Durch Sachsen verlaufen auch einige Fernradwege, darunter die Deutschlandrouten 10 und 12 (Markierung: halbes Speichenrad und Nummer). Am bekanntesten ist der Elberadweg (Nr. 10), der auf seinem Verlauf hier die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz und viele sehenswerte Städte passiert. Etwas weniger besucht ist der Oder-Neiße-Radweg (Gesamtlänge 630 km). Er besticht v.a. durch Ruhe und landschaftliche Schönheit, außerdem geht es von Zittau bis zur Ostsee nur noch bergab; ein ähnliches Profil weist der Spreeradweg (Oberlausitz-Berlin) auf. Der Elsterradweg (250 km) verbindet vier Länder und der Muldental-Radwanderweg (400 km) drei Flüsse, beide sind etwas anspruchsvoller und nicht für jedes Rad geeignet. Es gibt aber auch eine Vielzahl an regionalen Radrouten, z.B. den Seeadlerradweg (80 km Rundkurs) in der Oberlausitz oder die Oberlandtour (40 km) im Vogtland. Strecken für Mountainbiker findet man v.a. im Zittauer Gebirge und im Erzgebirge; hier ist die Spielzeugstadt Seiffen ein beliebter Ausgangspunkt für Rundtouren. Als zusätzliche Möglichkeit gibt es in Sachsen noch einige Bikeparks, z.B. in Plauen (AREA 241), Leipzig (Der Schießplatz), Stollberg, Olbernhau (Freeride-Dirtpark), Arnsdorf und Hoyerswerda.
Der Jahnatal-Radwanderweg – schön, aber kurz oder schön kurz
Das Jahnatal ist ein sehr beliebtes Wandergebiet mit einer großen Artenvielfalt bei Flora und Fauna; der Unterlauf der Jahna ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Der Startpunkt der Radtour liegt am Stausee Baderitz bei Döbeln, der u.a. über die Elbe-Mulde-Route zu erreichen ist. Die 27 km lange Strecke verläuft überwiegend auf gut ausgebauten Rad- bzw. Waldwegen oder über verkehrsarme Nebenstraßen. Sie ist durchgehend beschildert und sehr gut für Familien geeignet; da die meisten Wege jedoch unbefestigt sind, sollte man diese Route besser bei trockenem Untergrund befahren. Neben einem beeindruckenden Naturerlebnis mit seltenen Pflanzen- und Tierarten in der Talaue und den ufernahen Randbiotopen der Jahna bietet diese Tour auch kulturelle Sehenswürdigkeiten. Einen Besuch wert sind bereits zu Beginn der Fahrt das Renaissanceschloss Noschkowitz und die Kirche in Zschaitz; über die historische Altstadt von Jahna geht es weiter nach Hof mit Schloss, Park und einer sehr alten Wallanlage. Nach der Ortschaft Stauchitz beginnt das Landschaftsschutzgebiet, durch das man bis zum Stadtpark von Riesa fährt; hier gibt es u.a. noch den Schlosspark von Seerhausen und die Barockkirche in Pausitz zu besichtigen – und für Radfahrer natürlich das Nudelmuseum mit dem Nudelcenter.
Der Zschopautalradweg – Schlösser vom Fichtelberg bis zum Muldetal
Die Zschopau entspringt am Fichtelberg (1.215 m üNN) im Erzgebirge nur wenige Meter unterhalb des Gipfels; sie fließt auf ihrem Weg nach Norden zunächst in einem engen, tief eingeschnittenen Tal durch das Mittlere Erzgebirge und dann ab Flöha durch das Sächsische Hügelland, bevor sie westlich von Döbeln in die Freiberger Mulde mündet. Ihr Lauf wird gesäumt von vielen Schlössern und Burgen, die zumeist auf den umgebenden Hügeln thronen und einen wunderbaren Anblick bieten. Der Zschopautalradweg weist eine Gesamtlänge von 137 km auf, der Schwierigkeitsgrad liegt bei mittel bis schwer; der Radwegeanteil beträgt ca. 60 %. Allerdings sind diese Wege oft sehr schmal, daher ist die Route infolge der Streckenbeschaffenheit nur für Tourenräder bzw. Mountainbikes geeignet und nichts für Familien oder Fahrräder mit Anhänger; die Verkehrsbelastung dagegen ist sehr gering. Die Strecke ist durchgehend beschildert und weist v.a. zu Beginn einige größere Steigungen auf. Wer diese Abschnitte umgehen will, kann auf die Zschopautalstraße nahe am Fluss ausweichen; es ist jedoch zu empfehlen, für alle Fälle eine Karte im Gepäck zu haben. Höhepunkte dieser Tour sind neben der reizvollen Landschaft die Ausblicke auf die Schlösser. Nach Wolkenstein und Scharfenstein zu Beginn kommt Schloss Wildeck bei Zschopau und die Augustusburg östlich von Chemnitz; darauf folgt Schloss Lichtenwalde, die Sachsenburg und Schloss Kriebstein, bevor der Weg hinter Waldheim in dem weiten Tal der Freiberger Mulde endet.
Der Froschradweg – sehr viele Teiche und noch mehr Frösche
Der Froschradweg ist ein ca. 260 km langer Rundkurs durch die Teich- und Heideregionen der nördlichen Oberlausitz, die von der Schwarzen und Weißen Schöps sowie der Spree durchflossen werden. Markante Eckpunkte der Route sind die Städte Bad Muskau, Hoyerswerda, Bernsdorf und Niesky, im Zentrum liegt das Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“. Die Strecke verläuft überwiegend auf asphaltierten Rad- und Wirtschaftswegen und ist durchgehend mit dem Logo „Winkender Frosch“ beschildert; sie führt eben durch eine leicht hügelige Landschaft, nur im südlichen Abschnitt (Hohe Dubrau, Königshainer Berge) gibt es leichte Steigungen. Die Tour ist für Familien sehr gut geeignet, und aufgrund vieler Freizeitmöglichkeiten und Campingplätze am Wegrand kann man hier eine ideale Radwanderwoche mitten in der Natur verbringen. Geeignete Startpunkte mit Bahnanschluss für den Rundkurs sind Hoyerswerda, Kamenz und Weißwasser, in Bad Muskau und Podrosche ist ein Wechsel über die Grenze nach Polen möglich. Glanzpunkte des Froschradweges sind natürlich die mehr als tausend Teiche; es gibt unterwegs aber auch sonst sehr viel Abwechslung, z.B. die Tiergehege in Bernsdorf und Thräna, den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, die historische Altstadt von Hoyerswerda oder einfach einen kleinen Badeweiher mit Fröschen.







