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Radfahren in und um die Hansestadt Bremen

Idyllische Weser-Region

(07.10.2009) Bremen ist eine Stadt für Radfahrer. Die flache Landschaft, radbegeisterte Menschen und ein gut ausgebautes Radwegenetz haben die Hansestadt zur Großstadt mit der höchsten Fahrradnutzung in Deutschland gemacht. Der Radverkehrsanteil liegt bei 22 Prozent. Das innerstädtische Radwegenetz hat eine Länge von über 560 Kilometern. Auf ihm sind alle wichtigen Ziele im Stadtgebiet bequem mit dem Fahrrad zu erreichen. Viele Radwege führen durch Parks, Grünzüge und an den Deichen entlang.

In einem Umkreis von 30 Kilometern um Bremen herum existiert mit dem sogenannten „Grünen Ring“ ein Radwegenetz mit einer Gesamtlänge von 800 Kilometern. Es gibt drei Ringwege, die durch die landschaftlich schönsten Gebiete im Bremer Umland führen. Die Ringwege sind untereinander verbunden, so dass Fahrstrecken ganz individuell zusammengestellt werden können. Für Mountainbiker ist Bremen aufgrund seiner Lage im Flachland nicht so interessant. Es gibt keine speziellen Routen, aber alle Radwege sind natürlich auch mit Mountainbikes zu befahren.
Im internationalen Radwegenetz ist Bremen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die sogenannte Pilgerroute führt von Norwegen über Schweden und Dänemark kommend durch Bremen und dann weiter über Belgien und Frankreich bis nach Santiago de Compostella in Spanien. Die Weser-Alpenroute verläuft von der Wesermündung über Bremen, Kassel, Würzburg bis nach Füssen am Alpenrand. Auf regionaler Ebene sind es der Weserradweg, der Hanseradweg und der Geestrandweg, die durch Bremen führen.

Es folgen zwei Vorschläge für Tagesausflüge ins Bremer Umland. Jede Route ist etwa 60 Kilometer lang. Wer kürzere Touren fahren möchte, kann für Teilstrecken auf die Bahn oder das Schiff umsteigen.
Beide Touren sind ideal fürs Familienradeln. Die Wege sind in der Regel befestigt, es gibt kaum Steigungen. Ein Großteil der Strecken ist für den Autoverkehr gesperrt. Zur Orientierung eignet sich das Kartenmaterial vom Grünen Ring. Die Wege sind gut ausgeschildert.

Durch das Teufelsmoor nach Worpswede

Die Strecke führt vom Hauptbahnhof durch den Bürgerpark zum Jan-Reiners-Weg, einem ehemaligen Bahndamm. Auf ihm geht es durch das Naturschutzgebiet Hollerland zu dem Ort Lilienthal.
Das Hollerland ist ein ehemaliges Sumpfgebiet, das von holländischen Siedlern im 12. Jahrhundert urbar gemacht wurde. Zur Entwässerung legten sie ein dichtes Netz von Gräben an, in denen heute eine sehr seltene Grabenvegetation zu finden ist. Außerdem gehört das Areal zu den wichtigsten Brutgebieten für Wiesenvogel im norddeutschen Raum.
Durch Lilienthal fahren Sie auf einem schmalen Deichweg entlang der Wörpe bis Falkenburg. Durch die Ortschaften Worphausen, Lüninghausen und Westerwede führt ein Radweg parallel zur Landstraße nach Worpswede. Der Ort, mitten im Teufelsmoor gelegen, ist bekannt durch die Künstlerkolonie, die hier gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. Die herbschöne Moorlandschaft zog viele Maler und andere Künstler an, die hier Motive für ihre Werke fanden. Heute herrscht in dem Ort, besonders an Wochenenden, ein reges Treiben. Galerien und Museen ziehen viele Besucher an. Cafes und Gasthäuser bieten Möglichkeiten zur Einkehr. Von Mai bis Oktober besteht die Möglichkeit, mit der Museumsbahn „Moorexpress“ von Worpswede nach Bremen zurück zu fahren. Mit dem Rad geht es durch die Hammeniederung und auf dem Wümmedeich zurück nach Bremen. Sie durchqueren das Blockland und gelangen von hier wieder in den Bürgerpark und zum Hauptbahnhof.

Drei - Flüsse –Tour (von Bremen nach Vegesack und zurück)

Vom Hauptbahnhof aus geht es durch Altstadt und Neustadt nach Huchting. Sie durchqueren den Park links der Weser, vorbei an Wiesen und Wasserläufen. Entlang dem kleinen Flüsschen Varreler Bäke führt der Weg in das Naturschutzgebiet Brokhuchting. Es ist mit seinen großflächigen Überschwemmungsflächen ein bedeutendes Rastgebiet für Wasser- und Watvögel. Weiter geht es durch die Felder und Weiden von Niedervieland. Aus einiger Entfernung sind die Hallen des Güterverkehrzentrums zu erkennen. Den Weserdeich entlang führt der Weg vorbei am Yachthafen Hasenbüren zum Ochtumsperrwerk. Auf der anderen Weserseite sehen Sie die Industriehäfen und die Silhouette der Stahlwerke. Über die Orte Altenesch und Deichhausen geht es weiter nach Lemwerder. Hier setzen Sie mit der Fähre nach Vegesack über. An Knoops Park, der mit zu den schönsten Bremer Landschaftsparks gehört, und an der Lesum lang führt der Weg jetzt zurück in Richtung Bremen. Sie überqueren die Lesum am Lesumsperrwerk und fahren auf der anderen Flussseite weiter in Richtung Wasserhorst. Auf dem Deich haben Sie einen schönen Blick auf den Geestrand der Bremer Schweiz. Am Zusammenfluss von Hamme und Wümme in Wasserhorst gelangen Sie auf den Wümmedeich. Der Weg führt am gewundenen Lauf der tidebeeinflussten Wümme entlang, die hinter einem breiten Schilfgürtel dahinfließt. Längs des Deiches liegen kleine Seen, die Kolke. Sie haben sich nach Deichbrüchen gebildet und bieten vielen seltenen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Vorbei geht es an reetgedeckten Bauernhäusern, manche mit angeschlossenem Hofladen. Mehrere kleine Gartenlokale bieten Rastmöglichkeiten. Auch hier geht es wieder durch das Blockland und dem Bürgerpark zum Hauptbahnhof zurück. Es ist möglich, mit der Bahn oder mit dem Schiff nach Vegesack zu fahren und von dort nur eine der beiden Teilstrecken links oder rechts der Weser zu radeln.


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