Kurz vor 9 Uhr mache ich mich an den Aufstieg. Das erste Stück verläuft auf der Rodelbahn. Nachts hat es hier offenbar geregnet und es ist eisig glatt. Der Weg ist nicht schwierig zu gehen, durch die eisigen Stücke machen aber die Grödeln Sinn, die ich mir schon bald um die Füße schnalle. Damit geht es wesentlich sicherer und komfortabler bergauf.
Mit den Höhenmetern wird es langsam auch mehr Schnee und der Weg wird griffiger. In Serpentinen arbeite ich mich die verschneite Forststraße hinauf zur Kesselalm. Kurz vor dieser Alm wird der Weg kurz sehr steil. Wer aber auch dieses Stückchen bezwungen hat, kann von der Alm nach links durch tiefen Schnee zu einer kleinen Kapelle abbiegen:
Im Winter ist das nicht ganz einfach, denn der Pfad, der schon im Sommer schmal ist, ist schlicht nicht zu sehen. Aber die Mühe lohnt sich. Die Kapelle liegt malerisch auf einem Felsvorsprung und man wird mit einer traumhaften Aussicht auf das Leitzachtal und die Schlierseer Berge belohnt.
Nach diesem kleinen Abstecher mache ich mich auf, mein Tagesziel, den Breitenstein zu erreichen. Bis zur Kesselalm war der Weg vom Hüttenwirt geräumt und eignet sich daher ideal auch als Rodelbahn. Ab hier stapft man aber durch tiefen Schnee. Schneeschuhe sind fast unumgänglich. Also nutze ich die Bank vor der Hütte, um diese anzuschnallen, und gehe durch die unberührte Schneelandschaft weiter. Der Weg ist gut ausgeschildert und daher eigentlich nicht zu verfehlen. Man läuft geradewegs auf die Talstation der Materialseilbahn zur Hubertushütte zu.
Ab hier geht es auf einem Pfad steil bergan weiter durch den Wald, bis man nach ca. 30 Minuten die Hubertushütte erreicht, die allerdings im Winter nicht mehr bewirtschaftet ist.
Von der Hütte am Fuße des Breitenstein geht es nun in wenigen Minuten auf den Gipfel. Der Gipfelaufbau ist nicht mehr sonderlich steil und stellt keine großen Schwierigkeiten mehr da. Die Mühe des Aufstiegs wird mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Das Auge schweift über die Schlierseer und Tegernseer Berge und natürlich insbesondere auf den benachbarten Wendelstein, der durch die Radio-Station und entsprechende Antennen auf dem Gipfel sehr leicht zu erkennen ist.
Nach einer kurzen und sehr kalten, windigen Gipfelrast mache ich mich an den Abstieg. Ich folge meinen Spuren zurück zur Kesselalm und gehe von dort auf der Rodelbahn zurück ins Tal. Von hier aus gehe ich aber noch weiter, Richtung Fischbachau-Bahnhof. Die Forststraße führt mich auf einem hügeligen Weg direkt bis zur Bahnstation von Fischbachau, sodass ich auch keinen Bus mehr brauche. Mit der Bayerischen Oberlandbahn bin ich in einer guten Stunde wieder in München.
Fazit: Eine nicht allzu schwierige Tour, die aufgrund der vielen Bäume insbesondere an den steilsten Stellen sowie der geringen Höhe auch keine große Lawinengefahr aufweist. Im Sommer eignet sich die Tour auch für einen Nachmittagsausflug und ist auch mit Kindern gut machbar.
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Ein Gastbeitrag von Rainer Frank
Weitere Tourenberichte schreibt Rainer in seinem Blog, unter www.tourenberichte.com.







