Das „Bayernnetz für Radler“ weist 116 Radfernwege mit insgesamt ca. 8.700 km Länge auf; ergänzt wird dieses Radwegenetz durch regionale und lokale Radwege auf Landkreis- und Gemeindeebene. Während die kommunalen Radrouten zumeist einen thematischen Hintergrund (kulturell, historisch, regional) haben, orientieren sich die großen bayerischen Fernradwege oft an den Flüssen. Beste Beispiele sind der Main-Radweg (599 km), der bayerische Anteil am Donauradweg, der Altmühlradweg (255 km) oder der Isarradweg (281 km). Für Mountainbiker sind im Frankenwald 7 Rundkurse mit Strecken zwischen 29 und 56 km (Gesamtlänge 300 km) und 8.000 m Höhendifferenz ausgeschildert; auf dem Döbraberg bei Schwarzenbach am Wald ist ein Trainingsgelände mit Singletrails ausgewiesen. Die MTB Zone Bikepark im Bayerischen Wald (Bischofsmais) lässt ebenfalls keine Wünsche offen; es gibt 10 km angelegte Strecken für Downhill, Dual-Slalom, Freeride und Biker X, dazu kommt noch Dirt-Line, Holztrail und Jump-Trails sowie zwei Lifte für den Transport nach oben.
Der Kahltal-Spessart-Radweg – die Abkürzung im Mainviereck
Der Kahltal-Spessart-Radweg beginnt in Kahl am Main am tiefsten Punkt Bayerns (100 m üNN) an der Grenze zu Hessen und endet nach 73 km in Lohr am Main, dem Beginn des Mainvierecks. Die familienfreundliche Tour im Kahltal verläuft auf Wirtschaftswegen, kleinen Ortsverbindungsstraßen und speziell ausgewiesenen Radwegen; fast die gesamt Strecke wird von einer Bahnlinie begleitet, so dass man im Notfall auch von diesem Transportmittel Gebrauch machen kann. Die Beschilderung erfolgt durch weiß-grüne Wegweiser mit Orts- und km-Angaben an den Knotenpunkten und Zwischenwegweisern mit Specht und Fahrrad als Symbol. Die Route passiert entlang der Kahl zunächst Weinberge und Streuobstwiesen (Apfelwein) und erreicht über Alzenau, Michelbach und Mömbris bei km 27 den Ort Schöllkrippen, das Zentrum des oberen Kahlgrunds. Bei dem Weiler Bamberger Mühle (km 34) unweit der Kahlquelle ist Halbzeit der Tour, hier besteht auch die Möglichkeit zur Übernachtung. Danach beginnt der Waldspessart mit einem kleinen Anstieg (5 % Steigung) auf den höchsten Punkt des Radweges (503 m üNN); über Heinrichsthal, den Luftkurort Heigenbrücken, Krommenthal und Partenstein erreicht man die Lohrer Altstadt, wo viele Biergärten auf die Radler warten.
Der Fünf-Flüsse-Radweg – immer nah am Wasser
Seinem Namen entsprechend verbindet der Fünf-Flüsse-Radweg die Täler von Pegnitz, Naab, Vils, Donau und Altmühl; auf einer Länge von insgesamt 305 km berührt die Rundtour durch 7 bayerische Landkreise und die kreisfreie Stadt Nürnberg die Tourismusregionen Fränkische Schweiz, Frankenalb, Frankenjura und Altmühltal. Die Strecke verläuft überwiegend auf Wald- und Wirtschaftswegen, speziell ausgewiesenen Radwegen und verkehrsarmen Nebenstraßen, die Markierung ist ein blau-weiß gestreifter Aufkleber mit der Beschriftung „Fünf-Flüsse-Radweg“. Oft verlaufen auch andere lokale oder regionale Radwege parallel zu dieser Route, so dass es keine Orientierungsschwierigkeiten gibt. Die Tour ist für alle Fahrradgattungen geeignet, auch Kinderanhänger sind durch die geringen Steigungen kein Problem; insgesamt gibt es auf der gesamten Strecke nur eine Höhendifferenz von 707 m. Der Fünf-Flüsse-Radweg weist neben einer abwechslungsreichen Landschaft auch eine hervorragende Infrastruktur auf; es gibt zahlreiche Gaststätten, Rastplätze, Info-Tafeln und Besichtigungsmöglichkeiten, so dass man diese Tour zu einem mehrtägigen Fahrradurlaub - auch mit Unterbrechungen z.B. zum Kajakfahren - ausbauen kann. Der Einstieg in diesen Fahrrad-Rundweg ist im Prinzip überall möglich, die besten Bahnanschlüsse bieten die Städte Nürnberg und Regensburg.
Die Oberpfälzer Wald-Runde – mal sportlich, mal gemütlich
Die Oberpfälzer Wald-Runde ist eine 253 km lange Tour durch die Landkreise Schwandorf, Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth, die viele landschaftliche und kulturelle Schönheiten des Oberpfälzer Waldes berührt; die Strecke hat die Form einer Acht mit der Stadt Weiden als Mittelpunkt. Die Tour ist eine Verbindung mehrerer themenbezogener Radwege, so dass auf der ganzen Strecke immer wieder für Abwechslung gesorgt ist; Wegbegleiter sind die Markierungen Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, Radfernweg Bayern-Böhmen, Bockl-Radweg, Waldnaabtal-Radweg, Zoigl-Radweg, Stiftländer Karpfenradweg und Naabtal-Radweg. Die nördliche Schleife (109 km) über Windischeschenbach, Erbendorf, Wiesau, Mitterteich und Tirschenreuth ist aufgrund einiger Steigungen im Steinwald etwas anspruchsvoller; die Südschleife (156 km) verläuft überwiegend auf ehemaligen Bahntrassen und ist daher auch für Familien besser geeignet. Hier kann man bei einer mehrtägigen Radtour über Nabburg, Oberviechtach, Eslarn und Vohenstrauß viele Spezialitäten der Oberpfalz ausprobieren, z.B. Karpfen aus dem „Land der Tausend Teiche“ oder das Zoigl-Bier aus einem Kommunbrauhaus. Weitere Sehenswürdigkeiten der Wald-Runde sind u.a. die Akanthusaltäre der Pfarrkirche Eslarn, die Lobkowitzschlösser in Neustadt/Waldnaab, der Rosenquarzfelsen neben der Wallfahrtskirche in Pleystein und das Geo-Zentrum in Windischeschenbach. Der große Vorteil der Oberpfälzer Wald-Runde ist die Möglichkeit der Einteilung in verschiedene Streckenlängen, entweder sportlich in drei Etappen oder als gemütliche Familientour in einer Woche; auf jeden Fall ist es ein sehr guter Weg, um die Oberpfalz kennen zu lernen.







