Absolut. Wir haben eine Rolle zu spielen und wir sollten mit dieser Rolle auf unserem Weg voran gehen. Die Existenz der Outdoor-Industrie hängt von einer faszinierenden Umwelt ab, in der wir leben, arbeiten und unsere Zeit vertreiben. Daher sind wir in großem Maße dafür verantwortlich, auf sie zu achten. Insbesondere auch deshalb, weil wir durch die Produkte, die wir produzieren, andere Menschen ermutigen hinaus zu gehen, die Outdoors zum ersten Mal zu entdecken oder an die Grenzen zu gehen, noch mehr zu erreichen oder noch extremer unterwegs zu sein. Wir müssen erkennen lernen, wie wir Schaden verringern oder ausgleichen können.
Outdoor.de: Glauben Sie, dass sich in Ihrer Branche in den nächsten 3 bis 5 Jahren in der Produktion etwas entwickeln wird, was für den Endverbraucher sowohl transparent als auch offensichtlich erkennbar ist?
Ich hoffe, dass zukünftig immer mehr Unternehmen ihre Verantwortung der Natur und Umwelt gegenüber erkennen, und dass sie diese in konkrete und positive Schritte umsetzen können, die für den Endverbraucher letztendlich auch etwas bedeuten. Wir haben bereits soviel über Greenwashing gehört, aber ich denke, dass es unglaublich wichtig und spannend ist, dass die Outdoor-Industrie zeigen kann, dass sie durch Naturschutzprojekte einen positiven Effekt auf die Umwelt ausübt. Ich glaube, dass diese Art des Gebens, sei es einer Naturschutzorganisation wie EOCA oder andere, nur zunehmen kann, wenn in der gesamtem Industrie sowohl einzelne Unternehmen als auch Individuen erkennen, dass wir hier eine Rolle zu spielen haben. Etwas zynisch behauptet, denke ich, dass der Druck von Seiten der Endverbraucher den einen oder anderen mobilisieren könnte, mitzumachen. Aber von unserem Standpunkt als EOCA aus, ermöglicht die Organisation einen brillianten Weg in der Branche, um gemeinsam an einem extrem wichtigen Thema zu arbeiten.
Outdoor.de: Könnten Sie bitte Ihren Beitrag als Organisation für mehr Nachhaltigkeit beschreiben? Was tun Sie in Ihrer Organisation und was ist zukünftig geplant?
Die Projekte, in die wir in der Vergangenheit involviert waren, sind so vielfältig wie die Landschaften, in denen wir unterwegs sind. Als Gruppe haben wir das Wegenetz in Osttirol und Schottland mit gepflegt, wir haben Forschungsprojekte im Bereich Klimawandel gefördert, eine Expedition nach Madagaskar geschickt, um die Dringlichkeit des örtlichen Naturschutzes zu belegen, Elefanten-Wege in Indien gebaut, den rotfüßigen Falken in Bulgarien geschützt, den Braunbären in Nordspanien. Wir haben einen alten Waldbestand in Schweden vor der Abholzung gerettet, Mangroven-Wälder in Sumpfgebieten auf Sri Lanka angepflanzt, den Regenwald an der Atlantikküste in Brasilien aufgeforstet und einen Berg in Kyrgyzstan von Müll gereinigt. Und die Liste könnte hier weiter fortgesetzt werden.
In Bezug auf Nachhaltigkeit im Umweltschutz wäre zu betonen, dass 100% unserer Mitgliedsbeiträge und Spendengeldern, die auf den Fachmessen ispo und OutDoor zusammenkommen, jedes Jahr komplett in Naturschutzprojekte fließen. Diese Projekte werden von unseren Mitgliedern nominiert und anschließend sowohl von Mitgliedern als auch von der Öffentlichkeit gewählt. Jedes Projekt kann eine Summe von maximal 30.000 € beantragen, was einen beachtlichen Betrag darstellt. In den letzten fünf Jahren haben wir weltweit über 800.000 € für Naturschutzprojekte vergeben, eine Summe, die nur durch das Engagement unser Mitglieder und jeder Menge Fundraising zu verdanken ist. Unser Ziel für 2012 ist es, die 1 Million-Grenze zu knacken! Stellen Sie sich nur vor, auf was wir in 10 Jahren zurückblicken können. Oder in 15? Was wir bis dahin nur alles erreicht haben könnten. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein, mögen Sie sagen. Aber dieser Tropfen wird immer größer, je mehr Mitglieder wir für unsere Arbeit gewinnen.
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Themenspecial Outdoor und Nachhaltigkeit: EOCA
Interview mit Tanya Bascombe, General Manager European Outdoor Conservation Association (EOCA)
"Ich denke, dass es unglaublich wichtig und spannend ist, dass die Outdoor-Industrie zeigen kann, dass sie durch Naturschutzprojekte einen positiven Effekt auf die Umwelt ausübt."
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