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Tipps zur ersten Hilfe bei Outdoor-Aktivitäten (2)

Welche Tragetechniken kommen in Frage?

(26.04.2010 / Dr. Tobias Bach) Stolpern, Umknicken, Ausrutschen – laut Bergwachtstatistik nehmen fast 2/3 der Wanderunfälle so Ihren Anfang. Betroffen ist meist das Sprunggelenk. Ob verstaucht, gedehnt oder gebrochen – man kann nicht mehr auftreten. Ist man weitab der Zivilisation und der Weg anspruchsvoll ist man ein Fall für die Bergrettung. Ist man jedoch in ungefährlichem Gelände, hat man keinen Empfang oder kann/will den Verletzten nicht allein lassen, kann man wenn man zu zweit ist, den Verletzten auch transportieren. Outdoor.de stellt einige Tragetechniken für Unfälle bei Outdoor-Aktivitäten vor.

Tragen von Kindern

Kleine Kinder kann man ja bekanntlich huckepack nehmen. Dies wird auch gern ganz ohne Verletzung gemacht! Besonders Väter sollten sich aber immer wieder vergewissern, dass sie den Weg wirklich im Griff haben, denn ein Sturz zu zweit ist fatal. Ein Kind, das man nicht mehr locker auf die Schultern heben kann, sondern am Rücken tragen muss ist zu schwer, um damit einen anspruchsvollen Weg zu zweit zu gehen!

Rautekgriff

Der Rautekgriff taugt nur für ganz kurze Strecken, also etwa um jemanden aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich zu bergen und an einer flachen, angenehmen Stelle zu lagern. Bei zwei Helfern kann eine/r die Beine an den Fesseln nehmen, um den Verletzten komplett zu tragen. Ansonsten schleifen sie über den Boden. So kann man auch jemanden kurz transportieren, der schwerer ist als man selbst. Zumal man ungeahnte Kräfte mobilisieren kann, wenn jemand in Not ist.**

Der Rautekgriff eigent sich speziell für kurze Transporte aus dem  unmittelbaren Gefahrenbereich. Beim Rautekgriff wird ein Unterarm des Verletzten abgewinkelt und    als Griff von hinten umklammert.


Vierhandtragegriff, wenn man zu dritt ist

Vierhandgriff. Der  Verletzte sitzt auf den Händen und hält sich an den Schultern der Träger  fest

Mit zwei Helfern bietet sich der Vierhandgriff an. Man braucht dafür keine Zusatzmaterialien, allerdings einen breiten Weg, da man nebeneinander gehen muss. Wichtig: Die Helfer dürfen keine Armbanduhren tragen!

 

 

 

 

 

 

Stocktragegriff: Zu dritt mit Wanderstöcken und Rucksäcken  Vorbereitete Rucksäcke. Zwei paar Stöcke sind gegengleich hinter den  Schultergurten platziert

Richtig komfortabel wird es, wenn man (Tele-) skistöcke hat und Rucksäcke mit Tragsystem. Beides ist ja beim Wandern recht verbreitet. Man steckt mindestens zwei Paar Stöcke gegengleich in die Schulterschlaufen der Rucksäcke (Wenn man die Stöcke mit Tape oder Halstüchern zusammen bindet, ist die Konstruktion haltbarer) und setzt die Rucksäcke auf. Der Verletzte kommt auf die „Stockbank“. Die Tragesysteme der Rucksäcke (Hüftgurt einbeziehen!) entlasten deutlich die Schultern. Je nach Gewichtsverhältnissen kann man auf entsprechenden Wegen auch längere Abschnitte so zurücklegen.

 

 

Mit Hilfe von (Tele-)Skistöcken und Rucksäcken mit Tragsystem ist ein relativ konfortabler Krankentransport möglich. Fertige Trage. Bequemer als es aussieht!

** (Nachtrag 21.06.2010) Einem aufmerksamen Leser ist nicht entgangen das der Rautekgriff im Bild falsch dargestellt ist: Alle Finger incl. Daumen müssen nach vorne weisen, um unnötige Schmerzen / Verletzungen beim Getragenen zu vermeiden. Lediglich bei einem sehr ungünstigen Kraft-Last-Verhältnis (schwerer Verletzter, wenig Handkraft beim Helfer) kann es nötig sein, den Arm wie abgebildet zu umfassen. Einfach mal ausprobieren!

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