Die Anatomie des Kniegelenks
Die Kraft des Oberschenkelmuskels wird über die Kniescheibe zum Unterschenkel übergeleitet. Diese Weiterleitung erfolgt über die Gelenkverbindung der Kniescheibenrückfläche und dem Oberschenkelgleitlager. Das bedeutet, dass diese Kraft über ein anderes Gelenk als das eigentliche Kniegelenk gelenkt wird. Das Problem beim Bergabgehen ist nun, dass das Auftreten dieser großen Kräfte über eine kleine Gelenkfläche geregelt werden muss – der Oberschenkelmuskel ist einer der größten Muskel des Körpers. Zusätzlich zum Körpergewicht muss hierbei auch die Bewegungsenergie durch die Schwerkraft mit aufgefangen und übergeleitet werden.
Überlastung führt zum Verschleiß
Nun können chronische Überlastungen zur Erweichung und später zum Verschleiß der Knorpelflächen führen. Zusätzlich erhöhen anatomische Besonderheiten, wie Normvarianten in der Formgebung der Kniescheibe oder eine bandbedingte Fehlführung im Gleitlager, das Risiko, Beschwerden zu bekommen.
Wie kann ich vorbeugen?
Ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung ist der Einsatz von Stöcken zur Übertragung eines Teiles der Kräfte von den Beinen auf die oberen Extremitäten. Hilfreich ist auch adäquate Kleidung, da diese Kälte und Nässe vom Knie fernhalten. Extreme Gefälle im Abstieg sind besonders schädlich, können aber meistens - durch ein „serpentinenförmiges“ Absteigen - vermieden werden. Hilfreich ist natürlich auch ein intensives Dehnen der warmen, vorderen Oberschenkelmuskulatur, während der Wanderung und im Anschluss daran. Hierzu wird das Kniegelenk des betroffenen Beines gebeugt bei gleichzeitiger Überstreckung der Hüfte, am besten im Sitzen oder Einbeinstand.
Sollten die Schmerzen hierdurch nicht zu lindern sein, können rezeptfreie Medikamente genommen werden (Packungsbeilage beachten!), z.B. Ibuprofen 400 mg 3x1 Tablette pro Tag oder Diclofenac 12,5 mg 3x2 Tabletten pro Tag. Handelsübliche Salben oder Cremes hingegen helfen nicht – sie wirken nicht in der Tiefe.
Im Falle von dauerhaften Beschwerden sollte ein Orthopäde aufgesucht werden. Dieser führt entsprechende Untersuchungen durch (Röntgenbild, Ultraschall und gegebenenfalls ein MRT).
Die weitergehende Behandlung kann durch Elektrotherapie, Stoßwelle, Krankengymnastik und gezieltes Krafttraining erfolgen.








