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St. Antönien goes Schneeschuh

(23.01.2010 / Dr. Tobias Bach) St. Antönien klingt wie aus einer Märklin-Landschaft und sieht auch so aus. Es liegt südlich der gewaltigen Kalkwände des Rätikons, welche wiederum das Grenzgebiet des schweizerischen Kantons Graubünden zum Vorarlberger Montafon in Österreich markieren. Seine Lage, seine Höhe (1400-2800 m) machen es zu einem äußerst vielseitigen Gebiet für die, die gern draußen sind. Besonders geeignet im jetzigen Hochwinter ist St. Antönien fürs Schneeschuhwandern.  Da ist erstmal die gute Erreichbarkeit, auch mit den öffentlichen: Mit dem Zug von Zürich oder Bodensee nach Küblis, von dort mit dem mehrfach täglich verkehrenden Postbus mitten ins Dorf. Diverse hervorragend geführte Gasthöfe, aber auch günstige Selbstversorgerunterkünfte für Gruppen, z.B. auf Bauernhöfen, laden ein.

Der Michelshof ist beispielsweise sehr liebevoll und gemütlich eingerichtet und bietet deftige Schweizer Spezialitäten. Geographisch ein guter Ausgangspunkt für die Almen westlich des Ortes. Der Gasthof Sulzfluh liegt oberhalb des Ortes im Weiler Partnun und ist damit ein attraktiver Ausgangspunkt für die alpinen Touren zwischen Sulz- und Schijenfluh. Hier kann man nach der Tour im holzfeuergewärmten Badezuber entspannen und mit einem Röterli (ortsübliches Likörchen) den Sonnenuntergang beobachten. Perfekt! St. Antönien bietet sowohl gemäßigte Wanderungen im und knapp oberhalb der Baumgrenze als auch ernste alpine Unternehmungen.

Beispiele:

•    Eine gemütliche Almwanderung geht von St. Antönien in südwestlicher Richtung auf die Alp Valpun. Wer einen Gipfel dabei haben will, kann noch auf das Chrüz, 2195m, gehen. Aufstiegszeit ca. 3 Stunden, 770 Höhenmeter.

•    Die Wiss Platte (2628m) ist eine anspruchsvolle, landschaftlich herausragende Gipfeltour. Aufstiegszeit ca. 4 Stunden, 870 Höhenmeter.

•    Die Sulzfluh (2817m) ist der Prachtberg der Region. Am Einstieg im Gemstobel ist Schwindelfreiheit vonnöten (Drahtseile). 1050 Höhenmeter, Aufstiegszeit ca. 5 Stunden. Technisch leichter geht es von der Tilsunahütte in Österreich. Das ist allerdings von St. Antönien eine ziemlich große Runde.

Bei allen empfohlenen Touren ist natürlich die Lawinensituation zu beachten. Wer sich nicht sicher ist, buche einen Bergführer.  Steht man auf das Abenteuer Winterraum, kann St. Antönien auch Ausgangspunkt für mehrtägige Durchquerungen sein. In der Umgebung gibt es ein dichtes Netz von Alpenvereinshütten und in St. Antönien kann man alles einkaufen, was man braucht.  Außer die Kondition für den schweren Durchquerungsrucksack, die sollte man schon mitbringen. Ein Sportgeschäft mit Schneeschuhverleih gibt es, alle Infos unter www.st-antoenien.ch  und Käsefondue gibt es auch an jeder Ecke. Dazu jede Menge Landschaft unterschiedlichen Charakters. Was fehlt? Nichts!

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