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Eröffnung der ersten Klettersteigschule im April 2010 in Berchtesgaden

Techniktraining und Kletter Know How für mehr Sicherheit im Fels

(17.03.2010 / Jennifer Jabilonski) Klettersteige, im italienischen Ursprung Via Ferrata genannt, liegen voll im Trend. Die Begehung der im Fels eingelassenen Metall-Leitern übt auf viele Outdoor-Sportler eine enorme Faszination aus und vermittelt: Sport, Naturerlebnis und Nervenkitzel. Nicht nur in Deutschland und den bayerischen Alpenregionen wurden in den vergangenen Jahren zehntausende Meter Stahlseil und Bohrhaken in Felslandschaften angebracht.

Sicher in den Fels: Von Materialkunde bis Klettertechnik

Dieser Trend führte nun zur Gründung der ersten Klettersteigschule im bayerischen Berchtesgaden. Die Kooperation zwischen dem Präsident des Verbands deutscher Berg- und Skiführer (VDBS), Michael Grassl, und dem Bergsportausrüster SALEWA hat das Ziel, Kletterer umfassend auf die unterschiedlichen Ansprüche und technischen Voraussetzungen eines Klettersteigs vorzubereiten.

Mit dem Start der Klettersaison im April 2010, planen die Betreiber zunächst einen Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs sowie Klettersteig-Incentives für Unternehmen anzubieten. Neben Grassl, werden die Kurse von seinen Kollegen Stefan Höllbacher und dem Inhaber der Klettersteigschule Korbinian Rieser geleitet. „Unsere Pflicht als Bergführer ist, Menschen optimal auf alle Bergsportaktivitäten vorzubereiten. Das Ziel ist, Wissen zu vermitteln, das sie befähigt sich eigenständig – ohne Risikomaximierung – in der Vertikalen zu bewegen.“, so Grassl.

Das Kursprogramm ist speziell auf Kletterneulinge ausgerichtet und reicht von der Materialkunde bis zur Lösung technischer Aufgaben am Fels. Kursteilnehmer, die noch nicht über eine eigene Kletterausrüstung verfügen, haben im örtlichen Sportfachgeschäft Intersport Renoth die Möglichkeit, Material auszuleihen. Darüber hinaus verfügt die Filiale über ein SALEWA-Klettersteig-Testcenter, bei dem die Kunden ein Gespür für die korrekte Handhabung des Equipments entwickeln können.

Klettersteige: Von Wanderbefestigung zum Trendsport

Die Geschichte der Klettersteige reicht 40 Jahre zurück: Im Jahr 1970 wurden die ersten öffentlichen „Via Ferrata“( zu Deutsch „Eisenweg“) im italienischen Brenta angebracht, um vereinzelte Felspassagen, die auf Wanderwegen lagen, abzusichern.

Klettersteig-Begehungen haben sich zu einer eigenen alpinen Disziplin entwickelt. Sie haben einen regelrechten „Kletterhype“ unter Outdoor-Sportlern ausgelöst. Dies spiegelt sich auch in den zunehmenden Schwierigkeitsgraden der „Via Ferrata“ wider: Für viele Klettersteige ist ein hohes technisches Können erforderlich, über welches Kletteranfänger oder Wanderer in der Regel nicht verfügen.

Mit der Zunahme an Fans von Klettersteigen, nimmt auch die Zahl der Bergrettungseinsätze zu: Viele Menschen trauen sich in Klettersteige, weil ihnen das feste Stahlseil im Fels ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Als Konsequenz kommt es nicht selten vor, dass Kletterer ihre eigenen Fähigkeiten und Kräfte überschätzen.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit zählen zu den Grundvoraussetzungen zur Begehung eines Klettersteigs. Um die Faszination Klettersteig, ob als Einzelperson oder Gruppe, jedoch mit Freude und größtmöglicher Sicherheit erleben zu können, bedarf es viel Übung, einer umfassenden Vorbereitung und eines sicheren Umgangs mit dem Equipment.

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