Outdoor.de hat die Outdoor-Kamera Olympus TG-810 getestet.
Der erste Eindruck
Entnimmt man die Olympus TG-810 der Verpackung, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, ein ordentliches, 221
Gramm schweres Stück Metall in Händen zu halten. Dieser Eindruck verfliegt jedoch schnell wieder, angesichts der Kamera-Bedienelemente und des diagonal 7,62 Zentimeter messenden Displays. Olympus hat sich offenbar dagegen entschieden, der TG-810 ein Gummigewand überzustülpen und setzt im Schutz gegen die Elemente auf ein massives Gehäusedesign. Wer sich bei seinem Outdoor-Trip also eher in der Horizontalen bewegt, wird sich an dem Zusatzgewicht wenig stören.
Lieferumfang
Die Olympus TG-810 kommt mit einem funktionalen Ausstattungspaket: Neben der Kamera und dem Akku findet sich ein USB-Verbindungs-/Ladekabel, das entweder zur Verbindung oder Aufladung der Kamera über den PC oder mit dem beiliegenden Ladegerät für die Steckdose zur Aufladung verwendet werden kann. Eine Handschlaufe war beim Testgerät nicht beiliegend, gehört laut Hersteller jedoch ebenfalls zum Lieferumfang der Olympus TG-810. Ein Ersatzakku (€ 79,90) oder ein externes Ladegerät (€ 89,90) sind neben weiterem Zubehör erhältlich.
Inbetriebnahme: leichte Hindernisse
Die Inbetriebnahme der Olympus TG-810 gestaltete sich komplizierter als gedacht: Nachdem der Akku eingesetzt wurde, tat sich zunächst gar nichts. Auch eine Verbindung mit dem Ladegerät zog keinen Erfolg nach sich. Die Fehlersuche ergab, dass sich der Akku falsch herum einsetzen und auch verriegeln lässt. Es sollte also darauf geachtet werden, dass die Kontakte im Akkuschacht des Geräts und am Akku entsprechend aufeinander liegen. Warum hier herstellerseitig keine Maßnahmen getroffen wurden, ist unklar.
Eine weitere Eigenheit der Olympus TG-810 ist das USB-Kabel: Die Kamera wird mit einem Olympus-eigenen CB-USB6 USB-Kabel mit dem PC oder dem Ladegerät verbunden. Hier wäre ein Mini-USB-Anschluss wünschenswert. Zum Laden wird die seitliche Klappe geöffnet, die über einen massiven Metallriegel verschlossen wird. Der Riegel wird zusätzlich durch einen Drehmechanismus gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert.
Die Kamera verfügt über einen internen, 20MB großen Speicher, der abhängig von der Bildqualität für ein paar Aufnahmen oder rund 10 Sekunden Videoaufzeichnung ausreicht.
Outdoortauglichkeit
Die Olympus TG-810 lässt mit ihrem massiven Gehäuse keinen Zweifel daran, dass sie die herstellerseitig angegebenen 10 Meter
Tauchtiefe und die 2 Meter Sturzhöhe unbeschadet übersteht. Einzig ein kratzfestes Display wäre als zusätzliches Austattungsmerkmal wünschenswert und würde die Outdoortauglichkeit der GPS-Kamera zusätzlich abrunden. Ein Langzeittest müsste zeigen, ob die Bedienelemente der TG-810 auch dauerhaft Sand und Wasser widerstehen können. Zumindest beim Multifunktionsknopf unten rechts steht eine dauerhafte Funktionsfähigkeit in Frage - beim Testgerät konnten einige kosmetische Schwächen in Form abblätternder Farbe festgestellt werden.
In puncto Bedienung kann die Olympus TG-810 durch klar angeordnete Bedienelemente überzeugen. Praktisch sind die Informationen, die zu jeder Einstellung im Display erscheinen. Das Kennenlernen der Kamera wird so stark erleichtert und das Wälzen eines Nutzerhandbuchs entfällt. Die Anzeige der Informationen ist auch abschaltbar. Praktischerweise ist bei der Kamera die Bedienungsanleitung direkt vorinstalliert. Hat man unterwegs ein Problem, findet sich gegebenenfalls sofort eine Lösung. Leider sind die hinterlegten Artikel manchmal auf englisch. Eine Bedienungsanleitung zum Download findet sich online bei Olympus nicht.
Die 21 Aufnahmeprogramme lassen keine Wünsche offen. Die Bandbreite reicht von der Haustiererkennung - die übrigens auch beim Menschenfunktioniert - über die Panoramaaufnahme bis zum Unterwasser-Makro. Wem angesichts dieser umfangreichen Auswahl die Entscheidung schwerfällt, der ist mit dem Automatikmodus gut bedient; dieser erkennt die fünf häufigsten Aufnahmesituationen automatisch. Neben den Aufnahmeprogramm sorgen 8 unterschiedliche Filter für zusätzlichen Aufnahmespaß. Praktisch: Zusätzlich zur durch den Filter verfremdeten Aufnahme wird das aufgenommene Motiv auch "ungefiltert", als normales Foto abgespeichert.
GPS in der Kamera: Geotagging
Die Olympus TG-810 verfügt über ein GPS-Modul, das den Ort, an dem ein Bild aufgenommen wird per Geokoordinaten in den Exif-Daten abspeichert. Die Exif-Daten enthalten Metainformationen über eine Aufnahme fest, wie z.B. das Aufnahmedatum
oder Kameraeinstellungen. Durch diese Funktion können z.B. die bei einer Rundreise gemachten Bilder über kleine Zusatztools automatisch auf einer Karte dem Aufnahmeort zugewiesen werden. Das GPS-Modul lässt sich zudem auch als Kompass nutzen.
TAP Control: Ein Tipp für draußen
Ein interessantes Outdoor-Feature der Olympus TG-810 ist das sogenannte TAP Control, das die Bedienung der Kamera mit Handschuhen ermöglicht. Ist TAP Control aktiviert, werden die wichtigsten Funktionen der Kamera über ein kräftiges Antippen bzw. Anstoßen des Kameragehäuses gesteuert. Nach kurzer Eingewöhnung erfolgt die Bedienung sehr intuitiv und stellt einen echten Mehrwert und ein gutes Outdoor-Feature dar.
Fazit
Insgesamt ist die Olympus TG-810 eine zeitgemäße Outdoor-Kamera, die in puncto Outdoortauglichkeit keine Wünsche offen lässt. Das innovative TAP Control weiß zu überzeugen und auch die zahlreichen Aufnahmeprogramme geben der Olympus TG-810 das nötige Rüstzeug auf den Weg, um jeder Aufnahmesituation gelassen begegnen zu können. Auch das Geotagging per GPS-Modul ist wie geschaffen für den Outdoor-Einsatz. Leidglich das wenig preiswerte Zubehör, der schlecht durchdachte Akkuschacht und die Anbindung über das proprietäre CB-USB6-Kabel verhinderten im Test die Vergabe der Bestnote.
Die wasserdichte (IPx8) GPS-Outdoor-Kamera Olympus TG-810 ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von € 329,- in den Farben silber und schwarz erhältlich.
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Kommentare
Aber im Wald ist das Signal oft zu schwach. Auch braucht es viel Akku. Und ob es Signal hat wird irgendwie machmal angezeigt machmal nicht ...
Fazit - wer auf GPS Wert legt, sollte die Finger von der Olympus TG-810 lassen.