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Vergiftungsunfälle bei Kindern

Teil 5: Pflanzenbestimmung und Outdoor Erste Hilfe

(23.05.2010 / Ute Zimmermann)  Eine Wanderung stellt nicht nur Aufgaben an Koordination und Ausdauer, sondern ist auch eine Riesenherausforderung an die Achtsamkeit von Eltern und Kindern: Kinder pflücken gerne Blumen und naschen Beeren - Jedoch müssen einige Pflanzen  bei Ihnen alle Alarmglocken schrillen lassen.

Lesen Sie im fünften Teil der Outdoor.de-Serie „Outdoor mit Kindern“, wo Sie sich über Gipftpflanzen informieren können und wie Sie sich im Falle einer Vergiftung verhalten.

Schön – aber giftig

Zwar muss niemand Angst vor einem wild gewordenen Grizzly haben, aber der Verzehr von Früchten der Eibe kann schon üble Folgen haben. Aber keine Panik. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt in seiner Broschüre „Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern“:

„Schwere Vergiftungen mit Pflanzen kommen äußerst selten vor In den meisten Fällen treten nach dem Verzehr von Früchten, Blättern oder Blüten entweder überhaupt keine Symptome oder zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Das typische Beschwerdebild einer Pflanzenvergiftung gibt es äußerst selten. Vergiftungen mit Pflanzen können deshalb nur dann richtig eingeschätzt werden, wenn der Name der Pflanze bekannt ist. Wenn Ihr Kind Teile einer Pflanze gegessen hat, sollten Sie sofort ein Giftinformationszentrum anrufen und möglichst unter Nennung des Pflanzennamens nach den jetzt notwendigen Maßnahmen fragen.“

Die vollständige Broschüre zum downloaden gibt es hier: "Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern"

Im Falle einer Vergiftung gelten folgende Verhaltensregeln:

-    Lassen Sie das Kind Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlücken und Mengen trinken.
-    Bei Säuren- und Laugenvergiftungen sollte dies so schnell wie möglich erfolgen. Auf KEINEN Fall Erbrechen auslösen!
-    Milch ist kein Gegengift, sondern beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm.
-    Niemals gewaltsam Erbrechen auslösen! Es besteht die Gefahr, dass Erbrochenes in die Lunge gerät.
-    Kein Salzwasser geben, um ein Erbrechen auszulösen.
-    Medizinische Kohle sollte nur durch ärztliches Personal verabreicht werden.

Erstmaßnahmen bei Einatmung
-    Für frische Luft sorgen, Vorsicht bei geschlossenen Räumen, Silos und Gruben.
-    Betroffene Person warm zudecken, ruhig halten.

Erstmaßnahmen bei Augenkontakt

-    Besonders bei Verätzungen durch Säuren, Laugen und Kalk: Augen sofort mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser spülen. Augenlider dabei gut offen halten.
-    Wasserfluss direkt auf das Auge richten, um noch vorhandene Säure- bzw. Laugenreste so schnell wie möglich zu verdünnen und auszuspülen.

Erstmaßnahmen bei Hautkontakt
-    Benetzte Kleider sofort entfernen.
-    Betroffene Hautpartien ausgiebig unter fließendem Wasser spülen.

Erste Hilfe bei Bewußtlosigkeit
-    Bewusstloses Kind in Seitenlage bringen, Kopf nach unten gewendet.
-    Keine Flüssigkeiten einflößen.
-    Keinen Brechversuch unternehmen.
-    Sofort den Notarzt rufen!

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen hat eine Liste mit Pflanzen zusammengestellt, mit der man sich über Pflanzenmerkmale, Symptome und Erste Hilfe-Maßnahmen im Falle einer Vergiftung informieren kann.
Die komplette Liste finden Sie unter http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/jahresbericht99-Dateien/typo3/index.php?id=284.


Giftinformationszentren Deutschland

Berlin

Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen

0 30/19 24 0

Bonn

Informationszentrale gegen Vergiftungen des Landes Nordrhein-Westfalen

02 28/19 24 0

Erfurt

Gemeinsames Giftinformationszentrum (GGIZ Erfurt) der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

03 61/73 07 30

Freiburg

Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg (VIZ)

07 61/19 24 0

Göttingen

Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

05 51/19 24 0

Homburg/Saar

Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen

0 68 41/19 24 0

Mainz

Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen

0 61 31/19 24 0

München

Giftnotruf München

0 89/19 24 0

Nürnberg

Giftinformationszentrale Nürnberg

09 11/3 98 24 51 oder
09 11-3 98 26 65



Giftinformationszentren Österreich und Schweiz

Wien/Österreich

Vergiftungs-Informations-Zentrale, Allgemeines Krankenhaus Wien

00 43-1/4 06 43 43

Zürich/Schweiz

Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum

145 (in der Schweiz)

von Deutschland aus: 00 41-44/2 51 51 51 (Notruf), 00 41-44/2 51 66 66 (Infoline)

 

Literatur:

-    Giftberatung: Pflanzen, 3.neubearbeitete Auflage 2006, Diagnose - Erste Hilfe – Therapie, hrsg. v. Prof. Dr. L.S. Weilemann. Erhältlich bei: GOVI- Verlag, Pharmazeutischer Verlag GmbH, Postfach 5360, 65728 Eschborn, www.govi.de.
-    Ein Bildplakat mit Abbildungen der gefährlichsten Pflanzen finden Sie außerdem hier: http://www.erste-hilfe-fuer-kinder.de/giftpflanzenblatt-download-gross.jpg
-    Broschüre des Bundesinstituts zur Risikobewertungn „Risiko – Vergiftungsunfälle bei Kindern“:www.bfr.bund.de/cm/238/risiko_vergiftungsunfaelle_bei_kindern.pdf.



Outdoor.de behandelt in einer neuen Serie „Outdoor mit Kindern“, wie die ganze Familie beim Draußensein auf ihre Kosten kommt.

Lesen Sie im nächsten Teil der Serie „outdoorfamilie“, wie Sie kleinere Blesuren ihrer Kinder Outdoor selbst verarzten können und wie Sie sich im Fall eines Notfalls verhalten..

 

Teil 1: Outdoor mit Kindern: Mit Kind und Kegel outdoor unterwegs

Teil 2: Das Kraxenalter: Tragesysteme für Wanderungen mit Kind und Kegel

Teil 3: Unterwegs mit Kindern im Alter von 3–14 Jahren

Teil 4: Outdoor-Literatur für spannende Erkundungstouren in der Natur

Teil 5: Vergiftungsunfälle bei Kindern

Teil 6: Outdoor-Erste Hilfe bei Kindern

Teil 7: Objektive Gefahren und der richtige Umgang damit

Teil 8: Tipps zum Kauf eines Familienzelts

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