Quer durch Sachsen-Anhalt verläuft ein internationaler Fernradweg, die EuroRoute R1 (Calais-St. Petersburg; Markierung grünes Rad/R1 auf weißem Grund); die Strecke (220 km) führt vom Harz bis zur Lutherstadt Wittenberg. Der sehr beliebte Elberadweg (Deutschlandroute Nr. 10; Markierung halbes Speichenrad und Nummer) durchquert Sachsen-Anhalt von Süden nach Norden auf insgesamt 360 km Länge; weitere Flussradwege sind u.a. der Boderadweg, der Elsterradweg oder die Saale-Unstrut-Elster-Radacht, ein 180 km langer Rundweg mit einer Ost- bzw. Westschleife und Naumburg als Zentrum. Themenradwege sind z.B. die Bauhaustour (17 km durch Dessau), die Schlösser- und Burgentour Elbe-Vorfläming (96 km) und die Kohle-Dampf-Licht-Tour bei Bitterfeld (Gesamtlänge 33 km). Für die Mountainbiker ist der Harz ein ideales Revier, so wurde z.B. an der Rosstrappe bei Thale eine 2 km lange Downhillstrecke angelegt, die einige Kondition beansprucht, technisch aber auch für Anfänger geeignet ist. Anspruchsvoller ist die Route Ilsenburg-Schierke-Braunlage-Ilsenburg (51 km, 2.050 Höhenmeter), das Highlight ist jedoch die Brockenumrundung (50 km, 1.300 Höhenmeter); diese Tour ist aufgrund der Trailbeschaffenheit bei Nässe fast unfahrbar und ansonsten auch nur sehr geübten Fahrern zu empfehlen.
Die Gartenreichtour Fürst-Franz – das Motto lautet „Park und Bike“
Die Gartenreichtour Fürst-Franz begeistert v.a. Naturfreunde und Liebhaber von Parks und englischen Landschaftsgärten, man kann dabei aber auch viele Schlösser und andere Bauwerke im klassizistischen Stil besichtigen; aufgrund der Geschlossenheit und der Einzigartigkeit wurde das Gartenreich Dessau-Wörlitz im Jahr 2000 als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Der Name dieser Thementour geht zurück auf den Begründer der Parkanlagen, Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817); die Landschaft wird geprägt durch die beiden Flüsse Mulde und Elbe mit ihren Auwäldern, Feuchtbiotopen und Flachwasserbereichen, in die Alleen, Parkanlagen und Gebäude meisterhaft integriert wurden. Die Gartenreichtour weist bei einer Gesamtlänge von 65 km keine nennenswerten Steigungen auf; sie verläuft überwiegend auf ausgewiesenen Radwegen bzw. verkehrsarmen Nebenstraßen und ist deshalb auch für Familien gut geeignet. Die weiß-rot-weiße Markierung mit dem Schriftzug „Fürst Franz“ darüber führt von Dessau nach Vockerode und über Wörlitz und Oranienbaum zurück nach Dessau; hier besteht auch eine Eisenbahnanbindung mit vier Haltepunkten (Hauptbahnhof, Süd, Mosigkau, Alten). Bester Startpunkt für die Rundtour ist im Südwesten von Dessau das Schloss Mosigkau, dessen Park den Ursprung der gesamten Anlagen darstellt. Nördlich davon liegt am gleichnamigen See Schloss Kühnau, dieser Park im südländischen Stil enthält einen Weinberg und ein kleines Amphitheater; weitere lohnenswerte Ziele sind Park und Schloss Georgium, das Schlösschen Luisium und der Dianatempel am Sieglitzer Berg. Im Osten von Dessau befindet sich in Wörlitz das Schloss mit seinem berühmten englischen Landschaftspark, in dem allerdings Radfahren nicht erlaubt ist; über Oranienbaum (dreiflügelige Schlossanlage, Park mit chinesischem Teehaus) geht es vorbei an der Biberfreianlage und dem Turm der 8 Winde zurück zum Startpunkt nach Dessau-Mosigkau.
Der Heiderundweg Dübener Heide – auf den Spuren von Martin Luther
Trotz der räumlichen Nähe zur Lutherstadt Wittenberg hat die Bezeichnung des Heiderundweges „Dübener Heide“ nichts mit Religion zu tun, sondern sie bezieht sich auf die vielfältigen Heidelandschaften, die der Radweg berührt. Auf einer Gesamtlänge von 54 km führt die Rundtour durch ausgedehnte Kiefernwälder und vorbei an Mooren, Mühlen und vielen Wasserläufen; das Wahrzeichen der Region ist deshalb auch der Biber. Die Strecke verläuft fast ausschließlich auf – teilweise sandigen – Wald- und Wirtschaftswegen bzw. auf verkehrsarmen Nebenstraßen; durch die geringen Steigungen ist sie auch für Familien gut geeignet. Markante Eckpunkte der Tour sind Bad Schmiedeberg, Bergwitz und Radis, hier gibt es auch jeweils einen Bahnanschluss; bester Startpunkt ist die Kurstadt Bad Schmiedeberg mit der Promenade und einer sehenswerten Altstadt. Der Weg führt zunächst zum barocken Wasserschloss Reinharz und weiter über die Gotthards- und Neumühle nach Kemberg (spätgotisches Rathaus, Kirche); vom Bergwitzsee (ehemaliger Tagebau) geht es nach Radis und zum Hohen Gieck (193 m üNN). Vorbei am Lutherstein, einem großen Findling, und einer Köhlerei erreicht man wieder den Ausgangspunkt Bad Schmiedeberg.
Der Altmarkrundkurs – kreuz und quer durchs alte Land
Die Altmark ist der nördlichste Landschaftsteil von Sachsen-Anhalt und ein uraltes Siedlungsgebiet; die Region zwischen Stendal und Salzwedel ist bis heute landwirtschaftlich geprägt mit Wäldern und Heide, kleinen Dörfern und Städten. Der Altmarkrundkurs führt auf einer Gesamtlänge von rund 500 km kreuz und quer durch diese Landschaft und berührt dabei u.a. die Elbauen, die Hügel der Altmärkischen Schweiz, das Jerichower Land und den Drömling. Das Kennzeichen des Rundweges ist ein gelbes Quadrat mit stilisierter welliger Landschaft, einer Kirche und einem Fahrrad im rechten oberen Eck; die Route verläuft nur auf Radwegen, Wald- und Wirtschaftswegen sowie verkehrsarmen Nebenstraßen. Der Altmarkrundkurs ist aufgrund seiner Länge und der flachen Streckenführung bestens geeignet für einen ausgedehnten Radurlaub. Die Etappenziele kann man dabei selbst bestimmen, denn unterwegs gibt es sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten; nicht versäumen sollte man jedoch eine Besichtigung der Hansestadt Salzwedel und der alten Kaiserstadt Tangermünde.







