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Viva Albigna!

Perfekter Einstieg ins Alpinklettern auf der Albignahütte

(16.08.2010 / Dr. Tobias Bach) Wem bisher das Bindeglied vom Klettergarten in die alpine Wand fehlte, voilá hier ist es! Die schöne Albignahütte ist leicht erreichbar und bietet vom bestens abgesicherten Klettergarten bis zur Abenteuertour die ganze Palette des Klettersports.
Die Albignahütte im Bergell.Die Albignahütte


Von der Malojapassstraße (zwischen St. Moritz und Chiavenna) geht es mit einer kleinen Seilbahn (kein Skigebiet) für moderate 18 CHF (hin und retour!) zum Stausee und von dort in 45 Minuten über die spektakuläre Staumauer zur Hütte. Puristen können natürlich auch laufen, das ist nicht verboten, mit dem schweren Kletterrucksack jedoch nicht jedermanns Sache. Wirt Michel gibt kompetent Auskunft, das Essen ist ausgezeichnet, aber das ist alles noch kein Alleinstellungsmerkmal: Der absolute Hit ist die bloße Existenz eines – haltet Euch fest – modernen Kaffeeautomaten. Was das auf einer Hütte dieser Höhenlage bedeutet, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Es sei nur an Kletterpapst Wolfgang Güllich erinnert: „Die Kaffeepause ist ein essentieller Bestandteil des Klettersports“. Er meinte sicher keinen Instantkaffee.


Piz dal Päl – perfektes Übungsgelände! Foto: tb

Klettergarten Piz dal Päl

Erst 2009 eingerichtet bietet dieser Klettergarten 45 Minuten von der Albignahütte entfernt alles, was man braucht, um letzte Berührungsängste mit dem Alpinklettern abzubauen: Routen von 4a bis 6b, Einseillängen, Mehrseillängen und ein langer Grat oben drüber, wo man das Gehen am kurzen Seil üben kann. Anbei ein kleiner See zur Erfrischung. Fragen? Das Topo kann man sich auf der Hütte ausdrucken lassen.



Plaisirklettern


Viele Routen sind im „Plaisir Süd“ von Jürg v. Känel beschrieben. Schmuckstück und Wahrzeichen des nördlichen Bergells schlechthin ist die Fiamma, eine Felsnadel, die nicht so schwer zu klettern ist wie sie aussieht. Die durchschnittliche Länge der Routen, z.B. an der Spazzacaldeira, liegt bei 10-15 Seillängen, ideal für gemütliche Tagestouren. Das einzige, was im Sommer den Spaß beschädigen kann sind die zwar seltenen, aber äußerst heftigen Gewitter der Alpensüdseite. Die Wetterentwicklung sollte man also immer im Auge behalten, um rechtzeitig abseilen bzw. absteigen zu können.


Cima di Castello (3379m)
Die berühmte Madonna am Gipfel der Cima di Castello. Leider war sonst nicht viel zu sehen. Foto: tb
Wer gerne früh aufsteht, sein Seil nass macht und Steigeisen schleppt kann ebenfalls bedient werden. Das „Kastell“ ist der höchste Berg der Bondascagruppe und bietet eine sehr abwechslungsreiche Hochtour (Schwierigkeit WS +). In der Nordwestflanke der benachbarten Cima di Cantun kann man sogar Eisklettern und der unten apere Cantungletscher bietet sich ab ca. Mitte Juli an, um den Umgang mit Pickel und Steigeisen zu üben.

Damit gibt es in und um die Albignahütte wirklich alles, was das Bergsteigerherz begehrt. Der Autor wäre ja schon mit der Kaffeemaschine zufrieden, aber heutzutage wollen die Leute ja immer mehr…


Weiterführende Informationen:

Hütte: www.sachoherrohn.ch
Karte: Schweizer Landeskarte 1 : 25000, Blatt 1296 Sciora
Kletterführer: Plaisir Süd von Jürg v. Känel, Nichts als Granit von Mario Sertori et al.

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