Follow OutdoorDe on Twitter Outdoor.de bei Facebook Discover Outdoor

Themenspecial Outdoor und Nachhaltigkeit: Mammut

Interview mit Rolf Schmid, CEO Mammut Sports Group AG

„Unsere Kunden assoziieren mit Outdoor eine intakte Natur und ein gesundes Erholungsgebiet. Sie gehen automatisch davon aus, dass die Outdoor-Branche hier entsprechend ihre Verantwortung wahrnimmt."
Rolf Schmid, CEO Mammut Sports Group AG
Outdoor.de: Denken Sie, Produktionsprozesse in der Outdoor-Branche unterliegen einer besonderen ökologischen/sozialen Verantwortung - aufgrund der Affinität der Branche zur Natur?

Rolf Schmid: Ganz klar ja: Unsere Kunden assoziieren mit Outdoor eine intakte Natur und ein gesundes Erholungsgebiet. Sie gehen automatisch davon aus, dass die Outdoor-Branche hier entsprechend ihre Verantwortung wahrnimmt.
Für uns als Schweizer Alpinfirma ist eine intakte Umwelt und Berglandschaft nicht nur aus wirtschaflichter Sicht von großer Bedeutung. Wir selbst sind in den Alpen zu Hause und sind leidenschaftlich gerne in den Bergen.

Outdoor.de: Eine nachhaltige Produktion hat grob gesehen zwei Ebenen: den Materialeinsatz und die Beschäftigungsverhältnisse. Was ist aus Ihrer Sicht problematisch in der jeweiligen Ebene?

Rolf Schmid: Das Problem beim Materialeinsatz ist die unglaubliche Komplexität. Ein funktionelles Bekleidungsteil ist nicht selten aus 20-30 verschiedenen Komponenten zusammengesetzt. In einer globalisierten Wertschöpfungskette hier volle Transparenz zu haben ist eine große Herausforderung.
Problematisch beim Thema soziale Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette ist, dass wir als einzelner Hersteller kaum das nötige Gewicht haben um direkten Einfluss auf die Arbeitsbedingungen nehmen zu können, geschweige denn staatliche Gesetzgebungen beeinflussen zu können. Alles was wir als Einzelunternehmen bzw. als Branche tun können ist, dass wir entsprechende Initiativen koordinieren und harmonisieren. Dies scheint in Europa mit Fair Wear Foundation gelungen zu sein. Die relevanten Anbieter sind dabei.
Beide Aspekte bedeuten einen finanziellen Mehraufwand seitens des Herstellers. Diesen Mehraufwand sind die Kunden jedoch zur Zeit noch nicht bereit zu zahlen. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wer Sauberkeit und Transparenz fordert, muss auch dafür zahlen.

Outdoor.de: Welche Maßnahmen/ Standards / Gütesiegel schätzen Sie als am „zukunftsträchtigsten“ ein?

Rolf Schmid: Es gibt alleine im Textilbereich über 150 verschiedene Gütesiegel. Das ist weder für den Hersteller geschweige denn für den Endkonsumenten sinnvoll. Es geht darum sich auf möglichst wenige glaubwürdige Standards zu konzentrieren. Wir setzen auf bluesign sowie im sozialen Bereich auf Fair-Wear Foundation.

Outdoor.de: Ist es realistisch, dass innerhalb der nächsten 3-5 Jahre bedeutende Fortschritte hin zu mehr Nachhaltigkeit erzielt werden?

Rolf Schmid: Ja. Wobei unsere Erfahrung ist, dass es viel Kraft und Zeit braucht um wirklich substanzielle Fortschritte zu erzielen. Nachhaltigkeit bedingt, dass gewisse Dinge fundamental hinterfragt werden und komplett anders gemacht werden muss. Dies ist nicht ganz einfach, denn die großen Stellhebel liegen in der Supply Chain. Und dort ist die Abhängigkeit viel grösser beziehungsweise der direkte Einfluss viel Geringer, als am eignen Standort eine Sparlampe einzuschrauben oder Wasserspardüsen zu montieren.

Outdoor.de: Was unternehmen Sie schon heute konkret, was ist zukünftig geplant?

Rolf Schmid: Wir unterstützen Initiativen wie FWF und Bluesign, verwenden bioRe-Biobaumwolle, kompensieren unsere CO2-Emissionen, sind Teil der Sustainability Working Group der EOG und entsorgen unsere gebrauchten Textilien über I:CO.


…zu allen Artikeln des Themenspecials „Outdoor & Nachhaltigkeit“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Themenspecial

Outdoor.de Newsletter

Nachname*:
Vorname*:
E-Mail*:

Für Fragen zu Nutzung und Schutz Ihrer Daten klicken Sie bitte hier: Datenschutz