Beule
- Homöopathie ist zwar bei manchen immer noch Glaubenssache, aber die Kügelchen schaden nicht und wiegen nicht schwer im Rucksack. Geben Sie Ihrem Kind nach einem Sturz Arnika C30 (3 Kügelchen). Die Schwellung verschwindet schnell, das Kind entspannt sich
- Kühlen Sie die Beule
Platzwunde am Kopf
Der Schreck ist groß, wenn das Kind nach einem Sturz stark am Kopf blutet. Stillen Sie als erstes die Blutung. Drücken Sie ein sauberes Tuch oder Kleidungsstück gegen die Wunde. Legen Sie einen Druckverband an. Wie der aussieht, ist egal.
- Legen Sie eine Kompresse auf die Wunde
- Legen Sie ein Verbandspäckchen als Druckpolster über die Wunde und umwickeln Sie dieses so fest, dass die Wunde aufhört zu bluten
- Lassen Sie das Verbandspäckchen, welches Sie als Druckpolster verwenden, in der Verpackung. So kann es sich nicht voll saugen und Sie sehen, ob die Blutung gestoppt wird oder nicht
Kleine Wunden
- Schürf- oder Schnittwunden heilen umso besser, je sauberer sie sind. Austretendes Blut ist die beste Selbstreinigung.
- Ist die Wunde verschmutzt, reinigen Sie diese mit Trink- oder Mineralwasser.
- Bei größeren Wunden tragen Sie NACH der Reinigung ein Desinfektionsmittel auf. Für Kinder geeignet sind Ocenisept oder jodhaltige Desinfektionsmittel wie Betaisadona und verdünnte Ringelblumentinktur.
- Große oder tiefe Wunden (auseinanderklaffende Wundränder) sollten innerhalb von 6 Stunden genäht werden, um der Narbenbildung vorzubeugen.
- Ist kein Desinfektionsmittel zur Hand gibt es noch eine letzte Möglichkeit, die Wunde zu desinfizieren: Urin. Urin hat eine desinfizierende, eiweißgerinnende Wirkung und ist nahezu steril. Also, keine Hemmungen.
Ausgeschlagener Zahn
- Einmal ausgerutscht und auf die Felskante gestoßen, schon ist ein Zahn ausgeschlagen. Bis zu einem Drittel aller Kinder und Jugendliche erleiden einen Zahnunfall noch vor dem 16. Lebensjahr.
- Aber: Ausgeschlagenen Zähne können wieder eingesetzt werden, vorausgesetzt, eine Zahnarztpraxis ist in der Nähe und der ausgeschlagene Zahn wird optimal gelagert.
- Es gibt Zahnrettungsboxen (ab ca. 17,00 Euro), die ein spezielles Zellnährmedium enthalten. Abgeschlagene Zahnbruchstücke oder ganze Zähne „überleben“ 1–2 Tage in solche einer Box und es gibt gute Chancen auf Heilung.
- Transport des Zahns: den ausgeschlagenen Zahn nicht an der Wurzel anfassen und nicht (!) desinfizieren. Der Zahn muss feucht und steril zum Zahnarzt transportiert werden. Ohne Zahnrettungsbox hilft eine Kunststofffolie oder sogar H-Milch beim Transport. Ungeeignet sind dagegen Wasser oder trockene Tücher.
Insektenstich
- Bienenstich: der Stachel bleibt mit seiner Giftblase in der Haut stecken. Entfernen Sie den Stachel mit einer Pinzette oder streichen Sie ihn vorsichtig mit einem Messer heraus, um die Giftblase nicht zu zerdrücken! Kühlen Sie mit einer Insektenstichsalbe oder reiben Sie die Stelle mit einer aufgeschnittenen Zwiebel ein.
- Bei einem Wespenstich bleibt kein Stachel zurück. Kühlen Sie die Stelle.
- Reagiert das Kind allergisch auf einen Stich (Rötungen und Quaddelbildung am ganzen Körper, Atemnot, allergischer Schock) rufen Sie sofort einen Rettungsdienst.
- Keine Panik bei Hornissen! Hornissen sind weniger angriffslustig und das Gift in ihrem Stachel nicht gefährlicher als die von Wespen. Die Stiche sind allerdings schmerzhafter.
- Geben Sie Apis Melifica (C30, 3 Kügelchen).
Outdoor.de-Tipp: Packen Sie immer eine Zwiebel mit in den Rucksack, die Sie im Falle eines einfachen Stichs halbieren und auflegen.
