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Zeckenstiche bei Outdoor Aktivitäten

Erhöhte Aktivität der Blutsauger beginnt mit dem Frühjahr

(12.04.2010 / Dr. Ulrich Schneider) Zeckenstiche sind oftmals ein Wegbegleiter bei Outdoor Aktivitäten sein. Zecken sind blutsaugende Spinnentiere bzw. Parasiten, die überwiegend in den wärmeren Monaten des Jahres Zecken sind oftmals ein Wegbegleiter bei Outdoor Aktivitäten(Mindesttemperatur etwa 8° Celsius) aktiv sind und Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit mögen. Nach einem Regentag im Sommer sind sie daher besonders aktiv. Durch einen Zeckenstich können in erster Linie zwei Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen werden:


1.    die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
2.    die Lyme-Borreliose.

Lyme-Borreliose nach Zeckenstichen
10-35 Prozent aller Zecken sind mit Borrelien infiziert, sie kommen überall vor. Erstsymptom nach einem Zeckenstich kann eine Hautrötung im Bereich der Einstichstelle sein, die meist Tage oder aber erst nach Wochen nach Erregerkontakt auftreten kann und von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen begleitet werden kann. Nach Monaten oder Jahren können nochmals grippeartige Symptome oder Gelenkbeschwerden (vornehmlich im Kniegelenk) auftreten, aber auch andere Organe wie Herz, Haut oder das Nervensystem können betroffen sein.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nach Zeckenstichen

In den FSME-Endemiegebieten sind etwa 0,1-5 Prozent der Zecken mit dem Virus infiziert. Wesentliche Verbreitungsgebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg und Bayern - klassischen Gebieten für Outdoor Aktivitäten. Endemiegebiete liegen ebenfalls in Südhessen und in Teilen von Rheinland-Pfalz und Thüringen. In Europa liegen Risikogebiete in Österreich, in den baltischen Ländern, in Russland, in Polen, in Tschechien und der Slowakei, in Ungarn, in Südschweden, in Finnland, in Kroatien und Slowenien sowie in Albanien. Die meisten infizierten Menschen bleiben symptomfrei, in 30 Prozent stellen sich Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel ein. In wenigen Fällen kommt es auch zu einem tödlichen Verlauf.

Sofortiges Entfernen der Zecken

Nach Aufenthalt im hohen Gras, im Gebüsch oder Unterholz empfiehlt es sich gerade in Endemiegebieten, den Körper nach Zecken abzusuchen. Die Zecken sind mit einer Pinzette möglichst rasch zu entfernen, hierbei ist keine Drehbewegung erforderlich. Sollte ein Teil des Saugrüssels in der Haut verbleiben, ist dies in der Regel gefahrlos.

Antibiotika nach Zeckenstich
Wissenschaftliche Untersuchugungen haben gezeigt, dass durch eine Antibiose (einmalig 2 x 100 mg Doxycyclin) innerhalb von 72 Stunden (Sofort-Antibiose) nach dem Zeckenstich die Gefahr der Borreliose praktisch aufgehoben ist. Da statistisch aber nur jeder 100.Stich zur Erkrankung führt, wird eine hohe Zahl von Antibiosen nutzlos gegeben. Eine Sofort-Antibiose ist daher grundsätzlich nicht erforderlich, zumal wenn eine Zecke nur kurzzeitig auf der Haut gesessen hat. Sinnvoll ist die Sofort-Antibiose nach Mehrfachstichen und bei vollgesogenen und somit vermutlich schon länger saugenden Zecken.

Impfung
Während es die Möglichkeit der antibiotischen Behandlung nur für die Lyme-Borreliose gibt, ist umgekehrt eine Impfung nur gegen FSME verfügbar. Grundsätzlich wird die Impfung bei konkretem Risiko in Endemiegebieten empfohlen. Für die Grundimmunisierung sind 3 Impfungen erforderlich, nach 2 Impfungen besteht bereits mit 90% Wahrscheinlichkeit ein Schutz (Abstand 1./2. Impfung 21 Tage bis 3 Monate, 2./3. Impfung 9 bis 12 Monate). Auffrischungen sind nach 3 Jahren erforderlich. Risikogebiete in Deutschland sind in den Risikogebietskarten des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) festgelegt.

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