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Themenspecial Outdoor und Nachhaltigkeit: EOG

Interview mit Mark Held, European Outdoor Group (EOG)

"Unsere Industrie ist nicht besser oder schlechter als jeder andere gewissenhafte Betrieb, aber was in unserem Bereich anders ist, ist die Tatsache, dass unsere Existenz von einer gesundem Umwelt abhängig ist, in der Outdoor-Aktivitäten ausgeübt werden."

Mark Held, European Outdoor Group (EOG)
Outdoor.de: Glauben Sie, dass die Outdoor-Industrie durch ihre Affinität zur Natur eine spezielle Rolle für mehr Verantwortung im Outdoor-Bereich übernehmen sollte? Warum?

Mark Held: „Speziell“ ist ein heikles Wort in diesem Zusammenhang. Unsere Industrie ist nicht besser oder schlechter als jeder andere gewissenhafte Betrieb, aber was in unserem Bereich anders ist, ist die Tatsache, dass unsere Existenz von einer gesundem Umwelt abhängig ist, in der Outdoor-Aktivitäten ausgeübt werden. Und ich habe hier das Wort „gewissenhaft“ explizit gewählt, weil ich glaube, dass die Mehrheit von Leuten, die in beiden Bereichen involviert sind, sowohl in der Outdoor-Wirtschaft als auch in Outdoor-Sportarten, gewissenhaft handeln und entsetzt darüber wären, wenn jemand nicht für sich annähme, alles dafür zu tun, was machbar ist, um in jedem Bereich so nachhaltig zu handeln wie möglich.

Outdoor.de: Die Wertschöpfungskette hat zwei Ebenen in Bezug auf Nachhaltigkeit: eine wirtschaftliche und eine soziale. Welche Schwierigkeiten existieren Ihrer Meinung nach in den jeweiligen Bereichen und warum ist die Nachhaltigkeit so schwer umzusetzen?

Mark Held: Wir sehen in der Wertschöpfungskette drei Schlüsselelemente:
1. Corporate Social Responsibility: z.B. Welche Prinzipien bestimmen, was wir tun und wie kommunizieren unsere Firmen diese in der Gesellschaft und unter allen Beteiligten?
2. Nachhaltigkeit: Die Auswirkungen unseres Handelns verringern und Nachhaltigkeit als Kernaspekt in unsere Aktivitäten integrieren.
3. Soziales Engagement: Was geben wir Gesellschaft und Umwelt zurück?
Die Hauptschwierigkeit besteht in Nummer 2, was hauptsächlich daran liegt, dass wir nach wie vor an dem Verständnis von Nachhaltigkeit arbeiten, an Mechanismen und Prozessen, die mit ihr einhergehen. Es gibt leider kein Modell von der Stange für jedes einzelne Unternehmen. Und eines der beeindruckendsten Dinge unserer vergangenen Arbeit im Rahmen der Nachhaltigkeit ist, dass wir alle gemeinsam als Industriebranche kooperieren, dass wir zusammen an kollektiven Werkzeugen arbeiten, die wir in unserer Branche einsetzen können.

Outdoor.de: Welche Schritte und welche Qualitätsstandards haben Ihrer Meinung nach eine Zukunft in Ihrer Branche in Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit und warum?

Mark Held: Die einzigen Standards, die für uns interessant sind, sind solche, die von der Mehrheit der Branche befürwortet und unterstützt werden. Dadurch haben wir die Möglichkeit, mit unseren Kunden zu kommunizieren, was unser Umfeld einheitlich, verständlich, und glaubwürdig macht.

Outdoor.de: Glauben Sie, dass sich in Ihrer Branche in den nächsten 3 bis 5 Jahren in der Produktion etwas entwickeln wird, was für den Endverbraucher sowohl transparent als auch offensichtlich erkennbar ist?

Mark Held: Wenn Sie unsere Branche meinen, dann kann ich das erneut auf meine letzte Antwort beziehen. Wir steuern derzeit gemeinsam ein allgemeines Verständnis von Nachhaltigkeit an und zwar in Form eines Werkzeugs, das sich in unserem Eco Index wiedergefunden hat. Der Eco Index ist ein Instrument, das durchaus das Potential hat, ein lebendiger Teil unserer gesamten Outdoor-Ausrüster-Industrie zu werden, welches für den Endverbraucher eine Transparenz ermöglicht.

Outdoor.de: Könnten Sie bitte Ihren Beitrag als Organisation für mehr Nachhaltigkeit beschreiben? Was tun Sie in Ihrer Organisation und was ist zukünftig geplant?

Mark Held: Ein Bereich der European Outdoor Group ist es, die Branche zu unterstützen und in Themen wie diesen vorwärts zu bringen. Wir haben die Möglichkeit, Firmen zusammenzubringen und eine Kommunikationsplattform zu schaffen sowie Ideen und Prozesse weiterzuentwickeln. Wir sind seit drei Jahren sehr stark in das Thema Nachhaltigkeit involviert und werden es auch zukünftig bleiben.


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