Wir sind im italienischen Bergell in Novate Mezzola, einem kleinen Örtchen an der Straße Chiavenna - Mailand. Vor uns der Lago die Mezzola, ein nördlicher Ausläufer des Comer Sees. Hierher verirrt sich kaum ein Tourist, die einen wollen ins Engadin, die anderen zum Comer See oder eben nach Milano.
Codera (825m) ist ein Bergeller Bergdorf, man erreicht es von Novate (Parkmöglichkeit in Mezolpiano auf 315m!) über eine Treppe. Jawohl, eine uralte, in Stein gehauene Treppe! Ich habe die Stufen nicht gezählt, es sind an die 600 Höhenmeter. Wenn man gemütlich unterwegs ist, braucht man gut 2 Stunden. Keine Straße führt dort hinauf, und doch wohnen da Leute, alte und junge. Schon fängt die Magie an.
In Codera gibt es die wunderbare Locanda, einen bewirtschafteten Berggasthof mit Übernachtungsmöglichkeit - und zwar direkt am Dorfplatz, gegenüber der Kirche. Auch das ist ungewöhnlich. Etwas oberhalb hat es noch eine kleine „Beiz“ (Kneipe) mit traumhafter, rebenumrankter Terrasse. Lohnend ist der Weg zur Ladrognoschlucht, nur wenige Minuten vom Dorf. Wandert mal den Coderafluss weiter talaufwärts, wird es lieblicher, je nach Temperatur lädt der Fluss zu einem Bad ein. Bevor das Tal richtig aufsteilt (bis zur Schweizer Grenze am Trubinascapass sind 2.500 Höhenmeter zu überwinden) kommt auf 1.300m die Brascahütte, wunderschön auf einer großen Almwiese gelegen. Diese kann von sportlichen Wanderern in einer Tagesetappe von Novate erreicht werden. Für diese Touren ist es allerdings im Mai noch recht früh, während Codera bereits schneefrei ist. Man sollte sich beim Wirt der Locanda erkundigen, ob noch mit Nassschneelawinen aus den Hochtälern und Karen zu rechnen ist. Und dann steht einem magischen Tag nichts mehr im Wege. Der weite Weg lohnt sich.
Info:
Rifugio La Locanda di Codera
+39-0343-62037,
roberto.giardini@libero.it
Wandern im Val Codera
Ein magischer Ort
(27.05.2010 / Dr. Tobias Bach) Eins vorweg – das Val Codera ist kein Wanderziel fürs Wochenende – es ist zu weit weg. Es ist auch kein Familienziel – es gibt keine Angebote. Man braucht ein Auto, um überhaupt hin zu kommen, da es eine miserable Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel hat. Und man hat, ist man einmal im Val Codera, fast keine Möglichkeit, links oder rechts hinauf zu laufen. Keine Hütten, kaum Wege, hier und da eine Biwakschachtel.
Na toll, was sollen wir dann da und warum berichtet Outdoor.de darüber? Weil es ein Ort ist, den ich einen Magic Place nenne!
Aber der Reihe nach…
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