Area 47
Die Area 47, laut Eigenwerbung „the ultimate Outdoor Playground“ am Eingang zum Tiroler Ötztal zeigt eindrucksvoll, was zur Zeit the state of art ist, um neudeutsch zu bleiben. Der Name kommt vom 47. Breitengrad, der Bezug zum Thema Outdoor bleibt durchgängig. Vor kurzem eröffnet, wird hier auf 6,5 Hektar eine unglaubliche Vielfalt an Outdoor-Aktivitäten inszeniert, die Maßstäbe für die Zukunft setzt.
Ohne auf Details eingehen zu können, lassen sich die Angebote vier Erlebnisbereichen zuordnen:
- Waterword
- Climbers Paradise
- Speed & Fun
- Outdoor Aktivitäten
Posititv denken
In einer Outdoor-Erlebniswelt wird die Wildnis gezähmt und unseren Bedürfnissen angepasst. Ich mag es ja eher umgekehrt, aber: Die eigene Ideologie darf den Blick nicht vernebeln. Wer Adventure Parks wie die Area 47 nur als durchkommerzialisierte Kunstwelt verteufelt, verkennt die positiven Aspekte.
Viele alpine Regionen gelten heute als strukturschwach, die Leute wandern ab, die Kulturlandschaft verkommt. Outdoor-Erlebniswelten sind starke Arbeitgeber. Wenn im Ruhrgebiet in ehemaligen Zechengeländen solche Landschaften entstehen, warum nicht in den Bergen? Wichtig ist das wie: Es hält uns niemand davon ab, durch kritischen Konsum diese Erlebniswelten ganzheitlich und in die regionale Kultur und Natur eingebettet zu gestalten.
Betrachtet man die Entwicklung der Outdoor-Erlebniswelten in Ihrem Einfluss auf den Konsumenten, könnte die Entwicklung nicht positiver sein! Frühere Angebote nach dem Konzept der Disneyworld boten keine echten Körpererfahrungen – nur große Herausforderungen für den Verdauungsapparat, und wenn man bewegt wurde, dann in der Achterbahn, wo man hinterher kotzen muss. Heute ist Körpereinsatz gefragt – das ist gesund!
Schließlich: In der mitteleuropäischen Hochgebirgswildnis ist immer noch Platz genug. Jedem, den ich in die Area 47 schicke, werde ich dort nicht begegnen. Das ist der gleiche Effekt wie im mallorquinischen Hinterland der Ballermänner.