Stich in den Mund-Rachenraum
- Wenn Eiswürfel zur Hand sind, diese zum Lutschen geben. Sonst den Hals von außen mit kalten Tüchern kühlen.
- Apis C30 oder C200 (1–5 Kügelchen oder Tropfen) auf die Zunge geben. Behandlung alle 5 Minuten wiederholen, bis die Schwellung nicht größer wird.
- Rufen Sie den Rettungsdienst
Entfernen von Zecken
- Entfernen Sie Zecken nur mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarten bzw. einer Pinzette. Ziehen, nicht schrauben!
- Desinfizieren Sie die Stichstelle.
Sonnenbrand und Sonnenstich
- Grundsätzlich sollten Sie Kinder unter zwei Jahren nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen. Kleinkinder verfügen noch nicht über ausreichend Pigmente, die für einen Eigenschutz der Haut sorgen.
- Bei einem leichten Sonnenbrand hilft verdünnte Brennesselessenz (Comnbudron) oder Obstessig, der unverdünnt auf die Haut aufgetragen wird. Auch Schwarzer Tee (im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt) hilft.
- Klagt ihr Kind über Kopfschmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit, hat glasige Augen und kann eventuell den Nacken nicht mehr nach vorne beugen, deutet das auf einen Sonnenstich hin.
- Bringen Sie das Kind SOFORT in den Schatten oder in ein dunkles Zimmer. Lagern Sie den Oberkörper leicht erhöht. Kühlen Sie den Kopf mit feuchten Tüchern und geben Sie dem Kind viel zu trinken.
- Das Kind braucht nach einem Sonnenstich VIEL Ruhe, mindestens 2–3 Tage.
Unterkühlung
- Vor allem Säuglinge und Kleinkinder kühlen schnell aus. Fällt Ihr Kind bei einer Wanderung zum Beispiel in einen Bach, sollten Sie umgehend die Kleidung wechseln, denn Wasser leitet die Körperwärme erheblich schneller ab als Luft. Auch ein längerer Aufenthalt im Regen, Wind und Feuchtigkeit kann zu einer Unterkühlung führen.
- Lassen Sie Ihr Kind sich auf innen aufwärmen. Geben Sie ihm warme, zuckerhaltige Getränke.
- Legen Sie Ihrem Kind eine Rettungsdecke um. Die Silberseite reflektiert besser als die Goldseite, zum Wärmeerhalt also zeigt die Silberseite zum Körper hin.
Checkliste: Reiseapotheke
Eine gute Basis für ein Erste-Hilfe-Set unterwegs ist der normale Verbandskasten aus dem Auto. Mittlerweile werden auch vorgepackte Erste-Hilfe-Taschen im Handel angeboten. Folgende Zutaten sollte Ihre Reiseapotheke beziehungsweise das Erste-Hilfe-Set für Kinder unbedingt enthalten:
Apis Melifica C30 oder C200
Arnika C30
Arnikasalbe
Desinfektionsmittel
Fieberthermometer
Kohletabletten
Kompressen
Mullbinden
Pflaster
Pinzette
Rettungsdecke
Sonnenschutzmittel
Traubenzucker
Verdünnte Ringelblumentinktur
Verbandspäckchen
Zeckenkarte
Zecken/Mückenschutzmittel
Zwiebel
Literatur:
Janko von Ribbeck: Schnelle Hilfe für Kinder. Notfallmedizin für Eltern, Kösel, 294 Seiten, 16,95 Euro
Outdoor.de behandelt in einer neuen Serie „Outdoor mit Kindern“, wie die ganze Familie beim Draußensein auf ihre Kosten kommt.
Lesen Sie im nächsten Teil der Serie „outdoorfamilie“, wie Sie mit objektiven Gefahren umgehen. Zum Beispiel, wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie mit Ihrer Familie in ein Gewitter geraten und warum die Suche nach einem geeigneten Brotzeitplatz in den Bergen kein Kinderspiel ist.
Teil 1: Outdoor mit Kindern: Mit Kind und Kegel outdoor unterwegs
Teil 2: Das Kraxenalter: Tragesysteme für Wanderungen mit Kind und Kegel
Teil 3: Unterwegs mit Kindern im Alter von 3–14 Jahren
Teil 4: Outdoor-Literatur für spannende Erkundungstouren in der Natur
Teil 5: Vergiftungsunfälle bei Kindern
Teil 6: Outdoor-Erste Hilfe bei Kindern







