Ein nachhaltiges Unternehmen zu führen bedeute auch ökonomische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Hierzu zähle es beispielsweise auch, die eigenen Vertriebspartner als solche anzuerkennen, nicht als Mittel zum Zweck. Speziell in der Outdoorbranche sei eine positive Entwicklung zu beobachten. Hier kenne man die eigenen Lieferketten aus jahrelanger Zusammenarbeit. Sogenanntes „Factory hopping“, was den schnellen Wechsel zu günstigeren Fabriken beschreibt, sei hier eher unüblich, da die Fertigung der Produkte, anders als bei Alltagskleidung, viel Know-How erfordere. Gute Erfahrungen seien demnach nicht mit attraktiven Konditionen aufzuwiegen. Zudem kümmerten sich die Outdoorfirmen zunehmend um die Steigerung der Arbeitsplatzqualität. Firmen wie Mammut oder Jack Wolfskin seien Mitglieder in der Fair Wear Foundation (FWF), die sich für eben diese Ziele einsetze.
Auf ökologischer Ebene bemühe man sich zudem um branchenweite Standards wie etwa die „bluesign“-Zertifizierung für Hersteller, die nachweislich um Nachhaltigkeit bemüht sind. Das „bluesign certified product“-Label, das Äquivalent auf Produktebene, befände sich zurzeit noch in den Kinderschuhen, da entsprechende Kontrollen bei der komplexen Fertigung der Outdoorprodukte einen sehr hohen Aufwand bedeuten würden. Hierbei handele es sich jedoch um die ersten Schritte in eine verantwortungsbewusste Zukunft, während andere Vertreter der Industrie bereits eine bunte Blumenwiese vor den firmeneigenen Toren als Ausdruck höchster Nachhaltigkeit verstünden. Diese Scheinheiligkeiten bezeichnet Kullmann in seinem Kommentar jedoch schlicht und ergreifend als „Greenwashing“. Die Outdoorbranche lebe hingegen von einer intakten Natur und nehme die ökologische Verantwortung auch aus diesem Grunde besonders ernst.







