stehe ich auf und setze mich auf die Terrasse. Mein Blick schwebt über den kleinen Ort „Vang Vieng“. Endlich sind wir wieder hier -  Laos - oder auch „Lane Xang“ genannt, das „Königreich der Millionen Elefanten und des Weißen Sonnenschirms“. Ehemaliges Königreich, über Jahrhunderte von den Vietnamesen immer wieder angegriffen, Ende der 60er Jahre Schauplatz des „Secret War“ der Amerikaner, einem der größten Luftkriege überhaupt. In Laos gab es mehr Bombenabwürfe als im ganzen zweiten Weltkrieg, durchschnittlich alle acht Minuten eine Flugzeugladung an Bomben, und das über dreizehn Jahre hinweg. Drittgrößter Opiumproduzent der Welt – und gleichzeitig eines der ärmsten Länder Asiens; es gibt so gut wie keine Infrastruktur. Und dann das andere Laos: Grandiose Landschaft, hohe Karsttürme betten sanfte grüne Täler ein, die mich an „Lothlorien“ erinnern. Nicht umsonst wird Laos „Secret Eden“ genannt. Ein Hippie-Mädchen der siebziger formulierte damals „Laos ist kein Land sondern ein Bewusstseinszustand“.

Bereits 1996 waren wir hier um die Karstfelsen zu erforschen – scheiterten allerdings an Militärkontrollen, Überfällen und der unsicheren politischen Lage. Und hier, in Vang Vieng, sahen wir damals mehr Kalaschnikows als weiße Sonnenschirme. Wir schafften wir es gerade mal uns für zehn Minuten in Vang Vieng aufzuhalten, dann wurden wir von schwer bewaffneten Regierungstruppen aus dem Ort verjagt. Heute, zehn Jahre später, ist Vang Vieng ein Backpacker Highlight. Guesthouses, kleine Geschäfte, Kajakverleihs und mittlerweile auch ein „Kletterladen“ – nun ja Laden ist übertrieben, aber ein bisschen Material und den örtlichen Kletterführer gibt’s bei „Green Discovery“ zu kaufen. An die Vergangenheit erinnert nur noch die mitten im Ort gelegene ehemalige Landebahn der Amerikaner von beeindruckender Größe. Hier könnte eine Boing 737 problemlos landen. Heute ziehen allerdings statt F4-Kampfjets Wasserbüffel und Mütter mit Kinderwagen über die Piste.

Auf Offroad-Bikes begibt sich das Kletter-Team von Volker und Isa Schöffl nach Pha Daeng Volker Schöffl beim Schuh-Test mit den Locals

Nachdem wir über die letzte Jahre die Wände rund um Vang Vieng eingebohrt und erschlossen hatten treibt uns unser Erkundungsgeist weiter, eine neue Wand ist im Visier: Na Pha Daeng, was soviel heißt wie rote Wand. Pha Deng ist 20 km nördlich von Vang Vieng, in einem Gebiet welches noch bis vor kurzem als unsicher galt. Eine Woche bevor wir ankamen versuchten Terroristen die einzige Brücke zu sprengen, aber die Ladung zündete blind und so können wir uns munter auf den Weg machen. Die tägliche Anreise ist an sich schon ein Erlebnis,- auf unseren mit viel Kletterausrüstung beladenen „Offroad-Bikes“ brettern wir 20 km nach Norden, vorbei an kleinen Hütten und Tälern, lachende Kindern, herumliegenden Hausschweinen und im Slalom herum um Kühe und Wasserbüffel. Dann geht’s einen kleinen Pfad hinein in den Dschungel, hier nur gestört von gelegentlich vorbei kriechenden Kobras oder ähnlichem Getier. Mitten im tiefen Gebüsch haben wir nach kurzer Zeit einen guten Freund gefunden, einen über 70 Jahre alten Bauern der uns gerne beim Klettern zusieht und etwas zum quatschen vorbeikommt. Er ist aber auch für einige weitere Hindernisse verantwortlich, denn er lebt vom Fallenstellen. So hat er eine Vielzahl aus Bast, Lianen und schweren Baumstämmen zusammen gebastelter Fallen im Wald verteilt, die ein europäisches Auge nur schlecht erkennt. Eine haben wir mal ausgelöst, der Wums war recht beeindruckend. Ansonsten fängt er mit großen Netzten Fledermäuse zum Verzehr.

Isa Schöffl bezwingt den Dream CatcherIsa bereitet sich zu einem Versuch in ihrem neuen Projekt vor, eine ca. 50m hohe und 30 Grad überhängende Platte aus weißem Kalk mit genau einer feinen Rissspur hindurch, welche zusätzlich ein paar kleine Löcher aufweist. Als sie in Ihren „Varan“ schlupfen will, entdeckt sie genau vor sich einen gut 17 cm langen Tausendfüßler – diese sind sehr giftig. Ich habe 2 Patienten mit solchen Bissen bisher hier im Krankenhaus in Phonemy, in welchem wir immer wieder als Voluntäre arbeiten, behandelt. Beide Patienten hatten höllische Schmerzen und hässliche Infekte. Der Tausendfüssler krabbelt sehr flink an uns vorbei und ab in den Dschungel – Glück gehabt, was wenn sie ihn in der Tour getroffen hätte… Während wir noch diskutieren wendet sich Isa ihrem Einstieg zu und – ein weiterer dieser großen Giftviecher krabbelt ihr am 2ten Bolt entgegen. Das wars dann erst mal – eine halbe Stunde Pause um den Geist zu beruhigen.  Doch dann geht’s auf zum nächsten Versuch, diesmal läuft es besser, der Einstiegsboulder klappt sehr flüssig und Isa pumpt sich durch die überhängende Platte. Ein kleiner Schnapper noch am Schluss und der Jubelschrei – „Dream Catcher“ ist im Sack!



Mittlerweile hat sich viel in Vang Vieng getan, alleine in Pha Daeng gibt es 50 Routen und immer noch Potential! Unser nächster Trip ist bereits gebucht – diesmal geht es allerdings ganz woanders hin – natürlich in Laos, aber wo ………….

 
Kurzinfo:

Ort VangVieng: Backpacker Stadt ca. 170 km nördlich von Vientiane, direkt auf der Route 13, welche Vientiane mit Luang Phrabang verbindet. Transfer mit Öffentlichem Bus, oder Mini Bus.

Lokaler Kontakt: Green Discovery Laos, www.greendiscoverylaos.com

Vang Vieng: 100 Routen inkl. 2 Mehrseillängenrouten bis 6SL

Schwierigkeitsniveau: 5 a bis 8b, Schwerpunkt 6b-7b

Alles Bohrhaken

Beste Jahreszeit: Dezember bis März

Kletterführer vor Ort bei Green Discovery

Hier finden Sie die Topos von Volker Schöffl

Routenlänge der Einseillängentouren 15-35 m
Kalk mit Sintern

Volker und Isa Schöffl

PD. Dr. med. Volker Schöffl

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