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In jedem Fall sollten die Schuhe über eine gut profilierte Sohle verfügen. Dabei denke ich nicht nur an den „Gripp“ im Morast, sondern im Frühsommer vor allem an steile Schneefelder, die gequert werden müssen. Die Steifigkeit der Sohle hängt wiederum von der Kategorie ab: Wer nie mit Steigeisen geht nimmt eine weichere Sohle, auf der er bequem abrollen kann.
Material
Goretex im Schuh – das ist heute fast schon Normalität. Tatsächlich sorgt es für ein gutes Fußklima, besonders wenn es nass und kalt ist. Im Hochsommer, wenn es draußen noch wärmer ist als im Schuh, kühlt Leder besser. Auch bei Schuhen, die hohen mechanischen (Knick-) Belastungen ausgesetzt sind, ist Leder als Obermaterial (Gore Tex kann trotzdem drin sein) noch immer eine gute Wahl. Ein solcher Schuh muss natürlich mit Wachs oder Fett imprägniert werden. Wachs dichtet mehr, Fett atmet mehr – eine Geschmacksfrage, lassen Sie sich beraten. Innen sollte jedoch keinesfalls Leder mit der Socke in Berührung kommen: Die Socke haftet am feucht geschwitzten Leder, der Fuß bekommt Blasen!
Kleinigkeiten machen den Unterschied
Ein wichtiges Detail, welches sich in letzter Zeit immer mehr durchsetzt, sind Schlaufen für die Schnürsenkel statt Ösen im Obermaterial. Dadurch wird der Druck über die Fläche verteilt: Man kann den Schuh enger schnüren (hilft gegen Blasen!), ohne das der Blutfluss unterbrochen wird. Eine rundlaufende, hochgezogene Gummierung schützt gegen feuchte Wiesen und nicht allzu tiefen Schnee. Wer gelegentlich mit den Schuhen klettert sollte auf eine so genannte „grip zone“ im Vorderfußbereich achten. Unter dem großen Zeh ist kein Profil, um auf kleinen Tritten Reibung zu erzeugen. Hat ein solcher Schuh auch noch einen harten Kunststoff-Fersenkeil für den Kipphebel eines Steigeisens, ist er bedingt steigeisenfest (Meindl Kategorie C - D). Solche Allrounder haben zudem ein geringes Gewicht und sehen ziemlich cool aus. Wer damit durch den Laden stolziert, sei wieder an den Anfang des Artikels erinnert: Bequemlichkeit ist das Wichtigste!
Outdoor.de behandelt das Thema Wandern in den kommenden Wochen in der Serie „Viel wandern macht bewandert.“ (Peter Sirius) mit folgenden Themenblöcken:
- Damit das Wandern nicht des Müllers Frust wird – die richtigen Wanderschuhe
- Wanderausrüstung - Weniger ist oft mehr
- Verhalten des Wanderers im Schneefeld
- Wie berechnet man Wegezeiten beim Wandern?
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit beim Bergwandern
- Wandern: Durchquerung versus Tagestour
- Vorstellung der DAV-Wanderstudie
- Soziales Risikomanagement – auch beim Wandern!
Der Autor Dr. Tobias Bach ist Bergführeranwärter und Mitarbeiter in der Sicherheitsforschung des deutschen Alpenvereins. Dort hat er als Projektleiter verschiedene Studien erstellt, u. a. Sicherheit beim Wandern und die DAV-Bergwegeklassifizierung.







