Ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz zaubert nicht nur beim Touren-Radfahrer, sondern auch bei den Mountainbikern ein Lächeln ins Gesicht. Auf fünf Fahrradrouten mit einer Gesamtlänge von ca. 260 km und sechs Mountainbikerouten mit ca. 300 km Länge bleibt kein Fahrradwunsch offen. Wer nicht so gut trainiert ist bleibt im Appenzeller Land nicht etwa außen vor, sondern mietet sich einfach ein Elektrobike. Durch einen Verbund der Gastwirte und Hotels im Appenzellerland besteht ein dichtes Netz von Aufladestationen für den Fahrer und seinen Akku.
Geführte Fahrradtouren sind ebenfalls im Angebot. Fahrrad fahren im Appenzeller Land macht den Urlaub für die gesamte Familie zu einer besonderen Naturerfahrung.
Allgemein ist zu sagen, dass die Straßen in einem sehr guten Zustand und überwiegend geteert sind. Die Beschilderung ist einheitlich, übersichtlich und mit Angaben zu Entfernungen und Höhe versehen. Auf Teilen der Tourenstrecken fährt der Radfahrer auf geteerten Nebenstraßen, die mehr oder weniger von Autos befahren werden.
Vom Rad steigen – die Highlights der Strecken.
Neben der überwältigenden Natur und Gastfreundschaft hat das Appenzellerland entlang der Routen noch einiges zu bieten. Da steigt man gerne einmal ab.
Lachen und Käse sind gesund.
Die Appenzeller Route Nr. 42 ist mit ca. 71 km anspruchsvoll. Insgesamt sind 1549 Höhenmeter zu überwinden. Sie beginnt in der UNESCO-Welterbe-Stadt St. Gallen. Nach einem gemäßigten Anstieg in freiem Gelände landet man in Stein. Dort kann der Radfahrer zum ersten Mal absteigen und sich in der Schaukäserei die Herstellung des berühmten Appenzeller Käse zeigen lassen. Auf leichter Strecke, allerdings auf Nebenstraßen, geht es durch Wiesen und freiem Blick weiter nach Appenzell mit seiner berühmten Hauptgasse. Nun geht es über sanfte, freie Hügel aufwärts bis zum Luftkurort Gais und auf Fahrradwegen weiter, teils durch Waldgebiete, bis zum St. Anton hinauf mit einer herrlichen Aussicht. Ab da geht es auf Nebenstraßen hinunter über Oberegg bis Walzenhausen. Dort laden mehrere Gasthäuser zum Genießen regionaler Schmankerl ein. Weiter geht es dann wieder bergauf nach Heiden. Ein Stück vor und nach Heiden muss mit größerem Autoverkehr gerechnet werden. Wer zum Lachen nicht in den Keller geht, der sollte in Heiden vom Rad steigen und auch seine Lachmuskeln trainieren. Der Witzweg, nebenbei mit der schönsten Aussicht auf den Bodensee, hält 80 Witze auf Tafeln bereit. Für Kinder gibt es 20 Witztafeln. Nach Rehetobel muss man noch einmal hinaufstrampeln und dann geht es nur noch abwärts über Speicherschwendi, teilweise auf Nebenstraßen, zurück nach St. Gallen.
Noch mehr Käse und rosarote Vögel.
Die regionale Mountainbiketour H Appenzeller Gipfel ist eine 63 km lange anspruchsvolle Mountainbiketour. 1421 Höhenmeter gilt es zu überfahren. Die Tour beginnt in Hundwil und gleich zu Beginn ist ein steiler und kurviger Aufstieg durch offenes Gelände und am Ende durch Wald zur Hundwilerhöhi zu bewältigen. Über Wiesen- und Schotterwege geht es wieder steil hinab bis Gonten. Das Naturmoorbad Gontenbad ist berühmt für seine Bäder. In den Ruheräumen, sagt man, sah schon so mancher Gast Flamingos durch den Wassernebel.
Weiter geht es über Kaubad nach Appenzell hinunter. Von Mitte September bis Mitte Oktober ist dort Viehschau. Es werden die schönsten Zuchtkühe prämiert, mit anschließendem Feiern. Auf Nebenstraßen fährt man über Weissbad nach Lehmen. Dort kann man einkehren und sich stärken. Ein relativ langer Anstieg durch einen Wald folgt, bis hinauf über die Waldgrenze bis nach Chammhalden auf 1394 m ü. M. Ein Traumblick rundum belohnt die Mühe. Weiter geht es zur Schwägalp und zur dortigen Alpschaukäserei. Am Flüsschen Urnäsch entlang geht es hinunter bis Rossfall. Dort kann man nochmals einkehren, um dann auf Nebenstraßen bis Blattendürren zu radeln. Ohne Autoverkehr geht es hinunter nach Jakobsbad. Dann über Urnäsch auf Nebenstraßen zurück nach Hundwil.
Die leichte Tour mit viel Ausblick und Geschichte.
Die regionale Fahrradtour A durchs Appenzeller Vorderland ist eine leichte Tour von 35 km Länge und einer Höhendifferenz von 538 m. Sie beginnt in Walzenhausen, dem Balkon vom Bodensee, und führt über Nebenstraßen stetig bergauf durch freies Gelände bis Oberegg und schließlich bis zum St. Anton. Von hier hat man einen atemberaubenden Ausblick auf den Säntis. Über Landmark bis Trogen könnte viel Fahrradverkehr herrschen, da diese freie Strecke auch speziell für Elektrobikes beschildert ist. In Trogen kann man hervorragend einkehren und die spätbarock-klassizistische Kirche und die Palastbauten aus dem 18. Jahrhundert auf dem Dorfplatz bewundern. Weiter geht es über Habsat und ein Stück bergauf bis Wald. Auf Nebenstraßen über Heiden, mit seinem Witzweg, und Wolfhalden, mit wunderbarem Blick auf den Bodensee, geht es durch sanfte Wiesenlandschaften leicht hinunter bis Walzenhausen.
Radtouren im Appenzellerland
Wo Fahrradfahrer glücklich sind
(07.10.2009) Velofahren im Appenzeller Land ist ein Vergnügen der besonderen Art. Sanfte Landschaften, gastfreundliche Menschen und kulinarische Köstlichkeiten am Wegesrand machen eine Fahrradtour im Appenzeller Land zum unvergesslichen Erlebnis.
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