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Wanderherbst in Südtirol

Nicht ohne meine Esskastanie!

(02.11.2010 / Dr. Tobias Bach / Outdoor) Südtirol hat im Herbst die schönste Verbindung zwischen Gaumen- und Wanderfreuden im Angebot. Wenn sich in Südtirol die Blätter färben, wenn die Lärchen ihre gelben Teppiche auf den Wanderwegen ausrollen und die Berge schon weiß gezuckert sind, dann ist das nicht einen Asbach Uralt wert, nein, dann beginnt die wunderbare Törggelen-Zeit. Ein alter Brauch, dem sich Wanderer mit Hang zur Gaumenfreude nicht entgehen lassen sollten!  

Im Herbst ist Südtirol eine gute Destination, um beim Törggelen Esskastanien zu genießen.

Törggelen bedeutet aus touristischer Sicht zunächst, dass nicht der Gipfel das Ziel ist, sondern der Gast- oder Bauernhof. Dort werden herbstliche Kostbarkeiten zusammengeführt, die zusammen gehören: Herzstück sind die wunderbaren Esskastanien, welche sie auf den Höfen Ketschn nennen und in der Pfanne braten. Das ist der Klassiker, doch die Südtiroler haben so viel von dem kalorienarmen Buchengewächs, das immer nur Rösten zu langweilig wäre: Sie machen cremige Kastaniensuppe, bereiten Ratatoille daraus zu und selbst das süße Dessert ist keineswegs Kastanienfrei – man findet sie in Krapfen oder als Mousse.

Da ja zufällig auch gerade Weinlese ist, wird dazu der neue frische Wein gereicht! Dieser Umstand sollte letzte Zweifler davon überzeugen, das Törggelen zum Wandern gehört, und nicht zum Autofahren. In Südtirol gibt es tiefgelegene Täler, und deshalb dauert der Wander-Herbst hier auch etwas länger als in anderen alpinen Regionen. Bis Mitte November ist mit dampfenden Ketschn-Pfannen zu rechnen! Und dann gibt’s ja daheim auch schon den Weihnachtsmarkt.

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